Thailand plant eigene Zugmontage im Isaan

Zugmontage im chinesischen Qingdao. Foto: epa/Aleksandar Plavevski
Zugmontage im chinesischen Qingdao. Foto: epa/Aleksandar Plavevski

THAILAND: Um Thailands starke Abhängigkeit von Eisenbahnimporten zu verringern, plant das Verkehrsministerium, ein Zugmontagewerk im Nordosten des Landes zu errichten, wodurch die Staatsausgaben für neue Züge um das zehnfache gesenkt werden könnten.

Derzeit liegen die Anschaffungskosten für neue Züge bei rund 70 Milliarden Baht. Mit einer Produktionsstätte im eigenen Land würden die Kosten gemäß Verkehrsminister Pailin Chuchottaworn auf 6 bis 7 Milliarden Baht fallen, weshalb er auf eine zügige Umsetzung des ehrgeizigen Planes drängt. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit dem Industrieministerium und dem Board of Investment (BoI) umgesetzt werden. Der Projektstart könnte voraussichtlich schon im nächsten Jahr erfolgen. Der Regierungsplan sieht vor, bis zum Jahr 2027 drei Montagewerke zu errichten, in denen jährlich mindestens 900 Waggons gebaut werden.

Isaan genießt Standortvorteil

Als Standort wird der Isaan favorisiert, da sich die Region bereits als Zentrum für die Fertigung von Omnibussen etabliert hat. Ein weiterer Vorteil sei laut Pailin die Lage, die es ermöglicht, Züge in vier Nachbarländer zu exportieren, so nach Kambodscha, Laos, Myanmar und Vietnam. 

Doch bis dahin ist es es noch ein weiter Weg. Thailand müsse nicht nur in eine neue Infrastruktur investieren, sondern auch ein Forschungsinstitut für Eisenbahntechnik aufbauen und eine neue staatliche Behörde zur Regulierung des Schienennetzes. Derzeit verkehren auf den Schienenwegen des Landes ausschließlich importierte Züge aus fünf Ländern: Deutschland, China, Japan, Österreich und der Türkei.

Der Plan des Verkehrsministeriums werde Pailin folgend auch dazu beitragen, andere Ausgaben zu senken, einschließlich jährlicher Wartungskosten im Wert von etwa einer Milliarde Baht. Zudem würden Arbeitsplätze im Nordosten geschaffen werden, eine landwirtschaftlich geprägte Region mit hoher Arbeitslosigkeit. 

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Wilfried Stevens 22.04.19 14:22
Alois Areis - Laos hat und baut...
...aber mit Hilfe Chinas im Norden und im Süden mit Hilfe Vietnams...
Alois Amrein 22.04.19 10:44
40 Jahre zu spät
Das Eisenbahnnetz von Thailand entspricht etwa dem Standard der 1940er-Jahre, total veraltet und störungsanfällig. Zudem praktisch alle Strecken einspurig. Durchschnittliche Reisegeschwindigkeit knapp 40 km/h, wenn keine Zwischenfälle anfallen. Im Vergleich zu Thailand ist das Eisenbahnnetz in Vietnam geradezu modern und effizient und pünktlich. Aus dem Export von in Thailand gebauten Eisenbahnwaggons nach Vietnam wird wohl nichts, da die Vietnamesen das schon seit vielen Jahren selber machen. Und nach Laos wird auch nichts, da kein Eisenbahnnetz vorhanden.
Michael Meier 22.04.19 01:50
Guter Plan 555
Schon so viele tolle Pläne in den letzten 5 Jahren gelesen . Realität und Wirklichkeit , na ja ! Davonabgesehen , Waggons zu bauen ist nicht so kompliziert und es würde 8 Jahre dauern so ne kleine Fabrik zu bauen ? Einfach nur peinlich .
Wilfried Stevens 22.04.19 01:49
Ehrgeiziges Koopreations-Projekt mit China
Da steht doch deutlich 6-7 Milliarden Kosten sparen, von 70 Milliarden...also rechnet man doch mit 10% Kostenersparnis, eine Menge Geld. Beruhigt euch, es gibt schon seit 2015 eine vertragliche Kooperation mit China. In den chinesischen Städten Tianjin und Wuhan können drei Jahre lang begabte Thailänder, über die Railway Technical School, in die Wartung und das Führen von Fahrzeugen studieren. Weiterhin werden Hochgeschwindigkeitsbahn-Techniker und Eisenbahningenieure ausgebildet. Ähnliche Absichten werden mit Japan verhandelt. Also wird auch Thailand bald über Fachkräfte verfügen. China und Jpan sind die führenden innovativsten Eisenbahnnationen. Schade das einige vorab urteilen, wartet doch ab...
Hansruedi Bütler 21.04.19 20:42
Willkommen in TH, Bernd
Sie haben es erfasst! In TH genügt es von einer Sache mit genügend Fantasie zu berichten, sie dann arbeitstechnisch umzusetzen ist eine ganz andere Hausnummer. Man spricht und spekuliert auch von der Industrienorm 4.0! Nur, woher kommen die dazu benötigten Fachkräfte? Ist das Ganze nicht eher ein politisches Geplänkel auf das das ungebildete Volk und einige Farangs "abfahren" sollten? Das Motto könnte lauten: Immer schön im Gerede bleiben und abwarten ob sich JEMAND findet der die dazugehörigen Hausaufgaben für TH erledigt. So wenigstens erscheint es mir.