Thailand leidet unter Überschwemmungen

Vom La-Niña-Phänomen heimgesucht, Lösungen gesucht

Durch das Hochwasser hindurch watende Thailänder in der Nähe des Flusses Chao Phraya in Bangkok. Foto: epa/Narong Sangnak
Durch das Hochwasser hindurch watende Thailänder in der Nähe des Flusses Chao Phraya in Bangkok. Foto: epa/Narong Sangnak

BANGKOK: Thailand hat fast immer unter Überschwemmungen während der Regenzeit gelitten, aber jetzt, wo die globale Erwärmung zunimmt, wird das Land häufig von größeren, verheerenden Überschwemmungen heimgesucht. Die thailändischen Behörden arbeiten an wirksamen Lösungen, um die Verluste zu mindern.

Thailand wurde 2011 aufgrund des La-Niña-Phänomens von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Dadurch setzte die Regenzeit früher als gewöhnlich ein. Verschlimmert wurde dies durch fünf Stürme, die die durchschnittliche Niederschlagsmenge um 27 Prozent erhöhten.

Das La-Niña-Phänomen ist auch in diesem Jahr aufgetreten, was dazu führte, dass die Regenzeit früher als erwartet einsetzte. Allerdings wurde Thailand in diesem Jahr nicht direkt von Stürmen heimgesucht, während die durchschnittliche Niederschlagsmenge bisher 21 Prozent über der normalen Menge lag.

Es wird geschätzt, dass es etwa 10 Prozent mehr Niederschlag als üblich geben wird, im Vergleich zum Vorjahr mit 8 Prozent etwas mehr.

Die Ursachen von Überschwemmungen in Thailand sind:

Natürliche Ursachen:

  • Tiefdruckgebiete
  • Stürme, wie Tiefdruckgebiete, tropische Stürme und Taifune
  • Monsun-Gräben
  • Südwest-Monsun
  • Nordost-Monsun
  • Zusammenbruch von Dämmen

Missmanagement:

  • Unstimmigkeiten zwischen Regierung und lokalen Verwaltungen
  • Mangel an fähigen Beamten zur Bewältigung von Naturkatastrophen
  • Mangelnde Koordination zwischen den Regierungsstellen
  • Unwissenheit der Menschen in abgelegenen Gebieten

Schwere Überschwemmungen in den letzten 100 Jahren

1942: Schwere Regenfälle in den Provinzen des Chao-Phraya-Beckens verursachten schwere Überschwemmungen. Der Royal Plaza stand 1,50 Meter tief unter Wasser und war drei Monate lang überflutet. Es war das schwerste Hochwasserereignis, bevor große Dämme wie die Bhumibol- und Sirikit-Dämme gebaut wurden.

1983: Zwei Sturmtiefs trafen Thailand und führten zu übermäßigem Wasseraufkommen flussaufwärts der großen Dämme. Das aus den Dämmen abfließende Wasser führte in mehreren Provinzen zu Überschwemmungen. Die Überschwemmungen in Bangkok wurden durch den steigenden Meeresspiegel noch verschlimmert. Aufgrund des hohen Wasserstandes konnten Boote die Straßen Bangkoks befahren.

1994: Ein Tropensturm traf Bangkok und verursachte Regenfälle mit einer Stärke von 200 mm, die stärksten in der Hauptstadt. Es wurde als 1.000-jähriger Regen bezeichnet, der den Verkehr zum Erliegen brachte und in einigen Gebieten zu Stromausfällen führte.

1995: Thailand wird von mehreren Stürmen heimgesucht, die dazu führen, dass das Wasser im Chao Phraya-Fluss bis zu 2,27 Meter hoch steht, genauso hoch wie im Jahr 1942.

2011: Das Land litt von Anfang bis Ende des Jahres in vielen Teilen unter Überschwemmungen. Das La-Nina-Phänomen und fünf Stürme, die das Land heimsuchten, lösten heftige Regenfälle aus und verursachten Überschwemmungen, die die Landwirtschaft, die Industrie und die Wirtschaft des Landes schwer beeinträchtigten.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Überschwemmungen:

  • Einrichtung des Nationalen Amtes für Wasserressourcen
  • Verabschiedung des Masterplans für natürliche Ressourcen 2018-2037
  • Verabschiedung eines Strategieplans für die Bewirtschaftung der Wasserressourcen
  • Verabschiedung des Gesetzes über Wasserressourcen von 2018
  • Erlass des königlichen Dekrets über Wassereinzugsgebiete von 2021

Die Initiativen von König Rama IX zum Hochwasserschutz:

  • Bau von Hochwasserschutzdämmen
  • Bau von Wasserstraßen zur Ableitung des Hochwassers
  • Ausbaggern von Kanälen
  • Bau von Dämmen
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