Stromausfälle in Ukraine nach russischen Luftschlägen

Eine einheimische Frau trägt Kohle zum Heizen ihres Hauses in der Siedlung Spartak bei Donezk. Foto: epa/Alessandro Guerra
Eine einheimische Frau trägt Kohle zum Heizen ihres Hauses in der Siedlung Spartak bei Donezk. Foto: epa/Alessandro Guerra

KIEW: Russland überzieht die Ukraine einmal mehr mit Drohnen- und Raketenangriffen. Getroffen wurde erneut Energieinfrastruktur - mit Folgen für die Menschen im ganzen Land.

Nach neuen russischen Luftschlägen gegen die Energieinfrastruktur in der Ukraine haben Versorger weitere Stromausfälle in dem angegriffenen Land angekündigt. Wegen der Schäden durch die russischen Angriffe sei in der gesamten Ukraine mit stundenweisen Ausfällen bei der Versorgung zwischen 14.00 Uhr (13.00 Uhr MESZ) und 24.00 Uhr (23.00 MESZ) zu rechnen, teilte der Energiekonzern Ukrenergo (Ukrenerho) am Samstag mit.

Russland greift in seinem seit mehr als zwei Jahren andauernden Krieg gegen die Ukraine immer wieder gezielt Objekte der Energieinfrastruktur an. Überall im Land laufen Instandsetzungsarbeiten.

Moskau hatte in der Nacht zum Samstag bei neuen Luftangriffen in den ukrainischen Gebieten Saporischschja und Lwiw (früher Lemberg) Energieinfrastruktur beschädigt. Zwei Menschen seien im Gebiet Saporischschja verletzt worden, teilte Ukrenergo mit. Details zu den Schäden nannte das Unternehmen nicht. Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte griffen die Russen mit taktischen Bombern und mit Drohnen an. 13 Drohnen und 12 Raketen seien abgeschossen worden, hieß es.

Russland will mit den Angriffen auf die Energieinfrastruktur auch die Bevölkerung demoralisieren. Das Stromnetz brach zwar nicht zusammen, aber Millionen Ukrainer und Ukrainerinnen saßen ohne Elektrizität und damit auch ohne Heizung und Wasser immer wieder im Dunkeln. Die Kiewer Wirtschaftshochschule KSE hat in einer Studie Gesamtschäden von 56,2 Milliarden US-Dollar (52 Milliarden Euro) an der Energieinfrastruktur ermittelt. Besonders betroffen waren demnach Elektrizitätskraftwerke, Stromleitungen und auch Anlagen des Öl- und Gassektors.

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Ingo Kerp 23.06.24 13:20
Jetzt geht es den russ. Streitkräften offensichtlich mehr um die Infrastruktur, als um milit. Ziele. Immerhin wurde bereits eine 3000 kg Bombe auf ein Ziel neben einem Hospital in der UKR eingesetzt. Wenn diese Bombardierung anhalten, dürfte bis zum Winter die ukr. Energieversorgung zerstoert sein.