Sechs Frauen kommen aus Myanmar und haben Covid-19

Foto: The Nation
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BANGKOK: Alle sechs Frauen, die sich von Myanmar illegal über die Grenze nach Thailand geschlichen haben, wurden auf Covid-19 positiv getestet und haben womöglich weitere Menschen mit dem Virus angesteckt.

Auf einer Pressekonferenz des Gesundheitsministeriums berichtete Dr. Sophon Iamsirithaworn vom Department of Disease Control über die sechs neuen lokalen Fälle und welche Wege die Frauen genommen haben.

• Eine 28-jährige Frau aus Phayao, die seit Anfang November in einem Vergnügungslokal im Distrikt Tachilek in Myanmar arbeitete, ist am 27. November zusammen mit einem myanmarischen Staatsangehörigen illegal nach Thailand eingereist. Ein Motorradfahrer holte sie an der Grenze ab, um sie um 15 Uhr am Busbahnhof von Chiang Rai in Mae Sai abzuliefern. Gegen 18 Uhr brachte sie ein Taxi zum Einkaufszentrum Big C in der Nähe ihres Wohnortes in Phayao. Am 28. November geht sie gegen 21 Uhr aus, um zu Abend zu essen, wobei sie die ganze Zeit eine Maske trägt.

Am 29. November begleitet ihr Freund sie zu einem Biergarten in Singha. Sie parken ihr Auto um 20 Uhr und setzen abseits der Bühne. Um 23 Uhr kehren sie nach Hause zurück, bevor sie in die Innenstadt fahren und um 4 Uhr morgens im Hop Inn einchecken. Später am selben Tag fahren sie nach Chiang Mai.

Am 30. November um 17 Uhr geht die Frau in ein Privatkrankenhaus in Chiang Mai, um sich auf Covid-19 testen zu lassen. Die beiden beschließen, noch in derselben Nacht nach Phayao zurückzukehren. Dort wird sie in das Phayao-Krankenhaus eingeliefert. Der Test des Privatkrankenhauses in Chiang Mai bestätigt, dass sie infiziert ist, ebenso ein weiterer Test in einem Krankenhaus von Phayao.

• Eine 21-jährige Frau hatte vom 17. bis 27. November mit einem Freund Myanmar besucht. In den frühen Morgenstunden des 28. November überquerten sie die natürliche Grenze in Chiang Rais Bezirk Mae Sai. Die Frau litt bereits an Fieber, Husten und einer laufenden Nase. Sie checkten in ein Hotel ein, und später am Tag fuhren sie mit einem „Grab Car" zum Flughafen Chiang Rai. Beide flogen zum Bangkoker Flughafen Don Mueang. Offenbar trug die Frau ihre Maske nicht richtig, als sie mit dem Taxi vom Flughafen zu ihrer Wohnung in Udomsuk fuhren.

Berichten zufolge suchte sie am 29. November zusammen mit ihrem Freund eine Klinik in der Nähe ihrer Wohnung auf, wurde aber nicht behandelt. Man sagte ihr, sie solle ins Krankenhaus gehen. Ihre Covid-19-Infektion wurde an diesem Tag in einer Privatklinik in Bang Na entdeckt. Ihr Freund flog offenbar nach Phitsanulok.

• Eine 25-jährige Thailänderin reist am 28. November nach Thailand ein. Nachdem sie am selben Tag auf dem Bangkoker Flughafen Don Mueang angekommen ist, nimmt sie einen Flug nach Phichit, um bei einem Freund zu übernachten. Sie gehen mit drei weiteren Freunden in der Bird Bar in Phichit essen. Keiner von ihnen trägt eine Maske.

Zwischen dem 29. und 30. November isst diese Frau sowohl in der Bird Bar als auch im Crocodile Pub zu Abend. Sie wird am 1. Dezember gefasst, nachdem ihr Freund in Bangkok positiv getestet wurde. Sie wird in eine örtliche staatliche Quarantäneeinrichtung gebracht, wo auch bei ihr Covid-19 festgestellt wird.

