Thailand erhält AstraZeneca-Impfstoff aus Asien

V.l.n.r.: Thailands Premierminister Prayut Chan-o-cha, Vizepremier und Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul und der Firmenpräsident von AstraZeneca in Thailand James Teague. Foto: epa/Chalinee Thirasupa
V.l.n.r.: Thailands Premierminister Prayut Chan-o-cha, Vizepremier und Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul und der Firmenpräsident von AstraZeneca in Thailand James Teague. Foto: epa/Chalinee Thirasupa

BANGKOK: Thailand wird die ersten Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca aus Asien importieren, nachdem Europa Exportkontrollen durchgesetzt hat, sagte Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul am Donnerstag.

Die Europäische Union (EU) hat letzte Woche Beschränkungen für den Export von Impfstoffen aus der EU bis März festgelegt, um sicherzustellen, dass die im Voraus gekauften Vorräte, darunter auch Impfstoffe von AstraZeneca, geliefert werden. Thailand wird trotzdem die ersten 50.000 von 150.000 Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs später in diesem Monat importieren, nur nicht aus Europa, wie zuvor geplant.

„Der Hersteller wird den Impfstoff von einer anderen Lieferkette außerhalb der EU beziehen", sagte Minister Anutin gegenüber Reportern. „Es wird von irgendwo in Asien sein", sagte er, ohne näher darauf einzugehen, da sonst die Gefahr einer weiteren Intervention zur Sicherung der Versorgung bestünde. Südkorea und Indien gehören zu den Ländern in Asien, die derzeit den Impfstoff von AstraZeneca produzieren.

Chinas Sinovac Biotech wird ebenfalls die ersten 200.000 von zwei Millionen Dosen seines Impfstoffs liefern, den Thailand bestellt hatte. Thailands Impfstoffstrategie stützt sich hauptsächlich auf AstraZeneca-Impfstoffe, die vom lokalen Hersteller Siam Bioscience produziert werden. Die 26 Millionen Dosen sollen ab Juni für die Impfungen verwendet werden. Thailand plant, ab diesem Zeitpunkt jeden Monat fünf Millionen Dosen zu verimpfen. Thailand will 35 Millionen weitere Impfstoffdosen bei AstraZeneca bestellen, aber Anutin sagte am Donnerstag, dass ein Vertrag über die Menge noch nicht unterzeichnet worden sei.

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Thomas Sylten 06.02.21 08:46
@Ole etc
Danke für den Hinweis -
beim Checken meiner posts sehe ich den Grund für (m)ein Missverständnis:
Ich bin gar nicht der Ansicht, dass sich speziell Deutschland besonders beschämend hervorgetan hätte - in meinem ersten post ganz unten können Sie sehen, dass ich mich recht allgemein auf die "erste Welt" vs. "dritte Welt" bezog, für die meine Beobachtung allgemein wohl stimmt. Deutschland hat sich da tatsächlich in die EU eingereiht - die ihrerseits aber harsch auf ihrem (freilich bezahlten) Vorkaufsrecht besteht.

"Deutschland" kam erst - und missverständlich - ins Spiel, als ich im 2.post von "wir" sprach und dies spezifizieren wollte (ich bin halt Deutscher). Besser wäre auch hier ein allgemeineres "der Westen" o.ä. gewesen, da gerade D sich hier nicht speziell protektionistisch hervor getan hat.

@Jurgen Steinhoff: Ich sehe allerdings nicht, dass jemand (oder ich) China oder Russland "verherrlicht" - gebe sogar ausdrücklich zu bedenken, dass deren sehr viel großzügigere Impfdosenvergabe an ärmere Länder möglicherweise propagandistisch motiviert ist. Nur würde ich mir ähnlich "propagandistisches" (objektiv solidarisches) Verhalten halt auch vom Westen wünschen: wg. "westliche Werte" und so..
Jurgen Steinhoff 06.02.21 02:37
@Thoma Sylten
Ich kann mich nur Herbert S. seiner Meinung anschliessen. Verstehe nicht, dass so viele aus diesem Forum Russland und China so verherrlichen.....
Bernd Lange 06.02.21 02:37
Sylten/ Beschämend
Alle Länder haben sich Grenzen geschaffen um sich selbst, d.h. seine Bürger zu schützen, da jedes Volk annimmt besser als die anderen zu sein, somit gilt das auch für D wo die Regierenden schwören--
"zum Wohl des deutschen Volkes zu handeln" womit Merkel diesen Schwur gebrochen hat, indem sie der EU den Vortritt für die Dosen-Beschaffung--zum Nachteil Deutschlands eingeräumt hat!!
Somit gilt auch für alle Länderregierungen "Unser Land first"! D tritt oft genug als Gutmensch für andere zum Nachteil der eigenen Bürger auf!
Andreas Liliendam 06.02.21 02:25
@Thomas Sylten
Ich lebe selbst in Thailand, muss Ihnen aber trotzdem widerspreche. Sie nennen das Vorgehen der EU beschämend. Ich weiß nicht, was daran beschämend sein soll, wenn man den Impfstoff, der bereits vor bezahlt wurde, auch bekommt. Sie können mir glauben, dass die thailändischen Institutionen im Fall einer Vorauskasse nicht anders reagiert hätten.
Desweiteren kann ich mich noch gut an die Äußerungen vom hiesigen PM erinnern, der noch vor wenigen Wochen sagte, dass er die thailändische Bevölkerung nicht als Versuchsmeerschweinchen sehen möchte. Ich weiß nicht so recht, ob dieser Umstand nicht gerade eintritt, denn der Impfstoff aus Asien ist, meines Wissens, noch nicht durchgehend getestet worden. Denken Sie mal darüber nach... und bleiben Sie gesund
Kurt Wurst 06.02.21 02:07
Im Flugzeug,
bei einem Druckabfall, soll die starke Person, z. B. der Vater, sich zuerst mit der Maske versorgen und danach erst, hier die kleine Tochter, mit der Sauerstoffmaske versorgen.

