Frankreich sollte Pipeline-Plänen zustimmen

Symbolfoto: Freepik/fanjianhua
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FRANKFURT/MAIN: In der Debatte über eine mögliche dritte Gaspipeline von Spanien nach Frankreich erwartet die Regierung in Madrid, dass Paris seinen Widerstand gegen das Projekt aufgibt. Bei der Midcat-Pipeline gehe es um die europäische Versorgungssicherheit, sagte der spanische Regierungschef Pedro Sanchez der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». «Das ist keine bilaterale Frage, sondern sie betrifft die gesamte EU.» Angesichts des Krieges in der Ukraine sollten nicht die Interessen Einzelner, sondern das europäische Interesse Vorrang haben.

Der sozialistische Politiker äußerte sich vor den Spanisch-Deutschen Regierungskonsultationen an diesem Mittwoch in der Küstenstadt La Coruña. Die bisher letzten derartigen Gespräche hatten 2013 in Berlin stattgefunden.

Angesichts der angespannten Lage an den Energiemärkten hatten Spanien und auch Deutschland sich für die Pipeline eingesetzt, Frankreich sprach sich zuletzt jedoch dagegen aus. Midcat soll von Barcelona über die Pyrenäen bis zur Anbindung an das französische Netz im südfranzösischen Barbairan führen. In Spanien ist die Röhre bis Hostalric 106 Kilometer südlich der Grenze fertig, in Frankreich fehlen etwa 120 Kilometer. Das Projekt war 2017 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit abgebrochen worden.

Das Erdgas, das durch die Röhre Richtung Norden fließen soll, könnten Spanien und Portugal aus verschiedenen Quellen beziehen, da beide Länder zusammen über insgesamt sieben Flüssiggasterminals verfügen. Zudem gibt es zwei Pipelines zum Gaslieferanten Algerien in Nordafrika.

Über Kanzler Olaf Scholz (SPD), den er als Gast empfängt, äußerte sich Sanchez in dem Interview geradezu überschwänglich: «Scholz ist eine große europäische Führungspersönlichkeit. Er wird eine Epoche prägen, wie es Angela Merkel getan hat.»

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