Strandpromenade nicht gerade Weltklasse

Strandpromenade nicht gerade Weltklasse
Strandpromenade nicht gerade Weltklasse

Pattaya wächst und floriert weiter, eine Erfolgsgeschichte, die Attraktivität der Stadt lässt sich durch nichts mindern, wenn die Europäer weniger Geld in die Hand nehmen können, holt man sich halt Ersatz in der nicht so weit entfernten Umgebung. Auf jeden Fall ist Pattaya kein Schmuddelwort mehr, nein, man geht stolz in die Party-Stadt, wo alles so nahe beieinander liegt. Nichts, nicht die miserable Luftqualität, nicht der sehr zweifelhafte Zustand des Meerwassers, Verkehrsgefahren, Kriminalität etc. vermögen nun am Bild zu kratzen, man will es hier, einfach gesagt, nur lustig haben. Und wer einmal hier war, kommt fast mit Sicherheit wieder.

Ein relativ gut geölter älterer Franzose hat sich kürzlich, total unerklärlich, auf der Wache Soi 9 gemeldet mit der Klage, dass hier alles so sex-orientiert sei. Wegen der sprachlichen Unvereinbarkeit dauerte das Lamento lange, aber der farang-erprobte Wachtmeister konnte dem Unzufriedenen letztlich ruhig, aber bestimmt klar machen, dass die meisten Besucher nicht wegen der Wasserfälle nach Pattaya kommen.

Das große Bild

Das Ministerium für Bildung hat letzte Woche Englisch als zweite Sprache an den Schulen offiziell anerkennen wollen. Unverständlicherweise wird man nun für die rund 3000 Schulen im Lande aber ‘’Amerikaner im Ruhestand’’ suchen, um den Thai-Schülern die Sprache beizubringen. Das kann doch wieder nicht gutgehen, man will ja Englisch lernen. Vielleicht kann man das Ganze ja noch richtig durchdenken. Das Problem ist auf jeden Fall erkannt. Aber nach neuesten Meldungen wird Englisch nun nicht 2. Hauptsprache, sondern 1. Fremdsprache, "weil sonst der Eindruck entstehen könnte, Thailand sei einst kolonisiert worden" (Originalton).

Nun kommt noch ein neues Problem dazu. Die ASEAN plant ab 2015 die freie Bewegung von ausgebildeten Arbeitskräften. Nun hat die Abteilung "Ausbildung von Fachkräften" des selben Ministeriums Alarm geschlagen und zu bedenken gegeben, dass zum jetzigen Zeitpunkt der Thai-Arbeitsmarkt gar nicht in der Lage wäre, auf dem Niveau anderer Länder mitzueifern, da der Bildungs-Standard hier eher unterdurchschnittlich sei. Das kommt davon, wenn man sich in einer geschützten Werkstatt abschottet. Die Rangliste des int. Institut für Unternehmensführung platzierte Thailand kürzlich auf Rang 47 von total 57 in der Sparte Bildungs-Effizienz.

Das Office des Vize-Bürgermeisters meldet, dass 70% der Überwachungskameras nicht funktionstüchtig sind. Ohne Kommentar.

Monorail

Angesichts der Annahme, dass die Stadt weiterhin rasant wachsen wird und die Infrastruktur der Entwicklung immer um Jahre hinterher hinken wird, bilden sich bei Politikern und Budgetverwaltern Träume und Gelüste für Mega-Projekte, auch wenn diese nicht viel Sinn machen, aber es wird ja viel Geld verteilt werden können. So plant man eine Monorail, die in etwa von der City Hall bis zum Bali Hai Pier verlaufen sollte. Da findet diese dann Anschluss an die "Bridge to Nowhere", die Brücke nach Nirgendwohin, ein altes Relikt von vormaligen Planern.

Frage: Die Einheimischen sind ja nicht gerade bekannt für ihre Lust am Wandern oder zu Fuß zu gehen. Wie kommen diese dann zur Station der Monorail? Mit Auto oder Töff, natürlich, aber wo werden diese dann abgestellt? Oder wenn man schon das Taxi zur Station nimmt, kann man ja gleich damit weiter fahren, oder nicht???

Walking Street

Also, man kann das drehen und wenden wie man will, die nächtliche Unterhaltung konzentriert sich zunehmend vor allem auf die Walking. Das ist die eine Entwicklung, die andere, dass sich die Walking beginnt zu teilen, mit der Schnittstelle etwa auf der Höhe von "Tony’s Disco", wo mittlerweile bereits alles arabisch angeschrieben und auch die Flagge Pakistans gehisst ist. Der hintere Teil der Walking ist schon ganz gut in türkischen, arabischen und indischen/pakistanischen Händen. Andererseits haben wir den vorderen Teil der Walking, in deren Zentrum, bei der Mündung in die Soi Diamond, sich heutzutage die Haupt-Action abspielt. Der große Teil der Bars, offen oder Go-Go, ist derart erfolgreich und voll, ob Haupt- oder Nebensaison, dass sich nun noch mehr Investoren entschlossen haben, Geld in die Hand zu nehmen, und wo einstmals ein indischer Schneider war, entsteht neu eine dreistöckige Go-Go, scheinbar gleich daneben noch eine weitere mit dem interessanten Namen "Alcatraz", da werden sicher bald ein paar Ketten geschwungen werden.

Die Schreibweise

Unser Kommentar zu wie man thailändische Ortsnamen oder allgemein Namen etc. richtig buchstabiert, hat erfreulicherweise Resonanz gefunden, wahrscheinlich wegen des Seitenhiebs auf den nicht ganz nüchternen Anglo-Saxon, der die ABC-isierung einstmals für die Einheimischen gemacht hat. Die korrekte Schreibweise ist heute genau geregelt, einzig im Pass-Office in Bang Na und in entfernten Bezirksämtern hat es noch gewisse "Taschen des Widerstands" beim Buchstabieren von Personennamen. Thailändische und westliche Sprachkundler haben sich unter der Haube des Royal Institute in Bangkok zusammengetan und einfache, klare Regelungen für die ABC-Schreibweisen erarbeitet.

Falls es Sie interessiert, die Webseite "http://en.wikipedia.org/wiki/Provinces_of_Thailand" bietet neben vielen allgemeinen Informationen auch die korrekten Schriftweisen von allen Thai-Dörfern, Gemeinden, Bezirken, Provinzen. Selbstverständlich kann man auch die Kolumne kontaktieren oder um Rat fragen, wenn etwas nicht klar sein sollte: redaktion@der-farang.com Rubrik "Beobachtungen".

Und wenn wir schon beim Schreiben sind, à¢Õ¹àÊ×ÍãËéÇÑÇ¡ÅÑÇ = "jemanden einschüchtern" (= einen Tiger malen, damit die Kuh Angst hat) à¢Õ¹´éÇÂÁ×Íź´éÇÂà·éÒ = "mit der Hand schreiben, mit dem Fuss ausradieren" (man muss nicht Detektiv sein, um zu sehen, dass das heißt "Worte und Taten sind nicht dasselbe").• • •

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