Schneechaos in Bayern

​Flug- und Bahnverkehr weiter beeinträchtigt

Foto: EPA-EFE/Anna Szilagyi
Foto: EPA-EFE/Anna Szilagyi

MÜNCHEN: Das erste Schneechaos in diesem Winter hat die Pläne vieler Menschen zunichte gemacht. Im Süden Deutschlands stoppten Bahnen, Flugzeuge hoben nicht mehr ab. Vor Waldspaziergängen wurde gewarnt, Zoos und Weihnachtsmärkte schlossen und so manches Sportereignis fiel aus.

Nach viel Chaos am Samstag hat sich die Verkehrslage in Bayern zum Ausklang des Wochenendes zunehmend normalisiert. Am Sonntagmorgen startete der Flugbetrieb am Flughafen München nach rund 24 Stunden wieder. Allerdings sollten noch fast zwei Drittel der etwa 880 geplanten Flügen ausfallen. Ausfälle hatte es unter anderem auch am Allgäuer Flughafen in Memmingen und dem Flughafen der schottischen Stadt Glasgow gegeben - im Nordwesten Englands gab es ebenfalls viel Schnee mit Chaos auf den Straßen und Stromausfällen als Folge.

Am Sonntag wurde in München auch der Betrieb im Fernverkehr schrittweise und vereinzelt wieder aufgenommen, wie eine Sprecherin sagte. Auch am Montag werde es noch zu starken Beeinträchtigungen kommen, hieß es. Der starke Schneefall in der Nacht zum Samstag hatte in großen Teilen Süddeutschlands den Bahnverkehr weitgehend lahmgelegt. Dutzende Zentimeter hoch hatte sich der Neuschnee vielerorts getürmt.

Helfer mühten sich unermüdlich, Dächer und Wege von Schneemassen zu befreien, Menschen in Not zu versorgen und verunglückte Fahrzeuge von Straßen zu räumen. Dass am Wochenende nichts Schlimmeres passiert sei, verdanke man auch der Arbeit der Einsatzkräfte, lobte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Sonntag. In den oberbayerischen Landkreisen Mühldorf am Inn und Starnberg sollten öffentliche Schulen am Montag wegen der Straßenverhältnisse großteils geschlossen bleiben.

Unfälle auf glatten Straßen

Vor allem aber nicht nur in Bayern kam es am Wochenende zu zahlreichen Unfällen auf glatter Fahrbahn. Bei den meisten blieb es bei Sachschäden. Weil dort Eisplatten von einer Brücke fielen, wurde am Samstagabend die Autobahn 1 zwischen dem Kreuz Wuppertal-Nord und Wuppertal-Ronsdorf gesperrt. Es sei niemand zu Schaden gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Sperrung sollte voraussichtlich bis Montagmorgen dauern. Ein Spezialunternehmen entferne das Eis von der Brücke.

Tausende Haushalte ohne Strom

Hart getroffen wurden etliche Haushalte im Netzbereich von Bayernwerk, die zeitweise keinen Strom hatten. Zu den Schwerpunkten zählte nach Angaben eines Sprechers der Raum um München. Bäume seien auf Leitungen gestürzt, teils seien diese auch allein durch die Schneelast beschädigt worden oder gerissen. Am Samstagnachmittag hieß es, es seien noch viele Tausend Haushalte betroffen, zudem kämen laufend neue Störungen dazu. In Österreich waren am Sonntag laut Energieversorgern noch immer mindestens 20.000 Haushalte ohne Strom.

Weder Fußball noch Basketball

Vom Schneechaos betroffen waren auch Tausende Sportfans und Marktbesucher. Das Heimspiel des FC Bayern München gegen den 1. FC Union Berlin am Samstag wurde abgesagt. Das Spiel soll voraussichtlich erst im nächsten Jahr nachgeholt werden. Auch die Basketballpartie der Münchner gegen Alba Berlin fiel am Sonntag aus. Der Gästemannschaft sei es unmöglich gewesen, nach Berlin zu reisen, hieß es von Alba. Wann das Duell der Dauerrivalen nachgeholt wird, war zunächst offen.

Kein Punsch und Gefahr in den Bergen

Auch auf einen Marktbummel mit Glühwein musste vielerorts verzichtet werden: Etliche Weihnachtsmärkte in Bayern blieben zeitweise geschlossen, ebenso wie einige Zoos und Schlossanlagen. Dennoch genossen viele Menschen den ersten Adventssonntag: Bei strahlendem Sonnenschein waren etliche Ausflügler unterwegs. In den bayerischen Skigebieten liefen zahlreiche Lifte.

Gefährlich wurde es in den Bergen abseits sicheren Geländes: In den bayerischen Alpen herrschte oberhalb von 1600 Metern erhebliche Lawinengefahr, wie die Lawinenwarnzentrale mitteilte.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Bernd Wendland 04.12.23 20:00
Nun ist es etwas kalt und eine große Menge Schnees fällt.... und trotzdem oder sogar vermehrt hört man Stimmen wie die von Mojib Lativ, der Klima-Unke vom Dienst: "Klimawandel! Klimawandel! Im Sommer wäre all der Schnee als zuviel Regen zwischen langen Trockenphasen heruntergekommen. Ergo kann es wieder nur am. Klimawandel! liegen," statt dass man dieses Wetter einfach mal als das ansieht, was es ist: Ein normalter Winter.