Sechs Löwen tot in Uganda gefunden

Behörden vermuten Wildtierhandel

Archivfoto: epa/GERNOT HENSEL
Archivfoto: epa/GERNOT HENSEL

KAMPALA: Uganda ist in Nicht-Corona-Zeiten ein beliebtes Touristenziel. Die Vielfalt an Wildtieren zieht Besucher aus aller Welt an. Doch viele der Tiere sind gefährdet - vor allem durch Menschen. Das zeigt der jüngste Vorfall in einem Nationalpark im Südwesten des Landes.

In einem Nationalpark in Uganda sind die Überreste von sechs getöteten Löwen gefunden worden. Die meisten ihrer Körperteile hätten gefehlt, teilte die nationale Wildparkbehörde UWA am Samstag mit. Neben den Tieren seien auch acht Geier in dem Queen-Elizabeth-Nationalpark im Südwesten des Landes tot aufgefunden worden, was zu der Annahme führe, dass die Löwen vergiftet wurden.

Die UWA vermutete, dass illegaler Wildtierhandel der Grund für die Tötung war. Im Ausland sowie in Uganda gebe es eine hohe Nachfrage nach den Körperteilen von Löwen, erklärte Bashir Hangi, der Sprecher der UWA, am Sonntag. Zum einen würden Menschen in Uganda Körperteile wie die Haut und innere Organe für kulturelle Praktiken nutzen. Zum anderen gebe es vor allem in asiatischen Ländern eine hohe Nachfrage.

Die Nationalparks des ostafrikanischen Landes sind zu normalen Zeiten bei Touristen wegen der Vielfalt an Tieren sehr beliebt. Zuletzt haben die Corona-Krise und die Reisebeschränkungen dem Tourismus sehr geschadet. In Uganda gibt es laut Hangi rund 300 Löwen. Die Zahl der Tiere sei in den vergangenen Jahren wegen Wilderei, Unsicherheit und der Vergiftung durch örtliche Gemeinden gesunken.

Neben dem illegalen Wildtierhandel kommt es auch des Öfteren vor, dass Gemeinden um die Nationalparks herum Tiere töten, weil diese in die Dörfer laufen und dort Ernten zerstören oder eine Gefahr für die Bewohner darstellen. Dieser Konflikt zwischen Gemeinden und Tieren ist oftmals eine größere Gefährdung für die Tiere als die Wilderei.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Derk Mielig 22.03.21 15:37
Hr.Sylten
Uganda bietet sich coronatechnich mit einer aktuellen Inzidenz von 0,2 tatsächlich zum Bereisen an, wenn nur der Weg zum Strand nicht so weit wäre ;-]. Will sagen, Uganda (1 Mio. Touristen 2017) interessiert im Gegensatz zu Mallorca (14 Mio.) kaum jemanden.
Klaus Olbrich 22.03.21 15:22
Die Chinesen sind ganz verueckt auf Wildtiere. Kaufen so was auf und schon freuen sich die chinesischen Koeche, das sie wieder was besonderes auf den Tisch bringen. Ekelhaft.
Thomas Sylten 22.03.21 14:52
Das Fatale ist, dass durch die gegenwärtigen Reisebeschränkungen kaum Touristen die Nationalparks besuchen - und daher die Einnahmen fehlen, mit denen die Ranger bezahlt werden.
Dabei ist Uganda nicht einmal Risikogebiet und könnte weitaus sicherer bereist werden als jetzt Mallorca.