Team Deutschland im Gold-Rausch

Foto: epa/Filip Singer
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PYEONGCHANG (dpa) - Fast perfekter Olympia-Start: Die Biathleten Laura Dahlmeier und Arnd Peiffer sowie Skispringer Andreas Wellinger holen dreimal Gold. Dagegen patzte Rodler Felix Loch und wird Fünfter. Von dem Schnitzer im Eiskanal profitierte Johannes Ludwig, der auf den Bronze-Rang kam.

Das Team Deutschland erlebte zum Auftakt der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang einen Gold-Rausch. «Das war natürlich ein Traumstart», schwärmte Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig am Sonntag. Die Biathleten Laura Dahlmeier und Arnd Peiffer sowie Skispringer Andreas Wellinger sorgen mit drei Olympiasiegen für Schubkraft.

Der große Verlierer war Rodler Felix Loch, der nach einem kapitalen Fahrfehler vom Goldkurs abkam und nur Fünfter wurde. Profitieren konnte von dem Patzer Johannes Ludwig, der noch auf den bronzenen Rang raste. «Dreimal Gold und einmal Bronze schaffen Vorfreude auf die kommenden zwei Wochen», resümierte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. «Unsere Athleten und deren Trainer haben es wieder einmal geschafft, am entscheidenden Tag Topleistungen zu sichern.»

Die Erleichterung ist bei der Teamführung besonders groß, weil vor vier Jahren in Sotschi der Olympia-Start mit einmal Gold für Loch der Beginn eines Debakels war. Nur 19 statt der kalkulierten 30 Medaillen standen am Schluss zu Buche. Obwohl die Leistungsreform noch stockt, wurden Lehren aus der Pleite gezogen. «Man spürt hier einen Plan und ein gewachsenes System in einigen Mannschaften», befand Schimmelpfennig, der überzeugt ist: «Wir haben noch einige Eisen im Feuer. Die kann man an richtig guten Tagen schmieden.»

Medaillen-Dauerbrennerin könnte die Garmisch-Partenkirchnerin Laura Dahlmeier werden. Bei der WM 2017 in Hochfilzen holte sie fünf Titel. Nach ihrem Sprint-Triumph geht es für sie in der Verfolgung weiter. «Das ist wirklich ein Kindheitstraum, der für mich in Erfüllung geht», sagte die 24-Jährige. «Ich habe so lange von diesem Tag geträumt. Ich freue mich auf alles, was noch kommt.» DOSB-Chef Alfons Hörmann warnte jedoch vor überzogenen Erwartungen: «Die Bäume wachsen ja nicht in den Himmel.»

Dies weiß mehr als andere der Niedersachse Arnd Peiffer, der erst im Alter von 30 Jahren den großen Coup landete. Damit krönte er sich zum siebten deutschen Einzel-Olympiasieger bei den Skijägern. Zuvor hatte Sven Fischer 2006 in Turin im Sprint triumphiert. Für den Harzer Peiffer, der 2014 in Sotschi mit der Staffel Olympia-Silber gewann, war es erst der neunte Sieg seiner Karriere.

Viele Tränen vergoss Andreas Wellinger nach dem größten Triumph seiner Karriere. «Der Kopf ist leer, die Emotionen gehen über die Decke hinaus. Das war der Wahnsinn», bekannte der 22 Jahre alte Bayer nach dem ersten Einzel-Olympiasieg seit Jens Weißflog vor 24 Jahren in Lillehammer. Bundestrainer Werner Schuster schwärmte nach dem «Riesenfreudentag für Skisprung-Deutschland» und fügte an: «Es hat mal absolut der Richtige gewonnen.»

Im Rodeln galt Felix Loch, der 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi triumphierte und in Südkorea, nach der Halbzeit-Führung auch als der Richtige. Im dritten Lauf verbesserte er in 47,560 Sekunden sogar seinen Bahnrekord, bis er auf den letzten Metern noch in einer Kurve patzte - und auf den fünften Platz zurückfiel. Olympia-Debütant Ludwig aus Oberhof verbesserte sich in den letzten beiden Durchgängen noch vom achten auf den dritten Platz.

Nichts zu gewinnen gab es in den anderen Wettkampf-Entscheidungen für die deutschen Starter. Die Eiskunstläufer um das Paar Aljona Savchenko/Bruno Massot kamen im Teamwettbewerb nicht über Platz sieben hinaus. Abgeschlagen landete Eisschnellläufer Patrick Beckert über 5000 Meter auf den zehnten Rang. Respektabel lief es für die deutschen Langläufer im Skiathlon. Thomas Bing (Dermbach) wurde Elfter und Lucas Bögl (Gaißach) landete auf Platz 16.

Vertagt ist die Olympia-Premiere von Thomas Dreßen wegen zu heftiger Winde auf Donnerstag. Der Sensationssieger auf der Streif von Kitzbühel gehört zum Kreis der Medaillenkandidaten für die alpine Herren-Abfahrt. «So lange wir eine Abfahrt fahren, ist mir alles recht. Wann wir die fahren, ist mir relativ wurscht», meinte Dreßen.

