Technologiekonzern ABB zieht sich aus Russland zurück

Foto: epa/Walter Bieri
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ZÜRICH: Der Technologiekonzern ABB gibt das Geschäft in Russland auf. Aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine und der Auswirkungen der Sanktionen habe der Konzern beschlossen, sich aus diesem Markt komplett zurückzuziehen, teilte ABB am Donnerstag mit.

Durch den Schritt seien im abgeschlossenen zweiten Quartal 2022 finanzielle Belastungen in Höhe von 57 Millionen US-Dollar entstanden. Davon werden sich 23 Millionen US-Dollar noch im Cashflow des dritten Quartals niederschlagen, wie es weiter heißt.

Der Hersteller von Industrierobotern, Ladestationen für E-Autos oder Automationslösungen hat laut eigenen Angaben seit dem Ausbruch des Krieges keine neuen Aufträge mehr in Russland angenommen. Einige wenige bestehende Verpflichtungen mit lokalen Kunden habe man aber im Einklang mit den Sanktionen erfüllt.

Der Großteil der russischen Belegschaft von ABB sei bereits seit März dieses Jahres beurlaubt, teilte das Unternehmen weiter mit. ABB beschäftigte in Russland rund 750 Mitarbeiter an zwei Produktionsstätten im Großraum Moskau und in Lipezk und an mehreren Servicezentren. Vor dem Ukraine-Krieg machte das Russlandgeschäft rund ein bis zwei Prozent des Jahresumsatzes aus.

Der Schweizer Industriekonzern ABB hat auch im zweiten Quartal von einer hohen Nachfrage profitiert. Unter dem Strich verdiente der Industriekonzern unter anderem wegen der Aufgabe der Aktivitäten in Russland und wegen einer Sonderbelastung weniger.

Der Auftragseingang des Schweizer Industriekonzerns stieg im zweiten Quartal um 10 Prozent auf 8,81 Milliarden US-Dollar (8,63 Mrd Euro), wie ABB am Donnerstag weiter mitteilte. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus gar bei 20 Prozent. Der Umsatz lag mit 7,25 Milliarden US-Dollar um 3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gebremst wurden die Verkäufe durch Lieferengpässe bei Komponenten. Der Reingewinn ging um 50 Prozent auf 379 Millionen US-Dollar zurück. Dieser Rückgang war insbesondere auf Belastungen in Höhe von insgesamt rund 250 Millionen US-Dollar zurückzuführen, die durch den Ausstieg aus einem Altprojekt im Nichtkerngeschäft und den Ausstieg aus den Russland-Aktivitäten verursacht wurden.

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