Schlafen unter Wasser

Ein Zitronenkugelfisch schwimmt in einem Becken. Foto: Stefan_Thomas/dpa
Ein Zitronenkugelfisch schwimmt in einem Becken. Foto: Stefan_Thomas/dpa

MÜNSTER: Wenn wir schlafen gehen, legen wir uns hin und schließen die Augen. Aber wie ist das bei Fischen? Sie haben unter Wasser kein Bett, kein Kissen und auch keine Decke. «Fische schlafen ganz anders als wir», sagt Robert Peuß. Er ist Forscher und beschäftigt sich mit dem Schlaf von Fischen.

Auf den ersten Blick kann man gar nicht sehen, ob ein Fisch schläft. Wenn wir schlafen, sind unsere Augen geschlossen. Die meisten Fische schlafen dagegen mit offenen Augen, denn sie haben keine Augenlider und können ihre Augen nicht schließen.

Ähnlich wie wir bewegen sich fast alle Fische aber weniger als sonst, wenn sie schlafen. Viele Fische schlafen auch in einer bestimmten Haltung, zum Beispiel schräg über dem Boden oder nah an der Oberfläche.

Wenn jemand etwas sagt oder draußen ein Auto hupt, bekommen das viele Menschen gar nicht mit, während sie schlafen. «Bei Fischen ist das ähnlich», sagt Robert Peuß. Sie reagieren nicht oder nur sehr langsam auf ihre Umgebung, wenn sie gerade schlafen. Außerdem laufen auch bei Fischen im Schlaf alle Vorgänge im Körper langsamer ab: Ähnlich wie bei uns verlangsamen sich der Herzschlag und die Atmung.

Wenn man diese Anzeichen beobachtet, kann man davon ausgehen, dass ein Fisch gerade schläft. Viele Fische schlafen auch zu festen Zeiten. Einige sind ähnlich wie wir Menschen tagsüber wach. Andere sind nachts unterwegs und gehen auf Jagd. Muränen zum Beispiel, die in den Tropen leben, sind dann aktiv, wenn es dunkel wird.

Viele Fische verstecken sich vor ihren Feinden, bevor sie schlafen. Manche Fische sind auch in großen Gruppen unterwegs. «Dann ist es nicht schlimm, wenn ein Teil von ihnen zwischendurch schläft oder tagträumt», sagt Robert Peuß. «Es gibt dann immer Fische, die wach sind und auf Gefahren reagieren können.»

Wenn Fische schlafen, besteht auch immer die Gefahr, dass sie von der Strömung weggetragen werden. Viele Fische ruhen deshalb in der Nähe des Grundes oder an einem Stein, weil die Strömung an diesen Stellen nicht so stark ist. Manche Arten bleiben selbst im Schlaf immer in Bewegung. Das haben Forschende zum Beispiel bei Zebrafischen beobachten können.

Insgesamt ist über den Schlaf bei Fischen aber noch sehr viel unklar. «Wir wissen zum Beispiel nicht, ob sie ähnlich wie wir dabei träumen», sagt Robert Peuß. Nicht bekannt ist auch, ob wirklich alle Fische schlafen. Es ist auch möglich, dass es Arten gibt, die ganz ohne Schlaf auskommen. Dafür sprechen zumindest einige Beobachtungen von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen.

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