Sonderermittler prüft Anzeigen gegen Infantino und Lauber

FIFA-Präsident Gianni Infantino gibt eine Pressekonferenz im Europäischen Parlament in Brüssel. Foto: epa/Olivier Hoslet
FIFA-Präsident Gianni Infantino gibt eine Pressekonferenz im Europäischen Parlament in Brüssel. Foto: epa/Olivier Hoslet

BERN: Die Schweizer Justiz will mit einem Sonderermittler die Güte bisheriger Anzeigen gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino und Bundesanwalt Michael Lauber sowie weitere Personen prüfen. Die Aufsichtsbehörde über die Bundesanwaltschaft habe den Rechtsanwalt Stefan Keller zum außerordentlichen Anwalt des Bundes ernannt, teilte die Behörde am Freitag mit.

Keller soll klären, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung einer Strafuntersuchung gegeben sind. In den Anzeigen gegen Lauber geht es unter anderem um den Vorwurf der Begünstigung im Zusammenhang mit nicht protokollierten Treffen Laubers mit Infantino, dem Chef des Fußball-Weltverbands. Infantino wird in einer Strafanzeige vorgeworfen, Lauber zu Amtsmissbrauch, Amtsgeheimnisverletzung und Begünstigung angestiftet zu haben.

Die Gerichtskommission des Parlaments hatte bereits im Mai beschlossen, gegen den wegen dubioser Ermittlungsmethoden im FIFA-Komplex kritisierten Chefankläger Lauber ein Amtsenthebungsverfahren einzuleiten. Der Bundesanwalt hat sämtliche Vorwürfe, er habe seine Amtspflichten verletzt und Unwahrheiten gesagt, vehement bestritten.

Auch die FIFA hatte bereits Anfang Juni sämtliche Vorwürfe gegen Infantino zurückgewiesen. Infantino «hat sicherlich nichts falsch gemacht, indem er Herrn Lauber getroffen hat. Es ist kein Vergehen, den Bundesanwalt zu treffen und solche Treffen sind nicht ungewöhnlich. Gianni Infantinos Motivation war den Schweizer Behörden jegliche Unterstützung anzubieten», hieß es. Die FIFA begrüßte die Ernennung Kellers. Es sei auch im Interesse des Weltverbands, dass die anonymen Vorwürfe so schnell wie möglich untersucht würden, hieß es.

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Hermann Hunn 25.07.20 00:37
Michael Lauber ...
... hat im letzten Augenblick die Reissleine gezogen und heute (24.07.20 11:41h MESZ) seinen Rücktritt als Bundesanwalt angeboten. Mit diesem Schritt verhindert eventuell (Herr) Lauber ein Amtsenthebungsverfahren und rettet (aus seiner Sicht) wenigstens das Gesicht. Andererseits hat sich das Bundesgericht nicht gerade mit Ruhm bekleckert und es stellt sich wohl die Frage, wie es schlussendlich zu diesem Augiasstall beim Bundesgericht gekommen ist. Gut möglich, dass Lauber seine aufgestauten Emotionen vielleicht über G. Infantino entlädt, zumal letzterer noch keine nennenswerte „Kratzer" abbekommen hat.
Rene Amiguet 04.07.20 14:37
Falls
Wenn die Herren Dreck am Stecken haben, dann werden sie sich sicher gegenseitig unterstützen und dann wird es sehr schwierig ihnen allfällige Straf Taten zu beweisen. Aber das spielt ja keine Rolle, denn die Steuerzahler über nehmen ja die Kosten.
Hermann Hunn 04.07.20 01:52
Wie geht denn das ... ?
Zuerst mag man sich nicht mehr erinnern "wer was wo" und jetzt habe Infantino damals Lauber jegliche "voll motivierte Unterstützung" (nach der Suche nach dem erlösenden Verjährungsdatum?) angeboten. Scheinheiliger geht nimmer.