THAI bittet deutsche und Schweizer Gerichte um Vermögensschutz

Eine Maschine der Thai Airways International auf dem Flughafen Kuala Lumpur. Foto: epa/Rungroj Yongrit
Eine Maschine der Thai Airways International auf dem Flughafen Kuala Lumpur. Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Thai Airways International (THAI) hat deutsche und Schweizer Gerichte gebeten, ihre Flugzeuge, Depositenkonten und andere Vermögenswerte im Ausland vor Gläubigern zu schützen, sagte Regierungssprecherin Naruemon Pinyosinwat.

Die Fluggesellschaft, die in Thailand unter dem Schutz des Konkursgerichts steht, wird die gleiche Anerkennung bei Gerichten in anderen Ländern, einschließlich Japan und den Vereinigten Staaten, beantragen. Damit soll verhindert werden, dass ausländische Gläubiger THAI-Flugzeuge stilllegen. Die Airline ist nach Medienberichten mit bis zu 300 Milliarden Baht verschuldet. Die erste Anhörung, auch zum geplanten Sanierungskonzept, ist für den 17. August anberaumt worden.

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Peter Fässler 12.06.20 11:41
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Korruption, Ineffizienz, Unzuverlässigkeit, Geschäftsunfähigkeit standen/stehen gleichzeitig explodierender Konkurrenz, im In- wie auch im Ausland, gegenüber. Den Schuldenberg von 200+ Milliarden Baht (richtig viel Geld) ist selbstredend. Thai Airways (TG) ist eine, an der Börse gehandelte Privatfirma in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Die Mehrheit der Aktien waren im Staatsbesitz, aber die Firma eben, eine private AG. Die jahrzehntelange Einmischerei von absolut Unfähigen des Finanzministeriums und der Luftwaffe vergewaltigten diese ehemals erstklassige Fluggesellschaft, ein Stern am asiatischen Aviatikhimmel, zum heutigen maroden Schweinestall. Wie Aldi oder Migros - einfach ohne Kasse am Ausgang. Und diejenigen Leser, welche von Thailand wirklich etwas verstehen, wissen auch, wieso man ausgerechnet in Deutschland und der Schweiz um einen Schutz vor Gläubigern ersucht ist. In den USA ist dieser Modus Operandi als "Chapter 11" gang und gäbe; mal sehen, wie die allemannischen und helvetischen Schöffen diesen Antrag in welcher Form verwerfen und ablehnen werden. Allen Flugschein- und/oder Meilenguthabenbesitzer empfiehlt sich allenfalls, sich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass Flugscheine sowie Meilen weg sind; widrigenfalls wäre es ja eine nette Überraschung. Aber bevor die 24 Milliarden bereits bezahlten aber noch nicht abgeflogenen Flugscheine rückerstattet werden, stehen andere, neustellige Beträge zur Begleichung an.
Jürgen Kesselheim 11.06.20 17:59
Nackte Zahlen
Das Sanierungskonzept beläuft sich auf 5 Jahre. Es ist um weitere 2 Jahre (bei Notwendigkeit / Beschluss Gericht)) erweiterbar! Die Schulden belaufen sich auf (ungefähr) 6,9 Milliarden Euro! Thai Air hat (ungefähr) 100 Flugzeuge, davon sind 70 geleast. Die Angst der Gesellschaft ist, dass die Leasingfirmen (wegen Auslassung des Mietzins) ihre Flugzeuge zurück zieht und dadurch die Slots verloren gehen! 6000 Mitarbeiter von 27000 sollen entlassen werden! Der Staat besitzt ungefähr 70 % von Thai Airways.
Werner Jäke 11.06.20 17:56
was passiert mit bezahlten Flügen?
Wichtiger als Meilen sind die stornierten und bezahlten Rückflüge
Ingo Kerp 11.06.20 17:40
Es darf angenommen werden, das Thai Airways bei einem Schuldenstand von 300 Mrd THB über kein Vermoegen/Eigentum mehr verfügte beim Konkurs, was CH oder DE anbelangt, das es zu "retten" gelten würde. Wenn ja, haben beide Länder keine Verpflichtung, diesen "Schutz" einer derzeitige Privatgesellschaft zu geben. Sollte etwas vorhanden sein, dürfte es von den Gläubigern sofort gepfändet werden.
Florian Mayer 11.06.20 17:37
Nicht mehr State Enterprise aber im Staatsbesitz
Herr Ramseyer, Sie haben recht - tatsächlich hat Thai-Airways vor 14 Tagen die Bezeichnung "State Enterprise" verloren, der Vayupak 1 Fund der die 3,17% vom Staat gekauft und somit die direkte Staatsbeteiligung auf 48% gesenkt hat, wird allerdings zu 100% vom Finanzministerium kontrolliert. Natürlich ändert das die "offiziellen" Eigentümerverhältnisse und macht einen Vermögensschutz im Ausland leichter möglich, aber ob das wirklich noch was bringt? Lt. Bangkok Post sind nur 30% der Gesamtschulden von THB 300 Mrd. in Thailand ausständig, die restlichen 70% bei Kreditgebern und anderen Unternehmen im Ausland. Der "Kuckuck", wie Herr Thoenes schreibt, dürfte tatsächlich schon draufkleben.