Separatisten: Noch 500 Zivilisten auf Gelände der Chemiefabrik Azot

Russische Soldaten bewachen ein Walzwerk für hochwertige Metalle im Alchevsker Eisen- und Stahlwerk in Alchevsk, Luhansk. Foto: epa/Sergei Ilnitsky
Russische Soldaten bewachen ein Walzwerk für hochwertige Metalle im Alchevsker Eisen- und Stahlwerk in Alchevsk, Luhansk. Foto: epa/Sergei Ilnitsky

SJEWJERODONEZK: Auf dem Gelände der Chemiefabrik Azot in Sjewjerodonezk im Osten der Ukraine halten sich nach Darstellung prorussischer Separatisten noch rund 500 Zivilisten auf. Sie könnten das Werk noch nicht verlassen, weil einige Übergänge dort vermint seien, sagte der Vertreter der Luhansker Separatisten in Moskau, Rodion Miroschnik, am Montag im russischen Staatsfernsehen. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Spezialisten entschärften diese Minen, «damit diese Menschen selbst entscheiden können, ob sie auf dem Gebiet von Sjewjerodonezk bleiben oder es verlassen wollen», sagte Miroschnik. Russland hatte die Einnahme der Stadt am Samstag gemeldet.

Miroschniks Angaben vom Sonntag zufolge waren am Wochenende 450 Zivilisten aus Luftschutzkellern der Fabrik evakuiert worden. Viele von ihnen seien auf eigenen Wunsch etwa nach Starobilsk etwa 50 Kilometer nordöstlich von Sjewjerodonezk gebracht worden. 30 Prozent hätten sich aber geweigert, Sjewjerodonezk zu verlassen - «in der Hoffnung, dass das Leben in der Stadt schnell wieder bessern wird». Am Samstag war mit angeblich «800 befreiten Zivilisten» noch eine weitaus höhere Zahl der Evakuierten genannt worden.

Russland hatte in der Vergangenheit stets behauptet, dass ukrainische Kämpfer die Zivilisten im Azot-Werk bis zur Eroberung der Stadt als Geiseln gehalten hätten. Die ukrainische Seite bestreitet das. Sie wirft vielmehr den russischen Truppen immer wieder vor, ukrainische Zivilisten zur Ausreise in besetzte Gebiete zu drängen, indem sie Fluchtrouten auf ukrainisch kontrolliertes Gebiet sabotiere oder ganz verhindere.

Der ukrainische Militärgouverneur des Gebiets Luhansk hatte die Zahl der Zivilisten in den Schutzkellern des Chemiewerks vor dem Abzug der ukrainischen Truppen mit 568 angegeben.

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