Thailands Tourismus verfehlt Einnahmeziel

Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit
Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Die Thailändische Tourismusbehörde (TAT) hat ihre Prognose für die Tourismuseinnahmen in diesem Jahr nach unten korrigiert. Statt der angestrebten 3,5 Billionen Baht erwartet die Behörde nun, dass nur 3 Billionen Baht erreicht werden. Dies ist auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in vielen wichtigen Märkten zurückzuführen, insbesondere in China, wo die Flüge nach Thailand nur 75 Prozent der Sitzplatzkapazität vor der Pandemie erreichen.

Bis zum 2. Juni 2024 verzeichnete Thailand 14,9 Millionen ausländische Ankünfte, die insgesamt 709 Milliarden Baht in die Kassen spülten. Dies entspricht etwa 30 Prozent des von der Regierung für das Gesamtjahr prognostizierten Ziels von 2,38 Billionen Baht aus internationalen Einnahmen.

Chattan Kunjara Na Ayudhya, stellvertretender Gouverneur für internationales Marketing in Asien und dem Südpazifik bei der TAT, äußerte sich auf dem „Thailand Travel Mart Plus (TTM+) 2024“ in Phang-nga. Er betonte die Notwendigkeit zusätzlicher Anreize, besonders auf dem chinesischen Markt, um das Einnahmeziel zu erreichen.

Trotz Partnerschaftsabkommen mit acht wichtigen Tourismuspartnern in China fehlen der TAT die nötigen Budgetmittel, um diese Partnerschaften effektiv zu stärken.

Die TAT setzt nun auf kreative Marketingstrategien, um den Tourismus anzukurbeln. Unter anderem wird eine limitierte Ausgabe der in China beliebten Puppe „Labubu“ eingeführt, entwickelt in Zusammenarbeit mit „Pop Mart“. Diese Puppe soll als Maskottchen dienen, um thailändische Attraktionen zu bewerben und die große Fangemeinde der Puppe, die weltweit über 100 Millionen Menschen umfasst, anzusprechen.

Online-Reisebüropartner wie Trip.com und Tongcheng Travel werden spezielle Reisepakete schnüren, die auf Labubus Popularität aufbauen. Darüber hinaus plant die TAT, im Juli dieses Jahres Roadshows in drei aufstrebenden chinesischen Städten – Changsha, Xi'an und Zhengzhou – zu veranstalten, um direkte Geschäftsbeziehungen zu fördern.

Chuwit Sirivejkul, TAT-Regionaldirektor für Marketing in Ostasien, wies darauf hin, dass konstante Veranstaltungen und Aktivitäten notwendig seien, um die Märkte auch während der Nebensaison zu beleben. Für die kommenden zwei Monate sind mindestens zwei große Veranstaltungen geplant, beginnend mit der Einführung von Labubu als Thailands touristisches Maskottchen.

Insgesamt haben sich dieses Jahr 79 chinesische Vertreter für die TTM+ angemeldet, die höchste Zahl unter 425 internationalen Einkäufern aus 50 Ländern. Der TTM+ wird voraussichtlich Geschäftsabschlüsse in Höhe von 3 Milliarden Baht generieren, und die nächste Ausgabe im Jahr 2025 soll in Chiang Mai stattfinden.

