Tausende protestieren gegen Prostitution

Foto: epa/Marta Perez
Foto: epa/Marta Perez

MADRID: Tausende Menschen haben in Spanien ein Verbot der Prostitution gefordert. Die Demonstranten - mehrheitlich Frauen - marschierten am Samstag auf der Einkaufsmeile Gran Vía die zwei Kilometer zwischen dem Cibeles-Brunnen und der Plaza de España. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie «Wir Frauen sind keine Waren» oder «Prostitution ist kein Beruf» und skandierten immer wieder: «Stoppt die sexuelle Ausbeutung!» 175 Organisationeen hatten zum Protest aufgerufen, der ohne Zwischenfälle verlief. Nach Polizei-Schätzung nahmen an der Demonstration mehr als 7000 Menschen teil.

Erst am Donnerstag hatte das Parlament in Madrid einen Gesetzentwurf zur Verschärfung des Sexualstrafrechts gebilligt, der neben der Zustimmung aller beteiligten Personen bei sexuellen Handlungen unter anderem auch ein Verbot von Prostitutionswerbung vorsieht. Das Paragraphenwerk, das noch vom Senat abgesegnet werden muss, geht den Aktivistinnen und Aktivisten aber nicht weit genug.

«Die Maßnahmen der Regierung sind Flickschusterei, die das Grundproblem nicht lösen», wurde Laura Rivas, Sprecherin der «Feministischen Bewegung Madrid», von der Zeitung «El País» zitiert. Man gehe auf die Straße, «weil wir eine umfassende Antwort brauchen, die zur Abschaffung der Prostitution führt». Eine Kundgebungsteilnehmerin namens Pilar sagte der Nachrichtenagentur Europa Press: «Prostitution ist die Sklaverei des 21. Jahrhunderts.»

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Rene Amiguet 29.05.22 17:50
Unmöglich aber einträglich
Somit hätte der Staat wieder neue einträgliche Quellen um Bussen zu kassieren.
Peter Joe 29.05.22 16:30
spannend ist das
Und was sagen all die Freier dazu? Nicht jeder vermag neben der Ehefrau noch eine feste Freundin, das Freieren ist doch billiger.
Norbert K. Leupi 29.05.22 13:00
Prostitucion
Viva el comercio horizontal y legal , pero también el vertical !
Hartmut Wirth 29.05.22 10:40
Abschaffung der Prostitution
Ja, genau. Legale Prostitution verbieten. Aber deswegen verschwindet Prostitution, nicht umsonst das älteste Gewerbe der Welt genannt, nicht, sondern verzieht sich in den "Untergrund". Und da ist eine Kontrolle nicht mehr möglich. Und was das für die betroffenen Frauen bedeutet, dürfte jedem hinlänglich bekannt sein.
Deswegen gehen moderne Staaten den entgegengesetzten Weg: Anerkennung als Beruf, Festlegung von gesetzlichen Regelungen, etc. Und damit haben die dort beschäftigten Frauen jetzt auch Rechte, die sie vor ordentlichen Gerichten durchsetzen können. Das fällt in Spanien dann natürlich komplett weg: illegales kann man ja nicht einklagen.
Das, was in Spanien gefordert wird, ist Denken von 11:55-12:00. Den verschwinden eird das Gewerbe nicht, dazu ist die Nachfrage zu groß.
Ingo Kerp 29.05.22 10:30
Ja, genau, liebe Spanierinnen, protestiert dagegen und sagt der Regierung, sie soll einen Blick nach TH werfen. Da ist die Prostitution streng verboten und die Einhaltung wurde auch bereits behoerdl. bestätigt.