Schlag gegen „Null-Dollar-Touranbieter“

Behörden beschlagnahmen 2.155 Busse der OA Transport Co.

Foto: OA Transport Co
Foto: OA Transport Co

BANGKOK: Wer gestern in den Touristengebieten das Gefühl hatte, flüssiger durch den Verkehr zu kommen, da weniger der großen weißen Tourbusse auf den Straßen verkehrten, mag sich nicht getäuscht haben.

Am Freitag haben die Behörden 2.155 Busse der OA Transport Co. mit Sitz in Lat Krabang beschlagnahmt, dem größten sogenannten „Null-Dollar-Touranbieter“ des Landes, der vorwiegend chinesische Touristen durch die Urlaubsgebiete kutschierte. Eingefroren wurden auch die Bankkonten des Netzwerks mit 4,7 Milliarden Baht, in dem 381 Unternehmen beteiligt sind.

An der Razzia beteiligten sich Beamte der Touristenpolizei, der Finanz- und Anti-Geldwäsche-Behörde sowie dem Amt für Wirtschaftsentwicklung. Bereits im vergangenen Monat wurden zwei Führungskräfte der OA Transport Co. polizeilich vernommen. Der Vorwurf: sie sollen ihr Geschäft illegal betrieben und somit dem thailändischen Tourismus geschadet haben. Durchsucht wurden die Geschäftsräumlichkeiten des Transportunternehmens OA Transport Co., des Lederwarenhandels Bangkok Handicraft Centre Co., des Juweliers Royal Gems International Co., des Heilkräuterhandels Royal Thai Herb Co. und der Restaurantkette Royal Paradise Co.

Das Netzwerk wird als „Null-Dollar-Touranbieter bezeichnet, da es Touristen, vorwiegend aus China, sehr günstige Reisepakete anbietet, auf denen die Ausflüge immer in kooperierende Geschäfte und Restaurants führen, in denen die Urlauber völlig überteuerte Waren und Dienstleistungen beziehen. Dabei handelt es sich zumeist um chinesische Unternehmen, die thailändische Strohmänner eingesetzt haben.

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Leserkommentare

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Jack N.Kurt Leupi 22.12.16 17:49
Schlag gegen /Herr Peter Jürg ERN
Sie schreiben : Auch "gewöhnliche" Thailänder sollen das Recht haben , vom Tourismus zu profitieren ! So gesehen richtig , nur, stecken hinter den "Gewöhnlichen" nicht auch Thais mit chinesischer Abstammung ?(Wie üblich, wo`s um "Good Money" geht ?)
Sitting Bull 11.09.16 07:48
Sind halt clever , die Chinesen....
Die noetige Logistik so eine Groessenordnung aufzustellen packen die Thais eh nicht. Die sprechen ja bis heute kaum englisch und das nach so vielen Jahrzehnten Westtourismus. Das ist der pure Neid der Unfaehigen. Erinnert an die Kaffeefahrten in D mit Heizdeckenverkauf. Aber gezwungen wird niemand. Also?
Sitting Bull 11.09.16 07:42
Lieber Herr Fischer....
Da wirds eim ja schlecht, wenn man sowas liest. Ausrotten? Diese Praxis ist in Aegypten und anderen Laendern gang und gaebe. Man nennt das System Kapitalismus. Zudem stammen die Waren aus Thailand. Thailand den Thais(die es nicht auf die Reihe bringen) , Auslaender raus? An was erinnert mich das nur? Strohmanngeschaefte sind weltweit normal.
Peter Fischer 10.09.16 21:58
Betrug
Das ist die richtige Einstellung und völlig in Ordnung.Solchen unternehmen muss man das Handwerk legen,den hier werden Thai-Unternehmen ausgeschlossen,damit reiche Chinesen noch mehr haben wollen. Strohmänner müssen ausgerottet werden dann funktioniert auch der "Rechtsstaat" Thailand den Thailändern und nicht den Ausländern,das sollten wir alle einfach akzeptieren.Das ganze Lumpenpack muss so hohe Strafen zahlen das es jedem der solche Geschäfte betreibt den Atem nimmt,und wenn sie nicht zahlen können oder wollen einfach einsperren und abwarten.das dürfte den Chinesen eine Lehre sein.
Jürgen Franke 10.09.16 15:17
Es ist davon auszugehen, dass auch
die Thailändischen Strohmänner zur Rechenschaft und Verantwortung gezogen werden, denn sie haben erst durch ihren Einsatz die Machenschaften der Chinesen möglich gemacht und sind nicht etwa die bedauernswerten Opfer.