Zwölf Deutsche als Gäste im Weltall

​Sigmund Jähn bis Matthias Maurer 

Der deutsche Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Matthias Maurer, spricht während der Pressekonferenz der
Der deutsche Astronaut der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Matthias Maurer, spricht während der Pressekonferenz der "Cosmic Kiss Mission" in Berlin zu den Medien. Foto: epa/Filip Singer

KÖLN: 15 Jahre nach dem ersten deutschen Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS, Thomas Reiter (2006), soll Matthias Maurer der vierte Deutsche auf dem Außenposten der Menschheit werden. Etwa ein halbes Jahr wird Maurer - der insgesamt zwölfte Deutsche im All - in dem Labor rund 400 Kilometer über der Erde forschen.

ISS

Vor Maurer waren bereits die deutschen Astronauten Thomas Reiter (2006), Hans Schlegel (2008) und Alexander Gerst (2014 und 2018) auf der Raumstation im Erdorbit. Doch nicht erst auf der ISS, die seit dem Jahr 2000 dauerhaft von Raumfahrern bewohnt ist, haben Deutsche in der Schwerelosigkeit geforscht.

MIR

Vorgänger der ISS war die russische Raumstation «Mir». Reiter war auch hier zu Gast - und hat von seiner Mission 1995 ein besonderes Souvenir mitgebracht: die Handschuhe seines Außeneinsatzes. «Das bedeutet mir sehr viel. Die Handschuhe haben jetzt meine Söhne», erzählt Reiter. Außer dem heute 63-Jährigen waren Klaus-Dietrich Flade (1992), Ulf Merbold (1994) und Reinhold Ewald (1997) auf der «Mir». Merbold war als einziger Deutscher dreimal im All.

SPACELAB

So flog Merbold zum Beispiel 1983 mit dem US-amerikanischen Space Shuttle. «Das Shuttle selbst war zwar keine Station, aber zusammen mit dem in Bremen gebauten Raumlabor Spacelab war Forschung möglich», sagt Andreas Schütz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. Auf diese Art taten auch Reinhard Furrer und Ernst Messerschmidt (1985) sowie Ulrich Walther und Hans Schlegel (1993) im Kosmos Dienst. Gerhard Thiele (2000) war nicht mit dem Spacelab oben, bei ihm war es eine Radarantenne. Ulf Merbold war bei seiner Mission 1983 der erste Westdeutsche und zweite Deutsche überhaupt im Weltall.

SALJUT 6

Der erste Deutsche im Erdorbit war der DDR-Bürger Sigmund Jähn, der 1978 in einer Sojus-Kapsel mit dem Russen Waleri Bykowski zur sowjetischen Raumstation Saljut 6 flog. Während 124 Erdumkreisungen führte der 2019 gestorbene Kosmonaut zahlreiche Experimente durch. Noch heute wird Jähn nicht nur von deutschen Astronauten als charismatischer und bescheidener Pionier gewürdigt. «Wir sind auf Sigmunds Schultern ins All geflogen», sagte Alexander Gerst einmal.

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