Siamesische Zwillingsbabys im Bürgerkriegsland Jemen gestorben

Foto: epa/Yahya Arhab
Foto: epa/Yahya Arhab

SANAA (dpa) - Zwei siamesische Zwillinge sind im Bürgerkriegsland Jemen nur knapp zwei Wochen nach ihrer Geburt gestorben. Die beiden konnten nicht zu einer dringend benötigten Behandlung ins Ausland geflogen werden, wie das von den Huthi-Rebellen kontrollierte Gesundheitsministerium am Samstagabend mitteilte. Es erklärte, verantwortlich dafür sei die Blockade der von Saudi-Arabien angeführten Koalition über den Flughafen der Hauptstadt Sanaa.

Der Fall der Zwillinge hatte in den vergangenen Tagen international Aufsehen erregt. Die beiden Jungen waren am Körper zusammengewachsen. Ärzte in Sanaa erklärten, ihnen fehle die medizinische Ausstattung, um die beiden operieren zu können. Sie forderten deshalb, die Zwillinge ins Ausland zu fliegen. Ein Ärzteteam eines staatlichen saudischen Zentrums bot dabei Hilfe an, dazu kam es jedoch nicht.

In dem bitterarmen Jemen tobt seit mehr als vier Jahren ein Bürgerkrieg. Die von Saudi-Arabien unterstützten Truppen der international anerkannten Regierung kämpfen gegen die Huthi-Rebellen. Der Flughafen der Hauptstadt Sanaa ist seit mehreren Jahren weitestgehend geschlossen und kann nur von den UN benutzt werden. Der Luftraum wird von der saudischen Koalition kontrolliert.

Vor allem für Kinder hat der Konflikt dramatische Folgen. Hilfsorganisationen warnen, dass in dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel alle zehn Minuten ein Mädchen oder Junge an den Folgen von vermeidbaren Krankheiten und Mangelernährung stirbt.

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