Scharfe Töne von Chinas Top-Außenpolitiker

Chinesisches Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der KPCh und Direktor des Büros der Zentralkommission für Auswärtige Angelegenheiten Yang Jiechi. Foto: epa/Antonio Bat
Chinesisches Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der KPCh und Direktor des Büros der Zentralkommission für Auswärtige Angelegenheiten Yang Jiechi. Foto: epa/Antonio Bat

PEKING: Chinas oberster Außenpolitiker Yang Jiechi hat scharfe Töne gegenüber den USA eingeschlagen. In einem Telefonat am Freitag mit US-Außenminister Antony Blinken warf Yang Jiechi den USA vor, die Suche nach den Ursprüngen des Coronavirus zu «politisieren». Die US-Regierung solle vielmehr «Fakten und Wissenschaft respektieren» und sich auf die internationale Kooperation im Kampf gegen die Pandemie konzentrieren, sagte der Top-Außenpolitiker.

Das Gespräch fand auf Wunsch von Blinken statt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua hervorhob. Das Politbüromitglied Yang Jiechi, der in Chinas Machthierarchie über Außenminister Wang Yi steht, reagierte damit auf Pläne der USA, über ihre Geheimdienste weitere Ermittlungen in die Herkunft des Virus anzustellen.

Der Ton des Telefonats, wie es von Xinhua beschrieben wurde, erinnerte an die Auseinandersetzung von Yang Jiechi bei seinem ersten Treffen mit Blinken in Anchorage im US-Bundesstaat Alaska im März. Der Umgang mit China ist auch eines der zentralen Themen beim Gipfel der großen Industrieländer (G7) mit den USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan im englischen Cornwall.

Entschieden wies Yang Jiechi auch Kritik an Menschenrechtsverstößen in China zurück. Die US-Seite sollte «die ernsten Menschenrechtsverletzungen auf ihrem Territorium» beheben, anstatt sich absichtlich in innere Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Er bezog sich offenbar auf Kritik am Umgang mit der Minderheit der Uiguren oder der Opposition in Hongkong.

Auch mahnte der Top-Außenpolitiker Chinas, dass die USA ihre Zusagen hinsichtlich Taiwans einhalten und vorsichtig im Umgang mit dieser Frage sein müssten. Peking sieht die demokratische Insel als Teil der Volksrepublik an, obwohl sie nie dazu gehört hat. Auch droht es mit einer gewaltsamen Eroberung. Die USA wiederum haben sich schon lange der Verteidigungsfähigkeit Taiwans verpflichtet.

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Alfred Koller 12.06.21 19:48
Scharfe Töne (Gebell)
Wenn man den Hund trifft, dann bellt er.
Rene Amiguet 12.06.21 17:30
Völlig richtig
Selbst wenn man auch mit Bestimmtheit herausfinden könnte wo genau dieses Virus entstanden ist. Es würde keiner einzigen Seele all dieser irgend etwas bringen. Man sucht enifach einen schuldigen anstatt man dieses Geld und die Energie in die Pandemie Bekämpfung investiert z.B. durch verschenken von Impfstoffen an bedürftige Länder!