Singapur legt weiteres Corona-Konjunkturprogramm auf

Singapur legt weiteres Corona-Konjunkturprogramm auf

SINGAPUR: Der asiatische Stadtstaat Singapur geht mit einem weiteren Konjunkturprogramm gegen die wirtschaftlichen Verwerfungen der Corona-Pandemie vor. Wie Finanzminister Heng Swee Keat am Dienstag im Parlament bekanntgab, soll das mittlerweile vierte Paket 33 Milliarden Singapur-Dollar (etwa 21 Mrd Euro) betragen. Damit wächst die Hilfe der Regierung in der Krise auf etwa 100 Milliarden Singapur-Dollar oder knapp 20 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.

Die erhebliche konjunkturelle Unterstützung wird nötig, weil das Land wie die gesamte Region stark von der Corona-Pandemie betroffen ist. Die Regierung des Stadtstaats geht in diesem Jahr von einem scharfen Konjunktureinbruch aus. Für das Gesamtjahr rechnet sie mit einer Schrumpfung der Wirtschaft um vier bis sieben Prozent. Vor allem die Aussichten für die Exportnachfrage haben sich eingetrübt. Erst im zweiten Halbjahr wird mit einer wirtschaftlichen Erholung gerechnet.

Für etwas Erleichterung sorgte, dass die Wirtschaft des Landes im ersten Quartal deutlich weniger geschrumpft ist als befürchtet. Wie die Regierung mitteilte, ist die Wirtschaftsleistung von Januar bis März auf das Jahr hochgerechnet um 4,7 Prozent zurückgegangen. Eine vorherige Schätzung hatte ein wesentlich höheres Minus von 10,6 Prozent ergeben. Die Zahlen könnten einen Hoffnungsschimmer für die gesamte asiatische Region darstellen, die stark von der Corona-Krise heimgesucht wird.

Singapur gilt aufgrund seiner wirtschaftlichen Offenheit und seiner regionalen Lage als Drehkreuz und Umschlagplatz für den Warenverkehr. Außerdem ist das Land ein bedeutender Finanzplatz. Einige Fachleute bezeichnen das Land wegen seines Wohlstands auch als «Schweiz Asiens».

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