Streit um Tibet: China beschränkt Visa für US-Bürger

Zhao Lijian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, ist Pressesprecher in Peking. Foto: epa/Wu Hong
Zhao Lijian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, ist Pressesprecher in Peking. Foto: epa/Wu Hong

PEKING: Nach der Ankündigung von US-Sanktionen wegen eines Streits um den Zugang zur Region Tibet hat China seinerseits Beschränkungen gegen die USA angekündigt. US-Bürger, die sich in Tibet-Fragen «schlecht benehmen», würden künftig mit Visabeschränkungen belegt, sagte Zhao Lijian, ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums, am Mittwoch in Peking. Damit reagierte China auf zuvor von den USA angekündigte Einreisebeschränkungen für Chinesen.

«Leider hat Peking weiterhin systematisch Reisen von US-Diplomaten und anderen Beamten, Journalisten und Touristen in die Autonome Region Tibet und in andere tibetische Gebiete behindert», hatte zuvor US-Außenminister Mike Pompeo am Dienstag (Ortszeit) mitgeteilt. Deshalb würden mit sofortiger Wirkung entsprechende Einreisebeschränkungen gegen Personen erlassen, die in der chinesischen Regierung oder in der Kommunistischen Partei «maßgeblich an der Formulierung oder Durchführung von Richtlinien für den Zugang von Ausländern zu tibetischen Gebieten beteiligt sind».

Tibet ist eine autonome chinesische Region im Hochland des Himalaya. Der völkerrechtliche Status des Gebiets ist umstritten, die tibetische Regierung mit dem Dalai Lama lebt im indischen Exil. Chinas Führung unterdrückt Unabhängigkeitsbestrebungen der etwa fünf bis sieben Millionen Tibeter und beschränkt auch die Reisen von Ausländern in das Gebiet.

Der Zugang zu Tibet sei von großer Wichtigkeit für die Stabilität der Region angesichts der Menschenrechtsverletzungen dort, hieß es in der Mitteilung des Außenministeriums in Washington.

Das Verhältnis zwischen den USA und China hatte sich in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Krise eingetrübt. Im Mai waren bereits Aufenthaltsgenehmigungen von chinesischen Journalisten in den Vereinigten Staaten auf 90 Tage begrenzt worden.

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Norbert Kurt Leupi 09.07.20 20:24
Fluch oder Segen ?
Für die einen erträglich , die anderen unerträglich ! Bewiesen ist , dass auf der Welt kein Problem gelöst wird , wenn wir träge darauf warten , dass Gott , Götter , Götzen oder selbsternannte " Lebensphilosophen ", sich darum kümmern ! Amen !
Thomas Knauer 09.07.20 19:07
@Herr Pires die jüdischen Bürger von Judäa und Samaria haben vor ca 1800 Jahren das Land verlassen, sicher nicht freiwillig und sind erst im 20Jahrhundert dorthin zurück gekommen. Bei den Gebietsansprüchen Chinas auf das tibetische Territorium handelt es sicher um ein berechtigtes, die massenweise Ansiedlung von Hanchinesen ist dagegen ein Verbrechen, löschen doch diese durch die schiere Anzahl die tibetische Kultur aus.
Thomas Knauer 09.07.20 17:34
Es ist leider eine vielfach verbreitete Mär das Tibet jemals ein souveräner Staat war. Es gab einen König und einen Lama die über das Land herrschten, einer als weltliches Oberhaupt, der andere als religiöses. Seit Jahrhunderten wurden Tribute abgeführt und die Herrschaft des Kaisers von China anerkannt. Als die Linie der Könige erlosch gelang es dem Lama beide Ämter in einer Person zu vereinen. Durch die lange Zeit der Nabelschau der Kaiser wurde außer der Entgegennahme des Tributes keine weitere Herrschaft desselben spürbar für die Menschen ausgeübt. Dies änderte sich nach der roten Revolution.
Unabhängig davon ist die Siedlungspolitik der Hanchinesen ein Genozid auf Raten.
Dracomir Pires 09.07.20 17:28
Es ist unerträglich ...
... was die Kommunisten in China mit Tibet anstellen. Der Welt scheint dies vollkommen egal zu sein. Sie zeigt lieber mit dem Finger auf das winzige Israel, dessen jüdische Bürger schon immer in Judäa und Samaria zu Hause waren!
Homer Pattaya 09.07.20 14:47
Lernt aus der Geschichte Chinas
Tibet wird immer ein Teil Chinas bleiben, es gibt keine tibetanische Regierung und es wird keinen Nachfolger des Dalai Lama geben, dies hatten schon viele Äbte verkündet, damit, unter den Augen Chinas, die Klöster ihre traditionelle Arbeit fortsetzen können.