Bio-Cannabis aus der Apotheke in der Schweiz

Studie «Zürich Can» 

Foto: Pixabay/Nickype
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ZÜRICH: Einige Kiffer in Zürich können sich ihr Cannabis im Rahmen einer Studie künftig ganz legal aus der Apotheke holen. Die Stadt will abklären, wie sich die regulierte Abgabe auf die Konsumenten auswirke, teilten die Verantwortlichen am Dienstag mit. Das Cannabis soll in Bio-Qualität und zu günstigen Schwarzmarkt-Preisen verkauft werden. Ziel sei es, «relevante Erkenntnisse zum bestmöglichen Umgang mit Cannabis zu liefern», sagte der Grünliberale Gesundheitsvorstand Andreas Hauri (GLP). Die Studie «Zürich Can - Cannabis mit Verantwortung» wird von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich geleitet.

Insgesamt gebe es etwa 140.000 bis 150.000 Cannabis-Konsumenten in Zürich. «Durch ein Verbot lässt sich dieser Konsum nicht aufhalten, durch ein Verbot kommt aber die Prävention zu kurz», so Hauri. Das abgegebene Cannabis soll vor dem Verkauf standardisiert und geprüft werden. Bei illegal bezogenem Cannabis könnten schwankende Mengen von Tetrahydrocannabinol (THC) festgestellt werden. Das ist der rauschbewirkende Bestandteil der Hanfpflanze. Zunehmend kämen auf dem Markt auch synthetische Cannabinoide vor, die schwere Gesundheitsschäden verursachen könnten, so die Verantwortlichen.

Im Rahmen der Studie sollen sogenannte Social Groups gegründet werden, in denen Männer und Frauen das Cannabis gemeinsam kaufen und konsumieren. Studienteilnehmer werden voraussichtlich ab August 2022 gesucht. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein, im Kanton Zürich leben und bereits Cannabis konsumieren. Die begrenzt abgegebenen Produkte sollen in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen und Stärken verfügbar sein. Für Polizeikontrollen erhalten Probanden einen Ausweis, der sie zum Kauf, Besitz und Konsum der Droge berechtigt.

Die Schweiz hatte dieses Jahr einen Experimentierartikel im Betäubungsmittelgesetz in Kraft gesetzt, der die dreieinhalbjährige Studie ermöglicht. Andere Städte zeigten ebenfalls bereits Interesse.

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Rene Amiguet 16.09.21 14:20
Einsicht
Jammerschade das so etwas möglich wird. Viele Leute und ich wurden deswegen kriminalisiert und der Freiheit beraubt und ganz schlimm ist es dass sie vorbestraft wurden und in ihrer beruflichen Karriere quasi schwer behindert wurden. Hingegen durfte man sich bis zur Bewusstlosigkeit besaufen und das war alles ganz normal. Ich finde es grossartig dass das Paffen nun legal wird für die neue Generation. Hier schwingt bei mir auch ein leises Beneiden mit.