Selenskyj fordert Sanktionen gegen russische Atomindustrie

Attrappe der sowjetischen RN-28-Kompaktbombe mit nuklearem Sprengkopf. Archivfoto: epa/YURI KOCHETKOV
Attrappe der sowjetischen RN-28-Kompaktbombe mit nuklearem Sprengkopf. Archivfoto: epa/YURI KOCHETKOV

KIEW: Angesichts der Kämpfe um das AKW Saporischschja in der Ukraine hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den Westen zu Sanktionen gegen Russlands Atomindustrie aufgerufen. Die Strafmaßnahmen müssten die Nuklearindustrie des Aggressor-Staates treffen, sagte Selenskyj in einer am Samstagabend in Kiew verbreiteten Videoansprache. Die Atommacht Russland baut in mehreren Ländern Kernkraftwerke und lagert auch radioaktiven Müll bei sich.

Russland benutze das Atomkraftwerk im Süden der Ukraine, um die Menschen in Angst zu versetzen sowie um die ukrainische Führung und die ganze Welt zu erpressen. Kiew und Moskau werfen sich seit Tagen gegenseitig vor, für den Beschuss des größten Atomkraftwerks in Europa verantwortlich zu sein. Russland hat die weitläufige Anlage in der Stadt Enerhodar seit Monaten besetzt.

Selenskyj warf den russischen Truppen vor, das Gelände als Festung zu nutzen, um von dort auf die am anderen Ufer des Dnipro-Stausees liegenden Kleinstädte Nikopol und Marhanez zu schießen. Er warnte davor, dass der Aufmarsch russischer Truppen auf dem Areal des AKW «die radioaktive Bedrohung für Europa so erhöht wie es sie nicht einmal zu den schwierigsten Augenblicken der Konfrontation in den Zeiten des Kalten Krieges gab».

Weiter sagte Selenskyj: «Natürlich muss es darauf eine harte Reaktion geben.» Ukrainische Diplomaten und Vertreter der Partnerstaaten unternähmen nun alles, um Russlands Atomindustrie zu blockieren. Zugleich forderte der Präsident, die verantwortlichen Amtsträger des «Terrorstaates» durch die internationale Strafjustiz zur Verantwortung zu ziehen. Außerdem werde jeder russische Soldat, der das AKW beschieße oder sich dort verschanze, zum Ziel ukrainischer Geheimagenten und der Armee.

Das mit sechs Reaktoren und einer Nettoleistung von 5700 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas wurde von russischen Truppen Anfang März besetzt. Es ist für die Stromversorgung des Landes von strategischer Bedeutung. Ende Februar war Russland in die Ukraine einmarschiert. Die Führung in Moskau und die Besatzungsbehörden in Saporischschja lehnen Forderungen ab, das AKW wieder unter ukrainische Kontrolle zu geben. Im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl ereignete sich 1986 das größte Atomunglück auf europäischen Boden.

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TheO Swisshai 15.08.22 08:30
@Titus Rauber / Hilfe anfordern
Würden Sie etwa nicht um Hilfe rufen, wenn eine Horde Russen in Ihr Haus eindringt und Ihre Familie bedroht?
Derk Mielig 14.08.22 22:10
@Matin
Lässt Du Deine Freundin gar nicht gegenlesen, bevor Du Dich hier lächerlich machst, oder ist das Teil Eurer Realsatire?
Deine beiden Fragen hat Bernd Lange Berlin 14.08.22 21:00 doch beantwortet. Lies mal richtig nach oder frage Deine Freundin.
Martin Pohl 14.08.22 21:10
Bernd Lange Berlin
Was schreiben Sie da für einen zusammenhanglosen Quatsch?
Haben Sie meine Frage nicht gelesen oder nicht verstanden?
Putin wurde im Jahr 2000 Präsident. Wer hat nach der Zeit davor gefragt?
Wenn Sie meine konkrete Frage nicht verstehen, brauchts keine Antwort. Danke
Bernd Lange Berlin 14.08.22 21:00
@ Also Herr Pohl, Genosse Putin hat klein
angefangen als Spion-Kleinagent in Dresden mit Stammkneipe -da hatten ander die Macht und Russland is zusamengestürzt in diverse Kleinstaaten---zum Glück--viele sind unabhängig und das Großreich Russland
zerstört--Die DDR war weg--seine 2-te Heimat--und jetzt rappelt er sich seit 10 Jahren wieder hoch mit seinen Oligarchen--Betrug, Bestechung, Morden-vorher gings halt nicht!
Haben Sie die letzten Jahre verschlafen--oder waren Sie blinder Putinfreund!
Martin Pohl 14.08.22 19:40
Bernd Lange Berlin
Dazu möchte ich Ihnen eine Frage stellen. Warum hat Putin sich nicht seit Beginn seiner Zeit als Präsident alle anderen Länder einverleibt wie Sie hier rumunken, einschließlich natürlich D und ganz Europa?? Warum hat er gewartet bis er alt ist? Ihre Aussage macht wenig Sinn.
Hätte aber einen großen Vorteil, Kommunismus verdrängt Islamismus. Die beiden vertragen sich nicht so gut.
55555
Bernd Lange Berlin 14.08.22 19:20
@Amiguet-übergebt den Russen doch die Ukraine
dann is der Frieden wieder da--wie lange?? bis der Russe sich das nächste Land nimmt--und die anderen
den Frieden wollen und nachgeben--bis D und Europa dran is--der Putins-Krieg hat uns dann mit dem Kommunismus erlöst und das ganze Geschwafle wie hier, wird nicht mehr vorkommen!
Ben Frank 14.08.22 13:41
@Amiguet + @Rauber
Und dann muss man heute im Merkur lesen, dass der Selenskyj-Berater Podolyak Verhandlungen zum jetzigen Zeitpunkt mit Putin ablehnt, weil er befürchtet, daß Putin derzeit am Verhandlungstisch gewinnen würde.
Also geht das Sterben und Zerstören weiter.
Rene Amiguet 14.08.22 12:00
Endlich@Titus Rauber
Endlich lese ich einmal solche Zeilen welche absolut deckungsgleich mit meinen Ansichten sind, Vielen Dank Titus Rauber, aber wer überzeugt die westeuropäischen Medien und die Journalisten endlich einmal aufzuhören mit diesen total einseitigen Berichten über diesen Krieg?
Titus Rauber 14.08.22 10:30
Selenskyj's Forderung.
Jeden Tag berichten die Medien über den Ukraine Krieg. In genau gleichem Rhythmus stellt Selenskyj seine ununterbrochenen "Forderungen" an den Westen. Sicher, dieser Krieg ist scheusslich und sollte so schnell wie möglich beendet werden. Aber wie? Ganz bestimmt nicht mit den Forderungen Selenskyj's nach immer mehr, vorallem schweren Waffen. Mit seinen Beschwörungen an die Ukrainer zum durchhalten und den immensen Waffenlieferungen des Westens wird der Krieg nur noch mehr angeheizt, er wird unnötiger Weise in die Länge gezogen. Denn, wer Putin kennt oder sich mit seinem Werdegang ein wenig befasst hat weiss, Putin wird niemals freiwillig aufgeben. Warum fordert Selenskyj den Westen nicht einmal auf, anstatt Waffen endlich eine Verhandlungsmöglichkeit anzubieten?