Scheidende Burgtheater-Intendantin Bergmann nun Ehrenmitglied

Foto: epa/Robert Jaeger
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WIEN (dpa) - Sie kam in höchster Not und wird nun mit großer Dankbarkeit verabschiedet: Die Intendantin des Wiener Burgtheaters, Karin Bergmann, ist mit der Ehrenmitgliedschaft der höchst renommierten Bühne ausgezeichnet worden. Anlässlich der Ehrung beschwor die in Recklinghausen geborene Kulturmanagerin am Mittwochabend in Wien den Teamgeist im Haus. Ihr Nachfolger, Martin Kusej, rühmte als Laudator die «Umsicht, Kompetenz und Beharrlichkeit», mit der die 65-Jährige das Haus geführt habe.

Bergmann leitete seit 2014 als erste Frau das größte Sprechtheater im deutschsprachigen Raum. Ihre Berufung war eine Reaktion auf die Finanzmisere des Theaters und die fristlose Entlassung des damaligen Intendanten Matthias Hartmann. Unter seiner Ägide hatte die Bühne in der Spielzeit 2012/2013 einen Bilanzverlust von fast 20 Millionen Euro verbucht.

Bergmann hatte nach ihrem Amtsantritt einen 100-Punkte-Plan zur Sanierung des Hauses vorgestellt. Auch mit dem Verkauf von Immobilien sowie kontinuierlich steigenden Kartenmehreinnahmen gelang es, das Haus aus der Schuldenkrise zu führen und wieder ein positives Bilanzergebnis zu erzielen. 2015 wählte die Fachzeitschrift «Theater heute» das Burgtheater zum Theater des Jahres. Ihrem Nachfolger Kusej hinterlasse sie keine Schulden, sondern Rücklagen, sagte Bergmann jüngst.

In der Ära Bergmann, die am 30. Juni endet, standen den Angaben zufolge 107 Premieren, davon 42 Ur- und Erstaufführungen, auf dem Programm. Die Sitzplatzauslastung des Burgtheaters und seiner drei weiteren Bühnen liegt in der aktuellen Spielzeit bei 83 Prozent.

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