Tierschützer fordern strengere Auflagen

Ein thailändischer Händler inspiziert seinen Laden neben den Überresten exotischer Tiere, die bei einem Brand auf dem Chatuchak-Markt in Bangkok, Thailand, am 11. Juni 2024 getötet wurden. Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Ein thailändischer Händler inspiziert seinen Laden neben den Überresten exotischer Tiere, die bei einem Brand auf dem Chatuchak-Markt in Bangkok, Thailand, am 11. Juni 2024 getötet wurden. Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Tierschützer fordern dringende Änderungen der Gesetze für den Verkauf von Haustieren und exotischen Tieren, nachdem es am Dienstag (11. Juni 2024) zu einem verheerenden Brand im Bangkoker Stadtteil Chatuchak kam.

Das Feuer brach gegen 04.10 Uhr auf dem Sri-Somrat-Markt hinter dem Einkaufszentrum JJ Mall in der Kamphaeng Phet 3 Road aus und konnte erst nach 90 Minuten unter Kontrolle gebracht werden. Schätzungsweise Tausende von Tieren, darunter viele exotische Arten, kamen in den Flammen ums Leben. Diese lebten in 118 Zoohandlungen auf einer Fläche von 1.400 Quadratmetern. Der Vorfall hat nicht nur die Tierwelt Thailands erschüttert, sondern auch international für Aufsehen gesorgt.

Am Mittwoch (12. Juni 2024) reagierten zehn Tierschutzgruppen mit einer gemeinsamen Erklärung. Zu diesen gehörten die Society for the Promotion of Animal Welfare Under Royal Patronage, die Thai Animal Guardians Association, die Thai Society for the Prevention of Cruelty to Animals und die Save Elephant Foundation. Sie äußerten ihre tiefe Besorgnis und forderten Maßnahmen, um sicherzustellen, dass sich eine solche Tragödie nicht wiederholt. In ihrer Petition forderten die Gruppen eine umfassende Untersuchung des Vorfalls in Chatuchak und eine gerechte Behandlung aller Beteiligten.

Außerdem verlangten sie standardisierte Sicherheitsmaßnahmen für Gebäude, in denen Haustiere verkauft werden, einschließlich verbesserter Brandschutzmaßnahmen. Ebenso pochten sie auf die strikte Durchsetzung bestehender Gesetze, insbesondere der Bekanntmachung des Landwirtschaftsministeriums über Tierschutzmaßnahmen in Verkaufsstellen für Haustiere, BE 2563 (2020).

Das Bezirksamt Chatuchak hat den Brandort für 90 Tage abgesperrt, um die Ermittlungen ungestört fortsetzen zu können. Laut einer Erklärung auf ihrer Facebook-Seite haben sich 58 Verkäufer auf dem Markt für die Zertifizierung als Katastrophenopfer qualifiziert.

Somchuan Rattanamangkalanont, Generaldirektor der Abteilung für Viehzuchtentwicklung, teilte mit, dass die meisten Tiere an einer Rauchvergiftung gestorben seien. Überlebende Tiere, darunter Hähne, Savannenwarane und Bartagamen, wurden zur Behandlung in das Kasetsart Veterinary Teaching Hospital gebracht.

Besonders aufwühlend war ein Foto, das der Kolumnist Nitiphumthanat Ming-rujiralai auf seinem Facebook-Account postete. Es zeigte eine mexikanische schwarze Königsschlange, die sich vor ihrem Tod in den Schwanz gebissen hatte. Dieses Bild löste unter Tierliebhabern Empörung aus und führte zu weiterer Kritik an den Verkäufern, die die Tiere unter solch schlechten Bedingungen gehalten hatten.

Die Petition der Tierschutzgruppen enthielt drei zentrale Forderungen: eine zeitnahe Untersuchung des Vorfalls, die Einführung strengerer Sicherheitsmaßnahmen und die konsequente Durchsetzung bestehender Gesetze. Ziel ist es, ein System zu schaffen, das den nachhaltigen Schutz der Tiere fördert und eine Wiederholung solcher Tragödien verhindert.

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Oliver Harms 13.06.24 12:19
Brandschutz gab es nicht wirklich
Die Bebauung nicht nur dem Tiermarkt sondern auch auf dem Chatuchak ist ein großes Problem.
Was für den Besucher den Charme der Märkte ausmacht,ist aus Feuerwehr Sicht der blanke Horror.Aus diesem Grund stehen am Wochenende grundsätzlich auf dem Chatuchak Markt Tanklöschfahrzeuge bereit.
michael von wob 13.06.24 11:10
@ alex leschim
Ganz normal. Die Luftfahrt hat sich ständig nach Katastrophen weiter entwickelt !
leschim alex 13.06.24 10:50
Es ist schon seltsam .....
..... das immer eine Katastrophe passieren muss und das dann verbesserte Vorsichtsmassnahmen gefordert werden. Wieso ist es nicht moeglich praeventiv, also vorausschauend, zu handeln ? Sprichwoertlich : Es wird immer dann ein Deckel auf den Brunnen gelegt wenn das Kind schon reingefallen ist.