• Eine 36-jährige Thai, die sich seit dem 3. November in Myanmar aufhielt, klagte am 26. November über Symptome von Covid-19. Sie behandelte ihren Husten, ihre laufende Nase und ihre Körperschmerzen mit rezeptfreien Medikamenten. Am 29. November überquert sie die Grenze nach Chiang Mai. Dann fährt sie im Auto eines Freundes zum Flughafen von Chiang Mai, wobei sie die ganze Zeit eine Maske trägt, und nimmt um 10.40 Uhr einen Flug der Thai Lion Air zum Airport Don Mueang.

Danach nimmt sie ein Taxi zum Busbahnhof Mo Chit, von wo aus sie mit einem Kleinbus zum Einkaufszentrum Big C in Ratchaburi fährt. Danach begibt sie sich in ein Privatkrankenhaus. Sie wird in das staatliche Krankenhaus in Ratchaburi verlegt und am 2. Dezember als positiv bestätigt.

• Zwei Frauen im Alter von 23 und 35 Jahren, die Berichten zufolge im Distrikt Tachilek in Myanmar arbeiteten und sich am 24. November nach Chiang Mai absetzten, wurden positiv getestet, sind aber asymptomatisch. Beide fuhren am 26. November nach Hause in den Distrikt Mae Sot der Provinz Tak. Sie beschlossen, sich einem Test zu unterziehen, nachdem sie erfahren hatten, dass ihre Freundin infiziert war.

Das Gesundheitsministerium hat die Menschen dazu aufgerufen, sich nicht länger auf diese Weise von Myanmar ins Land zu schleichen, da die Regierung kostenlose Quarantäneeinrichtungen sowie Nahrungsmittel zur Verfügung stellt. Personen, die illegal in das Land einreisen, werden ermutigt, sich testen zu lassen.

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Klaus Olbrich 03/12/2020 15:22
Da sieht man doch wieder. Der Virus wird auch noch verstaerkt nach Thailand kommen. Ich habe Bedenken, daß Thailand noch eine Virus Welle bekommt. Hoffentlich wirken die jetzt
zugelassenen Impfungen!
Ingo Kerp 03/12/2020 15:22
Egal ob legal oder illegal, es stellen sich viele Fragen. Warum wurden die legal eingereisten Personen nicht bei Ankunft ueberproft / getestet? Warum sind andere Personen illegal eingereist? Ein absolut ruecksichtsloses Verhalten, fuer das jetzt etlich Unbeteiligte im schlimmsten Fall mit der Gesundheit bezahlen muessen.
Joachim Graul 03/12/2020 14:52
Infektionen durch illegalen Grenzübertritt
Komplett die Grenze nach Myanmar abriegeln, bei illegalen Einreisen Schußwaffen gebrauch ? Denn die kümmern sich nicht um Gesetze ! Ansonsten gleiche Meinung wie Herr Kowalski
Ling 03/12/2020 14:22
Illegale Einreisen
Dem Bericht ist nicht zu entnehmen, ob alle sechs Frauen Thailänderinnen sind. Wenn ja, dann stellt sich die Frage, warum diese nicht legal eingereist sind, um dann in, für sie kostenlose, staatliche Quarantäne zu gehen!? Klar, hat keiner Bock drauf, aber watt mutt dat mutt.

Dieter Kowalski 03/12/2020 11:22
Das Virus schert sich nicht um Grenzen
Hat irgendwer von den Verantwortlichen tatsächlich geglaubt, dass Thailand eine Insel sei?
Es war doch nur eine Frage der Zeit, bis so etwas passiert. Die Landesgrenzen zu den Nachbarländern, kann niemand hundert prozentig überwachen. Bei den Fällen von legal eingereisten Personen die bereits krank waren, frage ich mich schon, warum diese Personen nicht sofort getestet und in Quarantäne gesteckt wurden. Aber nein, die ließ man einfach weiterziehen, Taxi fahren, Shoppen, Flugzeuge besteigen... Von jedem Westler wird nahezu unmögliches verlangt, aber die eigenen Leute und die Gastarbeiter werden kaum so restriktiv behandelt - wie auch die Berichte der letzten Tage zeigen.
Ein komplettes Versagen des Grenzschutzes und der Flughafensicherheit.