Sieg Modis darf Indiens Demokratie nicht gefährden

​«The Times» 

Premierminister Narendra Modi hat seine Nominierungsunterlagen für die Parlamentswahlen eingereicht. Foto: epa/Harish Tyagi
Premierminister Narendra Modi hat seine Nominierungsunterlagen für die Parlamentswahlen eingereicht. Foto: epa/Harish Tyagi

LONDON: Die Londoner «Times» kommentiert am Montag den erwarteten Sieg der Partei BJP von Premierminister Narendra Modi bei der Parlamentswahl in Indien:

«Der Sieg wird Modis Image als starker Mann unterstreichen. Allerdings um den Preis, dass er sich über Minderheitenrechte, demokratische Grundsätze und die wachsende Ungleichheit hinwegsetzt, die einige BJP-Anhänger zu Millionären gemacht hat, viele einfache Inder aber zurücklässt.

Modis überragendes Ziel, Indiens Position in der Welt auszubauen, wird gestärkt werden. Aber er hat sich dafür einige unliebsame Verbündete gesucht. Seit den Tagen der Blockfreiheit unterhält Indien eine pragmatische und teils gar herzliche Beziehung zu Moskau. Doch die Weigerung, Russlands Einmarsch in die Ukraine zu verurteilen, der opportunistische Kauf von russischem Öl zu Schnäppchenpreisen und die Sympathie für Präsident (Wladimir) Putin sowie Indiens Mitgliedschaft in der Brics-Gruppe deuten auf eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber den Beziehungen zum Westen hin - obwohl diese für Indiens wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen offenkundig wichtiger sind.

Indien hat seit langem eine lebendige und freimütige Presse, eine Tradition der Unabhängigkeit der Justiz und ein kultiviertes Image des Fair Play, sowohl in der Politik als auch im Kricket. Es wäre ein großer Verlust, wenn auch nur eines dieser Elemente durch einen Sieg Modis gefährdet werden würde.»

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