Baltische Staaten fürchten Russland

​«The Irish Times» 

Der estnische Premierminister Kaja Kallas trifft zu einer Sondertagung des Europäischen Rates in Brüssel ein. Foto: epa/Olivier Matthys
Der estnische Premierminister Kaja Kallas trifft zu einer Sondertagung des Europäischen Rates in Brüssel ein. Foto: epa/Olivier Matthys

DUBLIN: Russland hat Estlands Regierungschefin Kaja Kallas und andere baltische Politiker zur Fahndung ausgeschrieben. Dazu meint die in Dublin erscheinende «Irish Times» am Donnerstag:

«Estland hatte im vergangenen April die Zurschaustellung von Symbolen für die Unterstützung der russischen Invasion in der Ukraine verboten, darunter der Buchstabe Z und das St.-Georgs-Band, ein orange-schwarzes Emblem des russischen Militärs. Mehrere dort lebende russische Bürger wurden als «Kreml-Provokateure» bezeichnet und nach Russland abgeschoben, weil sie die russischen Truppen bejubelt hatten.

Die russische Fahndungsliste hat einen noch unheilvolleren Hintergrund. Putin nutzte die angebliche ukrainische Diskriminierung ethnischer Russen, um seinen Angriff auf das Land zu rechtfertigen. Und die Frage, wie Estland seine ethnischen Russen behandelt, die ein Viertel der Bevölkerung ausmachen, ist ein permanentes Streitthema zwischen den beiden Hauptstädten.

Der Versuch, die estnische Regierung wegen der Entfernung sowjetischer Kriegsdenkmäler als Nazi-Sympathisanten darzustellen, erinnert an die gleichen Vorwürfe, die gegen Kiew erhoben wurden.

Obwohl Putin in seinem jüngsten Interview mit dem US-Talkmaster Tucker Carlson betonte, er habe kein Interesse an einem Angriff auf die baltischen Staaten, wird in allen drei Ländern befürchtet, dass die russischen Ambitionen tatsächlich über die Ukraine hinausgehen könnten.»

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