König ruft die Politik zur Beendigung der Konfrontation auf

König Felipe VI. von Spanien hält eine Rede während der Preisverleihung der Prinzessin von Asturien 2020, die im Hotel La Reconquista in Oviedo stattfindet. Foto: epa/Ballesteros
König Felipe VI. von Spanien hält eine Rede während der Preisverleihung der Prinzessin von Asturien 2020, die im Hotel La Reconquista in Oviedo stattfindet. Foto: epa/Ballesteros

OVIEDO: Spaniens König Felipe VI. hat die Politiker und Institutionen seines Landes in einer Rede anlässlich der Verleihung der Prinzessin-von-Asturien-Preise zu mehr Kooperationsbereitschaft aufgefordert. Er mahnte am Freitagabend in Oviedo «eine große nationale Anstrengung sowie Verständnis und Eintracht» an, wie die Zeitung «El País» berichtete. Alle Kraft und alle Fähigkeiten der Gesellschaft sowie alle Mittel des Staates müssten auf die Überwindung der Krise konzentriert werden, habe der König betont. Spaniens Politik wird seit Jahren von einer immer erbitterteren Konfrontation zwischen konservativen und linken Kräften belastet, die sich oft gegenseitig blockieren. Wahlen brachten jeweils keine klaren Mehrheiten.

Der Prinzessin-von-Asturien-Preis ist nach dem Titel der spanischen Thronfolgerin benannt. Kronprinzessin Leonor, die am 31. Oktober 15 wird, sprach vor ihrem Vater. Wie «viele Kinder und Jugendliche» ihres Alters verfolge sie die Geschehnisse in ihrem Land sehr genau, sagte die Thronfolgerin. In den Monaten der Pandemie habe sie gelernt, wie wichtig «Verantwortungsbewusstsein» und dank solcher Menschen wie den Preisträgern «wie bedeutend Solidarität» sei, sagte Leonor.

Die Auszeichnung wird alljährlich in acht Sparten vergeben und ist mit jeweils 50.000 Euro dotiert. Jeder Gewinner erhält auch eine Skulptur von Joan Miró. Zu den Preisträgern gehörten dieses Jahr in der Sparte «Eintracht» das medizinische Personal, das im Corona-Hotspot Spanien seit Monaten die Pandemie bekämpft.

In der Sparte «Forschung und Technik» ging der Preis an die vier Mathematiker Yves Meyer (Frankreich), Ingrid Daubechies (Belgien/USA), Terence Tao (Australien/USA) und Emmanuel Candès (Frankreich/USA). Ausgezeichnet wurden auch der türkische Ökonom Dani Rodrik (Sozialwissenschaften) sowie der US-Amerikaner John Williams und der italienische Filmmusik-Komponist Ennio Morricone (Kunst), der im Juli einen Monat nach der Bekanntgabe des Preises im Alter von 91 Jahren gestorben war.

Der Preis in der Sparte «Sport» ging an den zweimaligen spanischen Rallye-Weltmeister Carlos Sainz. Weitere Preise gingen an die Leiterinnen des Hay Festivals, Cristina Fuentes und María Sheila Cremaschi, zusammen mit der Internationalen Buchmesse von Guadalajara («Kommunikation und Humanwissenschaften»), Anne Carson (Literatur) sowie an die Impfallianz Gavi («Internationale Zusammenarbeit»).

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