Schwimmer gespannt auf Qualifikation

«Fingerzeig Richtung Olympia»

Der Deutsche Florian Wellbrock . Foto: epa/Jeon Heon-kyun
Der Deutsche Florian Wellbrock . Foto: epa/Jeon Heon-kyun

HEIDELBERG: Der Kampf um die Olympia-Tickets wird für das Gros der deutschen Schwimmer ernst. Vom Oster-Wochenende an geht es bis zum 18. April um die Normzeiten. Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock kann diese Wettkämpfe entspannter verfolgen.

Für die deutschen Schwimmer wird es im Olympia-Jahr erstmals in Wettkämpfen ernst. Am Oster-Wochenende startet die finale Qualifikation für die Spiele in Tokio. Acht deutsche Schwimmer mit Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock an der Spitze haben sich bereits qualifiziert, insgesamt wird ein Aufgebot von 25 bis 30 Beckenathleten prognostiziert. «In der Qualifikation erwarten wir uns einen Fingerzeig in Richtung Olympia, aber auch für die Europameisterschaften im Mai», sagte Bundestrainer Hannes Vitense der Deutschen Presse-Agentur. Im bis zum 18. April laufenden Qualifikationszeitraum muss die Normzeit geschafft werden.

Frage: Wie ist der Stand bei den deutschen Schwimmern und Schwimmerinnen vor dem Start in die Olympia-Qualifikation an diesem Wochenende?

Antwort: Alle Leistungsträger*innen haben sich fit gemeldet, das Team ist weitestgehend von Corona-Erkrankungen verschont geblieben. Wir erhoffen uns, im Sommer 25 bis 30 Beckenschwimmer*innen nach Tokio schicken zu können. In der Qualifikation erwarten wir uns einen Fingerzeig in Richtung Olympia, aber auch für die Europameisterschaften im Mai. Wir wollen alles dafür tun, dass die Athlet*innen in Tokio um Bestzeiten, gute Platzierungen und mehr kämpfen können. Die Motivation ist auch nach der zusätzlichen Zeit durch die Verschiebung um ein Jahr sehr groß bei uns allen.

Frage: Gibt es noch Sorgen, dass die Spiele in Tokio auch in diesem Jahr ausfallen könnten?

Antwort: Wir konzentrieren uns nur darauf, dass wir uns auf Olympischen Spiele vorbereiten und diese entsprechend der gegebenen Möglichkeiten auch stattfinden. Unser Job ist es, die Nationalmannschaft in Tokio bestmöglich vorbereitet an den Start zu bringen. Dementsprechend fokussiert gehen wir diese Ausgabe auch an. Ich denke, dass wir insgesamt auf einem guten Weg sind - das sollten wir in großer Breite während der Olympia-Qualifikation auch bestätigt bekommen.

Frage: Der Deutsche Schwimm-Verband befindet sich in schwierigen Zeiten. Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz trat nach Missbrauchsvorwürfen zurück, um den Posten des Leistungssport-Direktors gab es Wirbel. Wie beeinflusst die Unruhe die sportliche Arbeit?

Antwort: Das sind schwebende Verfahren, zu denen ich mich daher nicht äußere. Organisatorisch haben wir uns im Leistungssport so aufgestellt, dass wir die Olympia-Vorbereitung ohne Beeinträchtigung durchziehen können.

ZUR PERSON: Bundestrainer Hannes Vitense (39) ist als Teamcoach seit Anfang 2019 im Amt. Zusammen mit Teamchef Bernd Berkhahn steht er an der Spitze des Trainerstabes, der die Athleten auf die Olympischen Spiele in Tokio und die Europameisterschaft in Budapest vorbereitet.

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