Deutscher Arbeitsmarkt braucht Zuwanderung aus Nicht-EU

Ein Asylbewerber aus Somalia, der zuvor als Schweißer ausgebildet wurde, arbeitet in einer Firma an einem Stahlsegment. Foto: Patrick Pleul/Zb/dpa
Ein Asylbewerber aus Somalia, der zuvor als Schweißer ausgebildet wurde, arbeitet in einer Firma an einem Stahlsegment. Foto: Patrick Pleul/Zb/dpa

GÜTERSLOH (dpa) - Der deutsche Arbeitsmarkt kommt nicht ohne Zuwanderung aus. Um den Bedarf zu decken, spielen Migranten aus Nicht-EU-Ländern künftig eine zunehmend wichtige Rolle, sagt eine Studie voraus.

Der deutsche Arbeitsmarkt braucht einer Studie zufolge mittel- und langfristig jedes Jahr mindestens 260.000 Zuwanderer. Das Angebot an Arbeitskräften werde angesichts der alternden Gesellschaft ohne Migration bis zum Jahr 2060 um rund 16 Millionen Personen - also um fast ein Drittel - massiv schrumpfen. Das prognostiziert eine Untersuchung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die am Dienstag in Gütersloh veröffentlicht wurde.

Die Einwanderung aus anderen EU-Ländern werde im Vergleich zu den vergangenen Jahren künftig abnehmen. Denn Wirtschaftskraft und Lebensqualität näherten sich voraussichtlich allmählich an und der Reiz sinke, einen Job in Deutschland zu suchen. Folglich komme der Zuwanderung aus außereuropäischen Drittstaaten eine wachsende Bedeutung zu. Das betonten Experten des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung und der Hochschule Coburg, die die kommenden vier Jahrzehnte in den Blick genommen hatten.

Im Jahresdurchschnitt seien 114.000 Zugänge aus dem EU-Ausland und 146.000 aus Drittstaaten erforderlich, um den demografiebedingten Rückgang des Arbeitskräfte-Angebots auf ein «für die Wirtschaft verträgliches Maß» zu begrenzen. Die Zuwanderung aus anderen EU-Ländern war in den vergangenen Jahren noch kräftig ausgefallen - 2017 mit einem Saldo von etwa 250.000 Personen laut Studie.

In dem Maße, in dem der Zuzug aus der EU abnehme, werde der Bedarf an Immigranten aus Drittstaaten aber wachsen: Bis 2035 brauche der deutsche Arbeitsmarkt jährlich fast 98.000, zwischen 2036 und 2050 dann alljährlich nahezu 170.000 und zwischen 2051 und 2060 schließlich beinahe 200.000 Zuwanderer aus Nicht-EU-Ländern. Das macht im Schnitt also von 2018 bis 2060 pro Jahr 146.000 Migranten aus Drittstaaten.

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Peter Spranz 14.02.19 22:02
Wenn man die Deutschen Facharbeiter für ihre Leistungen richtig entlohnen würde , würden diese nicht die Flucht ergreifen. Und man müsste nicht auf diese Leute angewiesen sein . Wohlgemerkt diese werden gefördert und überbezahlt vom ersten Tag an . Und für den Deutschen Facharbeiter ist kein Geld da ! Wie soll denn der Deutsche mit 2000 € eine Familie ernähren , wenn der schon fast 1000 € an Miete zahlen muss im Monat . Da ist doch die Flucht in das Nachbarland wie Dänemark oder Schweden der beste Weg .
Johann Riedlberger 13.02.19 11:47
Auch wenn man annimmt,
dass der Bedarf für die Einwanderung vorhanden ist, wird das ein Wunschdenken bleiben. Deutschland hat innerhalb der OSZE die höchste Abgabenquote, das ist für mobile und professionelle Bewerber kein Magnet. Es wird sich auch herumgesprochen haben, dass "Facharbeiter" durch die verfehlte Migrationspolitik ein Schimpfwort geworden ist. Es gibt attraktivere Ziele!