Somsak: Cannabis wird wieder illegal

Foto: epa-efe/Narong Sangnak
Foto: epa-efe/Narong Sangnak

BANGKOK: Gesundheitsminister Somsak Thepsuthin sagte am Montag (13. Mai 2024), dass Premierminister Srettha Thavisin ihn angewiesen habe, Marihuana bis zum Jahresende wieder auf die Liste der Betäubungsmittel der Kategorie 5 zu setzen.

Um dies zu erreichen, so Thepsuthin, müsse das Gesundheitsministerium seine einschlägigen Richtlinien und Verlautbarungen ändern.

Cannabis wurde vor zwei Jahren auf Anweisung des Gesundheitsministeriums von der Liste der Betäubungsmittel gestrichen, als es unter der Amtszeit des damaligen Premierministers General Prayut Chan-o-cha vom Führer der Bhumjaithai-Partei, Anutin Charnvirakul, geführt wurde.

Im Wahlkampf für die Wahlen 2019 versprach Bhumjaithai, Marihuana zu entkriminalisieren, damit es für medizinische Zwecke und als Nutzpflanze verwendet werden kann.

In einem Gespräch mit Reportern am Montag sagte Somsak, dass umfassende Gespräche zwischen den zuständigen Regierungsbehörden erforderlich seien, um zu entscheiden, ob die gesamte Marihuanapflanze in die Liste der Betäubungsmittel aufgenommen werden solle oder nur Teile, die psychoaktive Wirkungen haben.

Er sagte, dass ein internationales Abkommen über Betäubungsmittel Marihuanablüten und -extrakte kontrolliere, nicht aber Samen und faserige Teile.

Somsak fügte hinzu, dass wenn das Gesundheitsministerium Maßnahmen ergreife, ohne sie mit anderen Behörden zu besprechen, dies denjenigen, die traditionelle Medizin praktizieren und Forschung betreiben, schwer schaden würde.

„Wir müssen umfassende Informationen sammeln. Wenn die Informationen nicht vollständig sind, könnte es zu Schäden kommen“, fügte Somsak hinzu.

Somsak war unter der Regierung Prayut Justizminister, und das Office of the Narcotics Control Board (ONCB), das unter seiner Aufsicht stand, unterstützte die Streichung von Marihuana von der Liste der Drogen der Kategorie 5. Auf die Frage, warum er sich vor zwei Jahren nicht gegen die Entkriminalisierung von Cannabis ausgesprochen habe, sagte Somsak, dass es seine Pflicht als Koalitionspartner gewesen sei, dies zu unterstützen.

Er sagte, dass nur das Außenministerium sich bei der ONCB-Sitzung gegen die Entkriminalisierung von Marihuana ausgesprochen habe und fügte hinzu, dass weder ONCB- noch Polizeivertreter bei der Sitzung etwas gesagt hätten. Allerdings hätten sie nach dem Treffen lautstark ihre Ablehnung zum Ausdruck gebracht.

„Wir mussten den Koalitionspartnern mit Respekt begegnen“, erklärte er.

Unterdessen erklärte eine Gruppe von Marihuana-Befürwortern, dass sie am 9. Juni 2024 auf die Straße gehen würden, falls die Pflanze wieder als Droge eingestuft würde und Somsak seine Haltung zu diesem Thema nicht klarstellen würde.

Somsak sagte, dass er gerne bereit sei, der Gruppe seine Haltung zu erläutern, und fügte hinzu, dass die Stellung von Marihuana als Heilpflanze nicht beeinträchtigt werde.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Thailand Fan 15.05.24 14:28
Werden dann die Tausende Freigelassener wieder eingebuchtet, um ihre Reststrafe zu verbüßen?
@Jack
Doch, das geht.
He left in the wind. Bedeutet sinngemäß: Er verließ die Brücke, als der Wind auffrischte. "Leave in the wind" wäre die Aufforderung dazu.
Hat inhaltlich nichts damit zu tun, aber ich wollte nur das "definitiv" relativieren.
Marcel Wallace 14.05.24 18:30
@Günther
korrekt...habe ich übersehen und weiß ich natürlich...aber danke
Günter Jack 14.05.24 17:50
Marcel Wallace 14.05.24 14:30
Man kann erahnen, was Sie bzgl. Minister Somsak sagen wollen. Es gibt zweit Möglichkeiten, das korekt zu schreiben: 1. "Leaves in the wind" (Plural) oder 2. "Leaf in the wind" (Singular). "Leave in the wind" geht definitiv nicht, dann lieber auf Deutsch.
Günter Jack 14.05.24 17:50
Irgendwann wird diese "2-Schritte-vor und-3-zuück-Politik" der Regierung den Thais übel auf die Füsse fallen. Einfach dilettantisch.
thochem Bittrow 14.05.24 15:10
Verbot vs Erlaubnis
Wie kann man erst etwas legalisieren um das Gesetz nach zwei Jahren wieder rückgängig zu machen. Ein Verbot wird sich viel schwieriger gestalten als eine Erlaubnis zu erteilen. Es hat sich ja eine komplette Infrastruktur gebildet ( tausende Arbeitsplätze), es gibt teuer ausgestattete "Cannabis & Artikel Shops", Vertriebswege, den Anbau uvm. Wenn der Administration bewusst wird wie viel an Steuer Einnahmen durch den Verkauf generiert wird, der ja andere Bereiche wie den Alkohol Verkauf nicht mindert, werden einige Gegner die Segel streichen, denn Geld stinkt ja bekanntlich nicht....
Marcel Wallace 14.05.24 14:30
Somsak
..aka "Leave in the wind"...ist ja nur Gesundheitsminister. Warum sollte er auch Entscheidungen auf Basis von Fakten treffen. Oder sind für ihn Fakten was die Overlords sagen?
Ingo Kerp 14.05.24 12:00
Erst JA und dann folgt ein NEIN. Dieses Verhalten zeigt, wie weit man der Regierung und deren Entscheidungen trauen darf.