Staat nimmt private Hospitäler unter die Lupe

Foto: nimon_t / Fotolia.com
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THAILAND: Die seit Wochen anhaltende Diskussion über hohe, überhöhte oder gar unverschämt hohe Honorare, Gebühren und Preise privater Krankenhäuser geht ein Stück weit am Thema vorbei. Anders als staatliche Hospitäler sind private Krankenhäuser auf Gewinn ausgerichtet. Deshalb müssen sie höhere Rechnungen als staatliche Spitäler ausstellen.

Gebäude und Einrichtungen der privaten Häuser ähneln teilweise einem Fünf-Sterne-Hotel. Private halten mehr Personal als staatliche Spitäler vor, vor allem Fachärzte und erfahrenes Pflegepersonal. Für die Diagnose stehen moderne, immens teure Geräte zur Verfügung, ebenso gut sind die Rehabilitationszentren ausgestattet. Alles kostet und muss über die Einnahmen finanziert werden, während sich staatliche Krankenhäuser aus dem Topf des Gesundheitsministeriums bedienen.

Überhöht bis unverschämt hoch sind die Preise für Tabletten, Salben, Tropfen und Sprays. Eigentlich müssten Medikamente in privaten Hospitälern preiswerter als in Apotheken sein, denn große Häuser oder Krankenhaus-Gruppen können sie sicherlich mit Nachlässen einkaufen. Doch die Privaten verlangen erheblich mehr als Apotheken.

Deshalb hat eine von den staatlichen Gesundheitsbehörden eingesetzte Kommission vorgeschlagen: Ärzte sollten ihren Patienten ein Rezept aushändigen, mit dem die Medizin in Apotheken erworben werden kann. Oder die Hospitäler sollten ihre Forderungen reduzieren und ihre Preise öffentlich machen, also aushängen. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass Krankenhaus-Ärzte Medikamente verschreiben, die Apotheken nicht verkaufen dürfen.

Neu geregelt werden soll nach Ansicht der Kommission die Aufnahme von Notfallpatienten in privaten Häusern. Die ehemalige Regierung unter Yingluck Shinawatra hatte beschlossen, dass alle Spitäler, also auch die privaten, Notfallpatienten aufnehmen und bis zur Verlegung in ein anderes Krankenhaus behandeln müssen. Die Privaten beklagen, dass sie auf ihre Ausgaben sitzen blieben, wenn weder der Notfallpatient noch eine Krankenversicherung für die anfallenden Kosten aufkämen.

Laut der Kommission soll jetzt der Begriff „Notfall“ klar definiert werden. Notfallpatienten müssen in privaten Häusern bis zu 72 Stunden ärztlich versorgt werden. Dafür sollen sie einen noch festzulegenden Zuschuss erhalten, der höher ausfallen soll als der jetzige. Nach 72 Stunden muss die jeweilige Krankenkasse die Rechnungen übernehmen. Ist der Patient nicht versichert und nicht transportfähig, kommt das National Institute of Emergency Medicine (NIEM) für die weiteren Kosten auf. Verweigert ein Patient die Verlegung in ein staatliches Krankenhaus, muss er selbst für die Ausgaben aufkommen.

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Peter Grob 06.06.15 02:28
Staatliches Hospital gleich Selbstmord
Hr. Pfau da muss ich Ihnen leider nicht Recht geben. Kenne vier Fälle wo man einen Thai innert vier Tagen in solchen staatlichen Kliniken sterben liess. Lebte jahrelang in Yasothon mit meinem Thai Freund. Sein Blutzucker war meistens viel zu hoch. Etliche male ging Er in den Spital. Er musste Sich täglich zwei Insulin Spritzen geben. Als seine Werte über 500 waren ging es Ihm sehr schlecht und Er ging wieder in die staatliche Klinik wo es in einem Zimmer mind. 20 Patienten hatte. Die Matratze vom Bett war max. 2 cm. dick. Als Er vier Tage später starb betrug der Blutzucker noch einen Wert von 30. Man hatte Ihn mit Unmengen von Insulin entfernt. Auch ich musste mal Notfallmässig in diese Klinik da ich eine Trombhose im Bein hatte. Man gab mir Unmengen von Tabletten welche nichts brachten. Musste dann nach Bangkok in einen Super Spital welchen man mit einem 5 Sterne Hotel vergleichen konnte. Der Arzt musste nur den Kopf schütteln als Er sah welche Tabletten man mir gab. Diese waren für das Herz bestimmt. Verbrachte dort vier Nächte was um die 70 000 Baht gekostet hatte. Ohne Probleme hatte das meine Krankenkasse von der Schweiz wo ich International versichert bin übernommen. Für diese Versicherung bezahle ich monatlich 11 000 Baht. Niemals würde ich in ein staatliches Spital auch wenn es Gratis wäre.
Walter Pfau 02.06.15 15:12
Spitalkosten und Hypokrates-Eid
Hallo Peter Jürg, Sie üben Ihren Beruf sicher auch nicht aus Nächstenliebe aus und erwarten eine adequate Entlohnung (oder Rente). Wahrscheinlich sind Sie gesetzlich krankenversichert und wissen noch nicht, dass der Beitrag der privat Versicherten die Versorgung der AOK-Kranken aufrecht erhält. Sicher, das liegt auch an unserem Krankenkassen System. Wer sich also in Thailand den Luxus einer Privat-Versorgung nicht leisten kann, der kann ruhig die öffentlichen Kliniken benutzen. Ich war schon 2 x in Thailand in einer öffentlichen Klinik und war sehr zufrieden mit der professionellen und sehr preiswerten (fast spottbilligen) Behandlung inclusive Medikation,Tabletten etc! Wer also meint er oder sie möchte nur in einer Privat-Klinik behandelt werden, soll auch gefälligst für den Luxus, der einem dort geboten wird, auch bezahlen oder eine Zusatzversicherung abschliessen. Wir leben nun mal in einer 2-, manchmal auch 3-Klassen Gesellschaft. Schön, dass die Thailand Regierung den "Notfall" neu definiert, ich habe aber große Zweifel, ob sich das bei der Mentalität der Thais auch durchsetzt.
Jürgen Franke 02.06.15 15:07
Liebe Leute
die erste Frage, die in Deutschland beim Arzt oder Krankenhaus gestellt wird, ist nach der Krankenkasse. Das haben die Thailänder nur übernommen, sonst nichts. Wer ohne ausreichenden Krankenschutz verreist, muss schon wissen, worauf er sich da einlässt. Mir passiert schon nichts. Reicht nicht. Aber ein Schlaumeier hat hier ja mal geschrieben, in seinem Fall zahlt die Botschaft.
Manfred Avgat 02.06.15 14:41
Wunschdenken
Dass die Farangs Geld haben ist bekannt,denn sie können ja auch nach Thailand fliegen und sich dort fast alles leisten. Das ist die Denke dieser Menschen in diesem Land,und danach wird gehandelt. An diesen Methoden wird sich in den nächsten Jahren auch nichts ändern,die Preise werden eher noch nach oben gehen.