Fühle mich als Wählerin für dumm erklärt

​Thunberg zur Schweden-Wahl 

Greta Thunberg (C) nimmt an einem Klimastreik von Fridays For Future vor den Parlamentswahlen in Stockholm teil. Foto: epa/Claudio Bresciani
Greta Thunberg (C) nimmt an einem Klimastreik von Fridays For Future vor den Parlamentswahlen in Stockholm teil. Foto: epa/Claudio Bresciani

STOCKHOLM: Schweden ist zwar das Heimatland der weltbekannten Klimaaktivistin Greta Thunberg, trotzdem spielt der Klima- und Umweltschutz vor der schwedischen Parlamentswahl an diesem Sonntag nur eine untergeordnete Rolle. Deshalb hat die Bewegung Fridays for Future am Freitag bei Demonstrationen in mehreren schwedischen Städten auf die Bedeutung des Kampfes gegen die Klimakrise hingewiesen. Das Thema sei im Wahlkampf im Prinzip vollkommen ignoriert worden, sagte Thunberg der Nachrichtenagentur TT bei einem Protestmarsch in der Hauptstadt Stockholm. Dort sprach die Polizei zunächst von rund 2000 Teilnehmern.

Als junger Mensch fühle sie sich ziemlich verlassen, da sich niemand um ihre Zukunft schere, sagte Thunberg zu TT. «Aber als Wählerin, die ich dieses Jahr tatsächlich bin, fühle ich mich auch für ziemlich dumm erklärt.» Natürlich gebe es unter den zur Wahl stehenden Alternativen einige, die weniger schrecklich als gewisse andere seien. Bei keiner Partei entspreche die Politik jedoch dem, was nötig sei, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Knapp 430.000 junge Schwedinnen und Schweden dürfen in diesem Jahr erstmals bei einer Parlamentswahl abstimmen - darunter Thunberg. Die heute 19-Jährige hatte sich vor der letzten Wahl 2018 aus Protest alleine vor den schwedischen Reichstag gesetzt, um die Politiker ihres Landes zu deutlich mehr Klimaschutz aufzufordern. Daraus entstand die internationale Klimaschutzbewegung Fridays for Future.

Bei der Schweden-Wahl am Sonntag ringt die Sozialdemokratin Magdalena Andersson darum, Ministerpräsidentin zu bleiben. In TV-Debatten mit ihrem konservativen Herausforderer Ulf Kristersson spielten zuletzt vor allem die grassierende Bandenkriminalität, die stark gestiegenen Energiepreise und Sozialfragen größere Rollen. Das Klima kam kaum zur Sprache.

«Für das Klima sieht es in der nächsten Mandatsperiode düster aus», warnte die führende Tageszeitung «Dagens Nyheter» bereits. 227 schwedische Unternehmen monierten, dass die grüne Umstellung nur als notwendiges Übel empfunden werde. In einem Beitrag im «Aftonbladet» schrieben sie: «Was uns beunruhigt, ist, dass so viele von Ihnen Politikern in Schweden diese Umstellung nur als großes Problem bezeichnen, wenn sie eigentlich auch eine riesige Chance ist.»

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Joachim Haselhofer 10.09.22 22:10
J. Epke G., 15:53, ergänzend..
5. die Erde ist flach !
Besonders intelligente Leute wie Lord Monckton und sie sollten deswegen auf der Hut sein, nicht von irgendeinem Reptiloid in den dunklen Abgrund gestossen zu werden.
Ich hoffe, dass sie anstelle fehlenden Wissens wenigstens etwas Humor besitzen! ☺
Bernd Lange Berlin 10.09.22 19:30
Deutschland schafft sich ab, aus einer großen
Industrienation wird unter Grünen/SPD die Voraus-Sage des rausgeschmissenen SPD-Mann Sarrazin wahr!
Er war der Mann der die Zukunft erkannt hat, mit ihm, würde sich D nicht als Umweltretter gegen die ganze Welt wichtigspielen, und somit aus einem Vorzeigeland ein Armenland machen--Dazu jetzt Flüchtlinge wie 2015 woran D bis heute noch hilflos knappert!
Bernd Lange, Berlin 10.09.22 19:10
Das Ganze erinnert mich an
den Rattenfänger von Hameln- Solche hat die Welt zu Genüge gehabt und hat sie noch--man erinnere sich an 1933, Donald, Erdogan u.a. besonders in der islamischen Welt-- und Afrika!
Ingo Kerp 10.09.22 14:00
Die "Klimaaktivisten" mit der Greta vornweg fordern eine bessere Welt für ihre Zukunft. Wie wäre es, wenn sie selbst dazu beitragen würden, ohne dauernd zu fordern. Wenn Greta die Parteien in Schweden nicht gefallen, gründe mit Gesinungsgenossen eine eigene Partei. Sie koennten auch Produktionen gründen, die nach ihren Zielen und Vorgaben arbeiten koennten, statt immer nur Vorwürfe vorzubringen. Wenn die vielen Greta-Mitläufer, die nicht über die ploetzlichen finanziellen Mittel wie Greta und deren Eltern verfügen ploetzlich ins Arbeitsleben eintreten, werden sie den harten Alltag erleben und dafür selbst Geld verdienen müssen. Das harte Leben ist die beste Schule und wird die Realität aufzeigen.
Derk Mielig 10.09.22 13:30
@Wirth
Hier ist wohl nicht Schelm, wer böses dabei denkt, sondern eher der, der diese Gerüchte in die Welt hinaus tratscht.
Ich esse übrigens Fleisch, obwohl meine Tochter Vegetarier ist. Ist sie jetzt eine schlechte Tochter, oder ich ein schlechter Vater?
Hartmut Wirth 10.09.22 12:50
GT
Die oberste Schulschwänzerin sollte ein wenig langsamer treten (wie berichtet wird, sollen die Eltern Dank der Kampagne ihrer Tochter ein stattliches Vermögen angehäuft uns sich ein SUV, natürlich Dieselbetrieben, angeschafft haben. Der Freund des Vater soll im Übrigen auch eine Firma betreiben, die im Umweltschutz tätig ist. Ein Schelm, der etwas Böses dabei denkt)

Aber wie die Geschichte es zeigt: Bau ein Kind auf und setze es als Gallionsfigur ein. Der Erfolg ist dir sicher. (Z.B.: Jungfrau von Orleans, jetzt Greta, was noch?)

Also entspannt zurücklehnen und zuschauen, wie die Weltverbesserer Europa an die Wand fahren.