Schweizer Parlament erhöht Rentenalter für Frauen auf 65

Der Schweizer Bundesrat wählt neue Räte. Foto: epa/Anthony Anex
Der Schweizer Bundesrat wählt neue Räte. Foto: epa/Anthony Anex

BERN: In der Schweiz wird das Rentenalter für Frauen von 64 auf 65 erhöht. Der Vorstoß wurde am Mittwoch auch von der zweiten Parlamentskammer angenommen. Damit soll die staatliche Rentenkasse AHV bis 2030 finanziell stabilisiert werden. Das Rentenalter der Männer bleibt unverändert bei 65. Für Frauen ab heute 58 Jahren soll es einen Ausgleich für die bald längere Arbeitszeit geben. Die Grünen und die Sozialdemokraten waren gegen die Erhöhung und hatten verlangt, stattdessen Gewinne der Nationalbank für die Zusatzfinanzierung der AHV zu nutzen.

Das AHV-Geld könnte knapp werden, weil die Lebenserwartung in den vergangenen 50 Jahren um mehr als zehn Jahre gestiegen ist und weil es pro Rentner weniger Erwerbstätige gibt. Die Schweizer Rente hat drei Säulen: Die staatliche Rente, eine obligatorische berufliche Vorsorge, in die Arbeitgeber und -nehmer einzahlen, und steuerlich geförderte private Spareinlagen für den Ruhestand.

Sobald das Gesetz im Bundesblatt veröffentlicht ist, können Gegnerinnen und Gegner versuchen, es per Volksabstimmung zu kippen. Dafür müssten sie innerhalb von 100 Tagen 50.000 Unterschriften zusammenbringen. Die Heraufsetzung des Rentenalters für Frauen ist schon mehrfach an der Urne gescheitert, zuletzt 2017.

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Franz Franz 11.06.21 15:00
An Rene Amiguet
Kleine korrektur für ihr Schreiben: AHV ist für die, die in der Schweiz arbeiten oder gearbeitet haben, nicht nur für Schweizer Bürger! Zudem habe wir ein Gesetz ,gleiches Recht für alle, also gleiches Rentenalter. Dank!
Rene Amiguet 10.06.21 21:00
Endlich
Es ist bestimmt nicht weil ich den Frauen den Bezug der AHV Rente ein Jahr früher als den Männer nicht gönnen würde. Es ist aber im Hinblick auf die längere durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen (2019 - 3,7 Jahre) eine gerechte Entscheidung. Dies vor allem auch im wenn man die finanzielle Schieflage dieser wunderbaren sozialen Einrichtung für alle Schweizer Bürger berücksichtigt
Franz Franz 10.06.21 18:40
Lachen erlaubt..
Klar ist das nötig die Erhöhung auf 65, ist auch gerecht. Nur reicht die Finanzierung eben doch nicht.
Hätte man früher die Digitale AHV für Maschinen, die Menschen ersetzen eingeführt, wäre vieles anders. Aber die wirtschsftsdenkenden Machthaber, wollten es nicht. Tja..
Wir zahlen lieber RTV Gebühren und finanzieren die Löhne der Medienschafenden ist doch toll, statt das Geld in die AHV einbringen.
Militärpflicht für Frauen, und der Arbeitsausfall? Wer zahlt denn den?
Da ist der Militärpflichtersatz ein Tropfen auf den heissen Stein.
Ernst Hoehn 10.06.21 14:23
..na also..
wurde langsam zeit. im zuge der gleichberechtigung sollte jetzt nur noch die militärpflicht für frauen eingeführt werden. die würden dann auch wie die männer einen militärpflichtersatz bezahlen, falls sie keinen dienst tun wollen. mit dem geld lässt sich die marode AHV in kürze sanieren.