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Hansruedi Bütler 07.06.24 12:41
Halb so schlimm,
es ist ja erst der Anfang!
Guenter Scharf 07.06.24 12:40
Labubu als Tourismusmagnet?
@Ingo Kerp, 06.06.24, 13:00: Tolle Idee, Labubus zu importieren. Rohrkrepierer! Denn diese Puppen gibt's doch schon in zig Varianten überall zu kaufen - in Geschäften und online.
Sky 07.06.24 09:50
Pech gehabt!
Aber ich sehe schon die Schlagzeilen der nächsten Monate..."TAT fordert..." "Thailand will..." usw... Nach dem Motto: Sch.... egal, jetzt erst recht! Es geht mir nicht in den Kopf, warum nicht endlich ein Umdenken geschieht, dass der Tourismus nicht die Lösung für alles ist?! Spätestens während der Pandemie hätte man das sehen müssen. Nein, stattdessen versucht man jeden möglichen Baht aus dem Sektor herauszupressen. Auf Teufel komm raus! Das kann nur schief gehen, wenn ich jeglichen Fokus auf ein Standbein lege. Dann darf ich mich auch nicht beschweren, wenn die Rechnung nicht auf geht. Und ganz wichtig..(was eh nicht passiert!)...daraus lernen! Aber wenn selbst das politische Oberhaupt des Landes international bei Staatsbesuchen die Werbetrommel für Tourismus bemüht...oh oh...
leschim alex 07.06.24 06:40
Es scheint wohl so zu sein .....
..... das die "angelockten" Qualitaetstouristen im Schnitt nicht so viel Geld ausgeben wie erhofft. Die Anzahl der Touristen stimmt ja mit ca. 3 Millionen im Monat (werden die vielen "Grenzgaenger" aus Malaysia, von denen viele nur fuer einen oder zwei Tage rueberkommen, eigentlich auch als "Touristen" gezaehlt ?), nur der Umsatz hinkt hinterher. Vielleicht wurde die Visaerleichterung doch fuer die falsche Klientel gewaehrt.
Dirk 06.06.24 23:40
Huch, war die Glaskugel verschmutzt? Ich denke, das Maximum an Touristen ist im Moment erreicht. Die Reisenden haben keine Lust auf Massentourismus....
Veang Kanwang 06.06.24 15:20
Eventuell könnte man die jetzt 60 Tage Visa freie Einreise in Verbindung bringen das man auf der Immigration nochmals um 30 Tage verlängern kann . Das würde auch mehr Touristen bringen den viele scheuen sich davor das e=Visa zu beantragen da zu kompliziert.
Hammm 06.06.24 14:30
So geht Politik 555
Statt Programme auf den Weg zu bringen, die Veränderung und Erfolg bringen ( Bildung ?) scheint es viele minischter zu geben, die all ihren Arbeitseifer darauf konzentrieren Wunschziel Vorstellungen zu erfinden.
Aber nächstes Jahr,… da klingelt die Kasse, da kommen Millionen Touristen. Bestimmt. Und dann das softpower Programm. Niemand weiß zwar was das genau bringt oder ist. Aber hey! Wer wird sich mit Nebensächlichkeiten abgeben. Hauptsache man hat was erfunden. Und sowieso…Pessimismus ist fehl am Platz, wenn man mit neuen Programmen dollarträume erzeugt.
Titus 06.06.24 14:10
Ziel verfehlt, aber halb so schlimm, sind ja nur 500 Milliarden die laut Prognose fehlen. Das kann der Premierminister drehen und wenden wie er will, sein Effort den Tourismus auf Trab zu bringen, ist in die Hose gegangen! Das hat man nun davon, wenn man nebst des Premierministers Tourismus Werbe-Touren den Glaskugeln zuviel Vertrauen schenkt. Nonstop wurden Prognosen erstellt, wer wann wieviel in die Kasse spühlen soll, es war richtig ätzend. Hoffentlich lernt die TAT etwas aus dem verfehlten Ziel!!!
Ingo Kerp 06.06.24 13:00
Na ja, ist ja noch überschaubar. Sind ja nur 500 Mrd THB, die am Ende in der Kasse fehlen. Peanuts, wird man dann sagen und irgendeinwelche neue Idee erträumen, bis die auch wieder zu Schäumen werden.
Andreas Hamm 06.06.24 11:20
Tja so manche Seifenblase platzt wohl jetzt und in der nächsten Zeit. Bluuuub 55555
Jörg Obermeier 06.06.24 10:50
So ist das halt einmal wenn Realität auf Theorie stösst. Ganz ähnliches da auch das Exportziel nicht erreicht wurde/wird. Vielleicht wäre es ganz hilfreich aus der Phase des "wollen & sollen" in die "machen" zu wechseln.