Mehr Abwehrsysteme im Kampf gegen Drohnen

Russische Drohnenangriffe auf die ukrainische Stadt Charkiw haben mindestens sieben Menschen getötet. Foto: epa/Yakiv Liashenko
Russische Drohnenangriffe auf die ukrainische Stadt Charkiw haben mindestens sieben Menschen getötet. Foto: epa/Yakiv Liashenko

KIEW: Hunderte russische Drohnenangriffe hat die ukrainische Luftverteidigung seit Beginn dieses Jahres schon abgewehrt. Nun beabsichtigt Präsident Selenskyj, die elektronische Kampfführung auszubauen.

Nach der Abwehr neuer russischer Drohnenangriffe hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Ausbau der elektronischen Kampfführung in seinem Land angekündigt. «Wir arbeiten daran, die Effektivität unserer mobilen Einsatztruppen zu erhören und noch mehr Regionen der Ukraine mit Systemen der elektronischen Kampfführung auszustatten», sagte Selenskyj in seiner am Sonntag in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft. Das sei eine der Prioritäten in diesem Jahr.

Allein in der Nacht zum Sonntag seien mehr 40 Drohnen abgeschossen worden. Seit Beginn dieses Jahres seien bereits 359 solcher unbemannten Flugkörper vom Himmel geholt worden. Die Treffergenauigkeit der Luftverteidigung, die elektronische Kampfführung und Unterstützung der Verbündeten helfe dabei, Leben zu retten. Russland und die Ukraine hatten zuletzt immer wieder angekündigt, ihre Produktion von Drohnen deutlich auszuweiten. Weil die gegenseitigen Angriffe mit Drohnen massiv sind, braucht es auch mehr Abwehrsysteme.

Russland führt in seinem seit fast zwei Jahren andauernden Angriffskrieg immer wieder Luftschläge gegen die Ukraine mit Drohnen, Marschflugkörpern und Raketen durch. Die Luftverteidigung wehrt die Angriffe auch mit westlichen Flugabwehrsystemen ab. Seit langem fordert die Ukraine noch mehr solcher Systeme vom Westen, um ihre Städte noch besser vor den Angriffen schützen und die Hoheit über den eigenen Luftraum wiedererlangen zu können.

Die Republik Moldau meldete am Sonntag den Fund von Fragmenten einer russischen Kamikaze-Drohne nahe der Gemeinde Etulia an der Grenze zur Ukraine. Es bestehe keine Gefahr für die Ortschaft, teilte der moldauische Grenzschutz mit. Es seien Maßnahmen ergriffen worden, um die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten. Details nannte die Behörde nicht.

Es bestehe der Verdacht, dass es sich um Trümmer einer von der ukrainischen Flugabwehr abgeschossenen russischen Drohne handelte, hieß es. Die ukrainischen Behörden hatten mitgeteilt, dass Russland in der Nacht zum Samstag die nahe Moldau gelegene Donau-Region Ismajil mit Drohnen angegriffen habe. In der Vergangenheit hatte Moldau im Zuge der russischen Angriffe auf die Ukraine auch Funde von Raketentrümmern auf seinem Gebiet gemeldet.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Jurgen Steinhoff 13.02.24 06:00
@Leupi und @Kerp
Ob es die richtige Entscheidung war oder nicht, weiss ich nicht. Aber Selenskyj einen TV-Unterhalter oder Kabarett-Präsidenten zu nennen, finde ich ein starkes Stück! Ich habe grossen Respekt vor ihm. Er hätte jetzt ein einfacheres Leben im Luxus in den USA, wenn er das Angebot angenommen hätte, sich bei Kriegsanfang evakuieren zu lassen.
Norbert Kurt Leupi 12.02.24 16:10
Mehr als einen neuen....
Armeechef ! Die ukr. Streitkräfte , daran besteht kein Zweifel , sind auf der ganzen Linie in die Defensive geraten ! Da muss muss sich der Kabarett-Präsident mehr einfallen lassen , als die Personalie eines neuen Armeechefs ! Wer mitten im Krieg einen General auswechselt , hat die Niederlage schon mehr als vor den Augen ! Kaum mehr einer würde auf einen Sieg wetten gegen den russischen Aggressor ! Die Ukraine ist für jeden sichtbar , politisch wie militärisch , in die Defensive geraten und darum braucht es mehr als einen neuen Armeechef !
Ingo Kerp 12.02.24 14:50
Der TV-Unterhalter Selenskyj hat die Armeeführung umgebaut, da er so wahnsinnig große Ahnung von Kriegsführung hat. Niedere Ränge sind jetzt altgedienten erfahrenen Generälen vor die Nase gesetzt worden, um eine neue Kriegsführung vorzunehmen. Wie die aussehen soll, ist wohl nur Selenskyj bekannt, der kaum mehr über Soldaten und noch weniger Waffen / Munition verfügt.Die UKR hat keine Chance mehr, rettet soviel Leben wie moeglich und seit fuer einen Kompromissfrieden bereit.