Strengere Regeln für Müllexporte aus EU

Verordnung tritt in Kraft

Foto: Pixabay/Vkingxl
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BRÜSSEL: 35 Millionen Tonnen Müll - so viel ging laut der Europäischen Kommission im vergangenen Jahr aus der Staatengemeinschaft in Nicht-EU-Länder. Neue Regeln sollen für eine strengere Kontrolle sorgen.

An diesem Montag ist in der EU eine neue Verordnung für strengere Regeln für Müllexporte in Drittstaaten in Kraft getreten. Ziel sei sicherzustellen, dass die EU mehr Verantwortung für ihre Abfälle übernehme, teilte die EU-Kommission mit. Seit 2004 haben die Abfallausfuhren aus der EU in Nicht-EU-Länder demnach um 72 Prozent zugenommen. Im vergangenen Jahr seien es 35 Millionen Tonnen Müll gewesen.

Ab Mai 2027 soll Müll den Angaben nach nur noch in Länder außerhalb der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) exportiert werden, wenn das Zielland explizit zustimmt und eine nachhaltige Verarbeitung des Mülls nachweisen kann. Schon ein halbes Jahr früher, ab November 2026, werde außerdem für zweieinhalb Jahre die Ausfuhr von Kunststoffabfällen in Nicht-OECD-Länder verboten. Der OECD gehören die meisten EU-Länder an, aber auch zum Beispiel die USA, Türkei und Mexiko. Auch zur Bekämpfung des illegalen Abfallhandels soll die neue Verordnung beitragen, etwa durch «abschreckendere Sanktionen gegen Kriminelle».

Der Kommission zufolge ergänzen die Vorschriften die neue Richtlinie über Umweltkriminalität, die ebenfalls an diesem Montag in Kraft getreten ist. Diese umfasst den Angaben nach eine Liste der schwersten Verstöße gegen Umweltauflagen. Die Mitgliedstaaten müssten sicherstellen, dass diese in ihrem nationalen Recht als Straftaten gelten, hieß es. Als Beispiele für neu eingeführte Kategorien von Straftaten werden etwa schwerwiegende Verstöße gegen die Vorschriften über Chemikalien oder illegale Wasserentnahme genannt.

Nach den jüngsten Zahlen des Statistikamts Eurostat zu den Zielländern der Müllexporte aus der EU ging 2022 der meiste Abfall in die Türkei (12,4 Millionen Tonnen), gefolgt von Indien (3,5 Millionen Tonnen) und dem Vereinigten Königreich (2,0 Millionen Tonnen).

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Johann Mueller 21.05.24 15:00
@Hansruedi Bütler 21.05.24 12:25
Khun HANSRUEDI - sehr schöne Anekdote - auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst du Schönes bauen. Fazit; Glück ist kein Ziel, sondern ein Weg. VG
Hansruedi Bütler 21.05.24 12:25
Kleine Anektode zum Müll
Eines Tages gab ein reicher Mann einem armen Mann einen Korb voller Müll. Der arme Mann lächelte ihn an und ging mit dem Korb fort.
Er leerte und reinigte ihn und füllte ihn mit wundervollen Blumen.
Er ging zurück zu dem reichen Mann und überreichte ihm den Korb mit den Blumen.
Der Reiche staunte sehr und fragte: "Warum hast du mir diesen Korb voller wunderschöner Blumen gegeben, wo ich dir doch einen Korb voller Müll gab?"
Der Arme antwortete: "Weil jeder das gibt, was er im Herzen hat!"
Thomas Knopf 20.05.24 15:40
Abfall-Beseitigung
Immer mal wieder interessant, wie heute noch Spät-Kolonialismus funktioniert.
Und was für ein Armutszeugnis für die sogenannte entwickelte Länder.
Welche es bisher nicht schaffen, ihren "normalen" Müll erst überhaupt nicht entstehen zu lassen, geschweige denn, ihn unproblematisch für nachfolgende Generationen zu entsorgen.
Und dann gibt es schon wieder gegnügend
Fans, welche für weiteren AtomMüll plädieren. Getreu dem Motto : die zukünftigen Generationen werden es schon richten. Aber selbst das einlagern selbigem auf dem Mars hilft nicht, wie wir wissen.
Den Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück