Präsident bietet massive Wirtschaftshilfe für Nordkorea an

Präsident Yoon Suk-yeol hält eine Rede im Präsidialamt in Seoul. Foto: epa/Yonhap
Präsident Yoon Suk-yeol hält eine Rede im Präsidialamt in Seoul. Foto: epa/Yonhap

SEOUL: Südkoreas Präsident Yoon Suk Yeol hat sein Angebot für massive Wirtschaftshilfen an Nordkorea erneuert, sollte das Nachbarland sein Atomwaffenprogramm abrüsten. Yoon sprach am Montag in Seoul in einer Rede zum Tag der Befreiung Koreas von japanischer Kolonialherrschaft (1910 bis 1945) von einer «kühnen Initiative», die eine bedeutende Verbesserung der Wirtschaft Nordkoreas und der Verbesserung der Lebensverhältnisse für die Menschen des Landes in Stufen vorsehe. Die Hilfe könne anlaufen, wenn Nordkorea die Entwicklung seines Atomprogramms stoppe und einen ernst gemeinten Abrüstungsprozess starte.

Yoon betonte, dass die Denuklearisierung wesentlich für einen dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel sei. Mit Denuklearisierung meinen die USA und Südkorea den kompletten Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms, das in den vergangenen Jahren immer wieder international für Schlagzeilen sorgte.

Südkoreas konservativer Staatschef hatte bereits zu seinem Amtsantritt im Mai vorgeschlagen, einen «kühnen Plan» für den Wiederaufbau der nordkoreanischen Wirtschaft vorlegen zu wollen. Diesmal nannte er mehr Details. Yoon zählte dazu die Hilfe mit Nahrungsmitteln, die Unterstützung für den Bau einer Infrastruktur für die Erzeugung und Weiterleitung von Energie sowie Projekte zur Modernisierung von Häfen und Flughäfen in Nordkorea.

Schon frühere südkoreanische Regierungen hatten Pjöngjang mit der Aussicht auf größere Wirtschaftshilfen zum Einlenken im Atomstreit bewegen wollen. Die kommunistische Führung ließ sich letztlich aber nicht darauf ein. Sie sieht in dem Atomprogramm eine Garantie für ihr Überleben. Dafür nimmt sie auch heftige internationale Sanktionen in Kauf, die die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hemmen.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich in diesem Jahr nach einer Reihe von Tests mit atomwaffenfähigen Raketen durch Nordkorea wieder verschärft. Pjöngjang wirft wiederum den USA eine feindselige Politik und Südkorea eine unterwürfige Haltung zu seinem Bündnispartner vor.

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Ingo Kerp 16.08.22 12:30
Der vorletzte Absatz des obigen Artikels beschreibt genau die Situation. Ohne A-Waffen hat der Steinzeit-Kommunismus mit dem dicken Kim an der Spitze in N.Korea keine Überlebenschance. So hat man sich auf wirtschaftl. Zusammenarbeit mit RUS verständigt. Dabei hat man den Eindruck, als wenn sich zwei Ertrinkende an einem Strohhalm festhalten, wirtschaftl. gesehen.