Der Deutsche Olympische Sportbund hält zwar nichts von Medaillenzählereien und dem ständigen Blick auf den Medaillenspiegel. Verhindern kann der DOSB aber nicht, dass andere Hochrechnungen anstellen, wie der amerikanische Daten- und Analysedienst Gracenote. Er prognostiziert für das Team Deutschland den Gewinn von 39 Medaillen in Südkorea, mehr als bei den Winterspielen in Salt Lake City 2002, als es 36 Mal Edelmetall gab.

Biathlet Peiffer Olympiasieger im Sprint - Drittes deutsches Gold

Biathlet Arnd Peiffer hat im Sprint bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang die Goldmedaille gewonnen. Der 30-Jährige triumphierte am Sonntag in Südkorea nach zehn Kilometern und einem fehlerfreien Schießen. Der Niedersachse sorgte für den dritten deutschen Erfolg in Südkorea. Hinter dem ehemaligen Weltmeister holte der ebenfalls fehlerfreie Tscheche Michal Krcmar mit 4,4 Sekunden Rückstand Silber. Bronze ging an Dominik Windisch aus Italien. Benedikt Doll und Simon Schempp landeten nach je einem Fehler beim zweiten Schießen auf den Plätzen sechs und sieben, Erik Lesser wurde ebenfalls nach einem Fehler Elfter.

Carina Vogt wieder in Olympia-Form: Top-3-Plätze im letzten Training

Skisprung-Olympiasiegerin Carina Vogt hat rechtzeitig vor Beginn des olympischen Wettbewerbes von der Normalschanze in Pyeongchang am Montag (13.50 Uhr/MEZ) wieder zur Top-Form gefunden. Im Abschlusstraining am Sonntag belegte sie die Ränge zwei und drei und verzichtete anschließend auf den dritten Sprung. Katharina Althaus, die zweite deutsche Medaillenhoffnung, hatte in zwei Durchgängen ein paar Schwierigkeiten, kam dann aber im letzten Versuch auf 104 Meter und siegte. Die Durchgänge eins und zwei gewannen die Japanerin Sara Takanashi und Weltcup-Spitzenreiterin Maren Lundby aus Norwegen. Lundby stürzte allerdings im zweiten Versuch, blieb dabei aber unverletzt.

Dreifach-Erfolg für Norwegen im Skiathlon - Favoriten enttäuschen

Norwegen hat bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang einen Dreifach-Triumph im Skiathlon der Langläufer gefeiert. Simen Krüger, der erst einen Weltcupsieg geholt hat, siegte am Sonntag nach 2 x 15 Kilometern vor seinen Teamkollegen Martin Sundby und Hans Christer Holund. Achtbar schlugen sich auch die deutschen Athleten. Thomas Bing aus Dermbach lief auf einen guten 11. Platz, Lucas Bögl aus Gaißach landete auf Rang 16.

Eisschnellläufer Beckert ohne Olympia-Medaille über 5000 Meter

Eisschnellläufer Patrick Beckert ist bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang deutlich hinter den Medaillenrängen über 5000 Meter geblieben. Der Erfurter lief am Sonntag in 6:17,91 Minuten auf Platz zehn. Moritz Geisreiter aus Inzell belegte den zwölften Platz. Olympiasieger wurde zum dritten Mal in Serie der Niederländer Sven Kramer. in 6:09,76 Minuten. Die Plätze zwei und drei belegten der Kanadier Ted-Jan Bloemen und der Norweger Sverre Lunde Pedersen.

Snowboarderin Mittermüller vor Slopestyle-Finale erkrankt

Freestyle-Snowboarderin Silvia Mittermüller bangt einen Tag vor dem Slopestyle-Wettkampf um ihre Fitness für das Finale. Sie liege mit Fieber im Bett, teilte die Münchnerin am Sonntag mit. «Ich hoffe, es geht bis zum Finale morgen weg», schrieb Mittermüller auf Twitter. Die 34-Jährige hatte am Sonntag durch die Wetter-Kapriolen ohne Qualifikation das Finale erreicht. Wegen der Absage des Vorausscheids dürfen alle teilnehmenden Damen im Finale am Montag (2.00 Uhr MEZ) antreten, das mit zwei statt mit drei Läufen durchgeführt wird.

Olympia-Abfahrt wegen Sturms verschoben - Neuer Termin Donnerstag

Das olympische Herren-Abfahrtsrennen ist am Sonntag wegen heftigen Winden auf der Strecke abgesagt worden. Als neuen Termin für die Schussfahrt setzten die Organisatoren der Winterspiele in Pyeongchang den Donnerstag (03.00 Uhr MEZ) an. Der an dem Tag geplante Super-G wurde dafür auf Freitag verschoben. An der Austragung der Alpinen Kombination am Dienstag soll festgehalten werden, sagte Rennchef Markus Waldner vom Skiweltverband FIS. Das Abfahrts-Training für die Kombi am Montag wurde aber gestrichen.

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