Staatssicherheit enttarnt mutmaßliche MI6-Spione in Chinas Regierung

Große Halle des Volkes in Chongqing. Foto: Freepik@vichie81
Große Halle des Volkes in Chongqing. Foto: Freepik@vichie81

PEKING: Im Mai brachte Großbritannien drei Männer vor Gericht, die für Hongkongs Geheimdienst spioniert haben sollen. Nun deckt China einen Fall mit Verbindungen zum MI6 auf. Es ist nicht der Erste.

Chinas Staatssicherheit hat nach eigenen Angaben zwei Spione des britischen Auslandsheimdienstes MI6 enttarnt. Aufgeflogen sei ein chinesisches Ehepaar, das in Einrichtungen der Zentralregierung in Peking gearbeitet habe, teilte die Staatssicherheit am Montag mit. Demnach studierte der verdächtigte Mann im Jahr 2015 über ein Austauschprogramm in Großbritannien und wurde dort vom MI6 angeworben.

Bei Einladungen zum Abendessen und während Ausflügen hätten getarnte britische Geheimdienstmitarbeiter den Mann besser kennengelernt und ihm anschließend Geld gegen Beratungstätigkeiten geboten, hieß es weiter. Später habe sich der MI6 zu erkennen gegeben, den Mann gegen höhere Bezahlung zum Spion ausgebildet und ihn nach China zurückgeschickt. Gegen einen weiteren Aufschlag überzeugte er demzufolge dort auch seine Ehefrau, die in einer wichtigen Abteilung arbeitete, ebenfalls Informationen zu sammeln.

Laut chinesischem Geheimdienst wird der Fall weiter untersucht. In welchen Behörden das Paar tätig war und wann die beiden enttarnt worden sein sollen, ging aus der Mitteilung nicht hervor. Chinas Staatssicherheit hat seine Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut und warnt immer wieder vor Spionen. Mitunter macht die Behörde so auch Spionagefälle publik.

Im Januar beispielsweise hatte die Staatssicherheit schon einen Fall veröffentlicht, in den der MI6 demnach verwickelt gewesen sein soll. Im Mai wiederum hatte Großbritannien drei Männer angeklagt, die für den Geheimdienst Hongkongs - die frühere britische Kronkolonie und heutige chinesische Sonderverwaltungsregion - tätigt gewesen sein sollen.

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