Speichel ist nicht nur zum Spucken da

Die von Bildhauer Volker-Michael Roth geschaffene Skulpturengruppe «Schleusenspucker» steht am Ufer des in die Rathenower Havel mündenden Stadtkanals. Foto: Soeren Stache/dpa-zentralbild/zb
Die von Bildhauer Volker-Michael Roth geschaffene Skulpturengruppe «Schleusenspucker» steht am Ufer des in die Rathenower Havel mündenden Stadtkanals. Foto: Soeren Stache/dpa-zentralbild/zb

HAMBURG: Iiih, die meisten Leute finden Spucke richtig eklig! Hätten wir aber keine Spucke im Mund, könnten wir nicht essen und auch nichts schmecken. Auch das Sprechen würde uns sehr schwerfallen. Ohne unsere Spucke würden viele Bakterien in unseren Körper gelangen und uns krank machen. Auch wenn sich einige vor der Spucke von anderen ekeln: Spucke kann viel und ist wichtig für unsere Verdauung.

Spucke oder Speichel ist ein Sekret. Ein Sekret ist eine Flüssigkeit, die aus einem Organ oder einer Drüse in den Körper kommt und dort eine ganz bestimmte Aufgabe hat. Speichel hat die Aufgabe, den Mund und alles, was er tut, zu unterstützen.

«Ohne Speichel würden wir unser Essen nicht herunterkriegen», sagt Martin Scherer. Er ist Arzt am Universitätsklinikum in der norddeutschen Stadt Hamburg. Wenn das Essen in unseren Mund kommt, wird es von unseren Zähnen zerkleinert. Der Speichel macht das Essen weicher. So können wir es leichter herunterschlucken. «Die Verdauung geht schon im Mund und nicht erst im Magen los», erklärt der Arzt.

Unser Speichel sorgt auch dafür, dass das Essen besser schmeckt. Wenn wir zum Beispiel ein Stück Brot essen und darauf herumkauen, wird es plötzlich süß und schmeckt gut. Dafür sorgt der Speichel. Durch ein Enzym wird Zucker in der Nahrung freigesetzt. Enzyme sind Eiweiße, die bestimmte Reaktionen in unserem Körper steuern und beschleunigen.

Speichel kommt aus drei verschiedenen Drüsen in unserem Mund, die jeweils als Paar angelegt sind: aus der Ohr-, der Unterkiefer- und der Unterzungendrüse. Diese sechs Drüsen können an einem Tag bis zu eineinhalb Liter Speichel produzieren. «Je größer ein Mensch ist, desto mehr Speichel stellt sein Körper her», erklärt Martin Scherer. Der Speichel aus der Unterkieferdrüse ist etwas dicker als der aus der Ohr- und der Unterzungendrüse. Wenn du Speichelfäden siehst, dann ist es Speichel aus der Unterkieferdrüse.

Verlässt das Essen den Mund in Richtung Magen, ist die Arbeit des Speichels noch nicht getan. Der unterstützt unseren Mund noch in vielen anderen Dingen: Er hält ihn feucht, damit wir besser sprechen können. Speichel sorgt im Mund auch für Ordnung und Sauberkeit. Er befreit die Zähne vor Essensresten. Und er bekämpft viele Bakterien, die sonst an unsere Zähne oder in unseren Körper gelangen und uns krank machen würden, sagt der Experte.

Auch hinter dem Mund geht es für den Speichel mit seiner Arbeit weiter. Denn neben den drei großen Speicheldrüsen gibt es im ganzen Darm noch viele weitere kleine Speicheldrüsen, die bei der Verdauung helfen, erklärt Martin Scherer.

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