Ich weiß nicht, ob dies auch für die Impfung auch gelten sollte, dass die Stärkeren, hier Einwohner der finanziell starken Länder, zuerst geimpft werden sollten.

Bei Vergleichen, die hinken, gehen die Argumente am Stock. (Gerhard Uhlenbruck)
Ole Bayern 06.02.21 00:52
Herr Sylten.....
.... genau das was Sie hier den Deutschen vorwerfen entspricht nicht den Tatsachen . Deutschland hat sich anders als z.B. UK bereit erklärt , die Impfstoffverteilung in Europa in die Zuständigkeit der EU zu übergeben . Also von " ALLEINE BEANSPRUCHEN " kann überhaupt keine Rede . Für diese Zuständigkeitsverlagerung wird die Bundesregierung teilweise heftig kritisiert , weil viele der Meinung sind , daß Deutschland nicht genug bekäme an Impfstoff. Das dies in der EU einheitlich gelöst werden soll finde ich richtig und gut , ansonsten würden ja die " armen Länder " fast nichts bekommen , wenn es nur nach Angebot , Preis und Nachfrage ginge. Das natürlich in Brüssel einige " Nasen " sitzen die mit der Materie teilw. vollkommen überfordert sind, inkl. deren Präsidentin, steht außer Frage. Aber ich denke, daß die Produktion und Lieferung des C - Impfstoffes jetzt eine gewaltige Dynamik erfahren wird. Es gibt viele Hersteller weltweit, die alle etwas vom " Kuchen" abhaben wollen. Wenn der Kapitalismus noch in Funktion ist, von dem ich ausgehe, werden die Produktionsmengen in Kürze extrem anziehen. Ich habe letztens in der Presse gelesen, daß Einige davon ausgehen, daß bereits im Frühsommer allen Deutsche ein Impfangebot gemacht werden könne. Ob dies möglich ist, auch in logistischer Hinsicht der Verfügbarkeit von med. Personal vermag ich nicht zu beurteilen. Aber es zeigt mir .... wir biegen mit der Bereitstellung auf die Zielgrade ein. Ich hoffe das ich mich nicht irre . VG Ole
Klaus Olbrich 05.02.21 14:37
Man sollte vorsichtig sein bei der Wirksamkeit des Astra Impfstoffes.
Und Lieferungen werden oft nicht eingehalten, es sei denn man legt viel Geld auf den Tisch. Astra Zeneca reagiert auf Geld direkt.!
Was eine Flinte mit der Impfstoff Beschaffung zu tun hat, ist mir ein Rätsel !!
Gruss an einen Herr Roeper hier.
Thomas Sylten 05.02.21 12:37
Internationale Impf-Solidarität
Es ist durchaus interessant - vielmehr beschämend - zu sehen, mit welchen Egoismen sich die Länder der ersten Welt mittels Exportbeschränkungen den ersten Zugriff sichern und andere Länder kühl lächelnd "verhungern" lassen, bis diese dann im nächsten Sommer (vielleicht) auch mal zum Zuge kommen.

Es ist zudem interessant und erhellend zu sehen, wie China und Russland ihre Impfstoffe auch jetzt schon mit anderen Ländern teilen und so ein Beispiel für internationale Solidarität geben - während der Westen auf seine "westlichen Werte" doch so stolz ist, hier aber zwar mal wieder wortreich, aber tatenarm VERSAGT.

Man mag China und Russland vorwerfen, dies "nur" aus propagandistischen Gründen zu tun -
wie erleichtert wäre ich, wenn auch der freie Westen mal ein wenig Propaganda in diesem Sinne für seine Werte machen wollte, statt immer wieder so zynisch ehrlich vorzuführen, wer für ihn an erster und wer alles an letzter Stelle kommt. Wie gesagt: BESCHÄMEND.