Spektakuläre Neandertaler-Funde in Höhle

Höhlenmenschen-Figuren versuchen, in der Galerie 'Control the Element' als Teil der Dauerausstellung ein Feuer zu entfachen. Foto: epa/Andrzej Grygiel
Höhlenmenschen-Figuren versuchen, in der Galerie 'Control the Element' als Teil der Dauerausstellung ein Feuer zu entfachen. Foto: epa/Andrzej Grygiel

ROM: Es sind uralte Schädelreste und Knochenteile von Höhlenmenschen, die die Forscher in Italien begeistern: In der Guattari-Höhle am Circeo-Berg zwischen Rom und Neapel haben Wissenschaftler bei neuen Untersuchungen Überreste von weiteren neun Neandertalern gefunden. Das berichtete das italienische Kulturministerium am Samstag. Bereits seit Ende der 1930er Jahre war die Küstenregion als wichtige Fundstätte für Spuren der engsten Verwandten der heute lebenden Menschen bekannt. Die Zahl der Neandertaler aus der Guattari-Höhle habe sich damit durch die Suche seit 2019 auf nun elf erhöht, hieß es.

«Es ist eine außergewöhnliche Entdeckung, von der die ganze Welt sprechen wird», freute sich Italiens Kulturminister, Dario Franceschini. Acht der Urmenschen dürften etwa zwischen 50.000 und 68.000 Jahre alt sein, eine der Personen könnte sogar vor 100.000 Jahren als Jäger und Sammler durch die Küstenregion im heutigen Latium gestreift sein.

An den neuen Studien waren den Angaben nach Archäologen, Anthropologen und andere Forscher der Provinzen Frosinone und Latina sowie von der Universität Rom Tor Vergata beteiligt. Sie drangen in bisher unbekannte Zonen der Höhle vor und untersuchten umliegende Außenbereiche. Sie analysierten etwa mit Genanalysen Überreste von urzeitlichen Tieren und Pollen. Mit ihren Studien versuchen die Experten zu verstehen, wie die Neandertaler lebten und warum sie vor rund 40.000 Jahren ausgestorben sind.

«Die Entdeckung von Holzkohle und verbrannten Tierknochen bestätigt tatsächlich die Hypothese des Vorhandenseins eines richtigen Herdes», hieß es in der Mitteilung. Durch den Fund von Tierknochen, etwa von Elefanten, Höhlenbären, Wildpferden und Auerochsen, könnten die Experten die Umwelt und das damalige Klima allmählich rekonstruieren.

Neandertaler sind die engsten Verwandten der heute lebenden Menschen. Sie besiedelten Europa, den Nahen Osten, Zentralasien und das westliche Sibirien. Der Name stammt von Überresten ab, die im Neandertal bei Mettmann in Nordrhein-Westfalen entdeckt worden waren.

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Ben Frank 09.05.21 18:40
Inmitten des ganzen Betonstaubes ein Kopftuch, weiß kirschrot..... :-)))))
Rene Amiguet 09.05.21 16:20
Für Johann Müller
Ich bin da ganz anderer Meinung und glaube dass Ihre Zukunftsvariante ist zu pessimistisch ist und nur so eintreffen wird wenn die Menscheit sich z,B mit Atomwaffen selbst vernichtet. Aber sonst bin ich sicher dass die Evolution unaufhaltsam immer weiter geht und dass wir möglicherweise lernen das volle Potential unseres Gehirns zu nutzen lernen. Leider weiss niemand was geschehen wird aber ich bin eben ein Optimist.
Johann MUELLER 09.05.21 14:50
@René Amiguet 09.05.21 13:50
Hochinteressant - diese aussergewöhnlichen Entdeckungen aus der Antike von unseren
Expat-Vorfahren, namens Neandertalern. Nun zu Ihrer 50'000 Jahre Frage;
Augenzwinkernd, etwas Schmunzelnd und NICHT ganz ERNST zu nehmen, gebe ich Ihnen anbei meine Antwort ! Denke - in einigen tausend Jahren hat uns die Insektenwelt, d.h., die ganze Menschheit, längst aufgefressen. FAZIT; von UNS "Homo Sapiens" wird NICHTS mehr gefunden !! Beste Grüsse an Sie Herr Amiguet, aber auch ins Neandertal bei Mettmann in Nordrhein-Westfalen und bleibt ALLE gesund.
Rene Amiguet 09.05.21 13:50
Die grosse Frage
Ich habe mich schon oftmals gefragt und dies insbesondere beim besichtigen von endeckten Ausgrabungen aus der Anitke, auf der ganzen Welt: "Was werden die einmal noch finden von uns so nach 50'000 tausend Jahren oder mehr? Auf jeden Fall eine ganze Menge Beton Staub!