Ankündigung zum Manöver-Stopp überrascht

Südkoreas Präsident Moon Jae. Foto: epa/Jeon Heon-kyun
Südkoreas Präsident Moon Jae. Foto: epa/Jeon Heon-kyun

SEOUL/SINGAPUR (dpa) - Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Militärmanöver mit dem Verbündeten Südkorea stoppen zu wollen, hat in Seoul überrascht. An diesem Punkt sei es nötig, die «Bedeutung und Absicht» der Bemerkungen Trumps zu klären, teilte ein Sprecher des Präsidialamts in Seoul am Dienstag mit.

Trump hatte im Anschluss an das Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur erklärt, die «Kriegsspiele» seien sehr teuer. Südkorea leiste seinen Beitrag für die Manöver, «aber nicht 100 Prozent». Sie sollten eingestellt werden, sagte Trump, ohne aber Einzelheiten zu nennen.

Auch wolle er die in Südkorea stationierten US-Soldaten zurückholen. Doch diese Frage sei «jetzt nicht Teil der Gleichung», sagte er mit Blick auf seine Gespräche mit Kim über eine Lösung des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm und eine Friedenslösung für die koreanische Halbinsel.

Südkoreas Präsident Moon Jae In würdigte den Gipfel Trumps mit Kim als bedeutenden Schritt hin zum Frieden. Er äußerte sich aber nicht zu den Manövern, die ein wichtiger Bestandteil des Bündnisses mit den USA sind. Diese haben derzeit 28 500 Soldaten in Südkorea als Abschreckung gegen Bedrohungen durch Nordkorea stationiert. Nordkorea warf den USA in der Vergangenheit regelmäßig vor, durch ihre gemeinsamen Manöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was von beiden stets bestritten wurde.

Es gebe keine «aktualisierte Weisung zur Durchführung oder Einstellung der Übungen», hieß es in einer Stellungnahme der US-Streitkräfte Korea (USFK). Das gelte auch für die Übung «Ulchi Freedom Guardian», die für den Herbst geplant sei.

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Leserkommentare

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Ingo Kerp 13.06.18 13:19
So ist das, Herr Moon Jae, erst tritt Trump den G6 "Freunden" vors Schienbein und jetzt ist eben S.Korea an der Reihe. Ganz nach Belieben von Trump, wie es ihm am besten in den Kram paßt. Man hoere die warnenden Stimmen aus dem Iran an Kim.