Strategien gegen Übertourismus

Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit
Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Thailand, ein weltweit führendes Reiseziel, steht vor einer Herausforderung, die sich in vielen Touristenhotspots weltweit widerspiegelt: der Überfüllung beliebter Reiseziele. Der World Travel and Tourism Council (WTTC) schlägt vor, dieses Problem durch den Ausbau der Infrastruktur und eine bessere Verteilung der Touristen auf neue Ziele anzugehen.

Julia Simpson, Präsidentin und CEO des WTTC, betont die Notwendigkeit eines effektiven Managements und einer engen Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften, um den Tourismusfluss zu steuern und gleichzeitig die Lebensqualität der Einheimischen zu schützen.

Die steigende touristische Nachfrage hat nach der Pandemie in einigen Regionen bereits zu Spannungen geführt, mit Protesten gegen den Massentourismus als Folge. Simpson schlägt vor, den Reiseverkehr außerhalb der Spitzenzeiten zu fördern und digitale Ticketing-Systeme einzuführen, um die Besucherströme zu kontrollieren.

Ein Paradebeispiel hierfür ist das Management der Berggorilla-Touren in Ruanda, wo hohe Eintrittspreise (1.500 US-Dollar) nicht nur den Artenschutz fördern, sondern auch die lokale Wirtschaft stärken. Ein ähnliches System wird für die Besichtigung der Werke Antoni Gaudís in Barcelona genutzt, das es ermöglicht, die Besucher auf verschiedene Sehenswürdigkeiten zu verteilen und die kulturelle Substanz der Stadt zu bewahren.

Simpson sieht großes Potenzial darin, Besucher zu ermutigen, über die üblichen Hotspots hinaus andere Regionen Thailands zu erkunden. Die gute Infrastruktur und eine breite Palette an kulturellen Erfahrungen können dabei helfen, die Besucherströme besser zu managen. Gleichzeitig weist sie auf die Notwendigkeit hin, die wirtschaftliche Abhängigkeit von diesem Sektor zu diversifizieren, um langfristig nachhaltiges Wachstum zu sichern.

Während der jüngsten Jahreshauptversammlung der International Air Transport Association (IATA) in Dubai betonte Simpson auch die Rolle des Tourismus in der globalen Diplomatie. Länder wie Saudi-Arabien nutzen den Sektor, um kulturelles Verständnis und internationale Beziehungen zu fördern. Selbst in der Ukraine sieht sie, trotz der aktuellen Konfliktsituation, eine zukünftige Chance für den Tourismus, den Wiederaufbau des Landes zu unterstützen.

Der Tourismussektor steht vor der Herausforderung, sich neu zu erfinden. Mit einem erwarteten Umsatz von über 11 Billionen US-Dollar im Jahr 2024 und der Beschäftigung von mehr als 348 Millionen Menschen weltweit, zeigt sich, dass der Reise- und Tourismusbereich nicht nur eine wesentliche wirtschaftliche Säule darstellt, sondern auch ein kraftvolles Instrument für sozialen und ökologischen Fortschritt sein kann.

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Reini 15.06.24 03:10
Die Büchse der Pandora
Da bei uns in Tirol und Salzburg läuft es gleich....Wir Einheimischen vermieten und verpachten keine Alm und Berghütten mehr....meine Bekannte in LANNA sind gottseidank anderes als der Süden in Thailand. Da oben hat man Ruhe , und man bekommt nur schwer was gutes in exquisiter Lage ohne Connection , das ist gut so. Wir haben auch genug von den Turnschuh Touristen, die wir immer aus den Bergen bergen müssen....ordentlich die Preise anziehen dann hat wenigstens der einheimische was davon .
Dirk 14.06.24 16:30
Alles wird auf mehr Tourismus getrimmt und nun wird vor Übertourismus gewarnt. Ich denke,das der Eindruck von "zuviel" bei den Reisenden selbst angekommen ist und diese lieber woanders hinfahren
Thailand Fan 14.06.24 16:20
Das hat natürlich wenig bis nichts mit Logik zu tun, sich gegenseitig beim Erfinden neuer (teils haarsträubender) Ideen zur Ankurbelung und Steigerung der Touristenzahlen abzufeiern, aber nun vor den Folgen des unbegrenzten Massentourismus zu warnen.
Bei allem, was nun angedacht werden wird, um Touristenströme umzuleiten und zu verteilen, sollte eines nicht vergessen werden: In strömendem Regen oder knietiefem Wasser verliert der schönste Tempel oder die netteste Straße ihren Reiz. Die Regenzeit kommt jährlich wieder und lässt sich nicht behördlich regulieren.
Andreas Hamm 14.06.24 13:30
@ Herr Schär:

Das hoffe ich auch
Titus 14.06.24 13:20
Heinz Schär 14.06.24 13:00
Ich hoffe...
Das der Isaan weitgehenst touristenfrei bleibt.
Ingo Kerp 14.06.24 13:00
Ist man jetzt in Thailand aufgewacht? Den Übertourismus hat man schon in etlichen Urlaubsregionen und der Widerstand der Einheimischen wird massiver. Noch foerdert man den Tourismus in Thailand mit etlichen Plänen, Ideen und auch schon umgesetzten Maßnahmen. Es dauert nicht mehr lange und die ganzen Bemühungen der TAT und Touribehoerde fallen ihnen auf die Füße.
Oliver Harms 14.06.24 11:10
Lächerlich
Höhere Preise bedeutet nichts weiter als Urlaub nur für Reiche und die Normalverbraucher an den heimischen Baggersee.
Die ist mit Sicherheit eine von den Grünen.
Genau so ein Blödsinn ist die Idee Besucher die sich Bangkok ansehen wollen nach Udon oder Buriram oder sonst wohin schicken zu wollen.