«Saturday Night Fever» und «Pulp Fiction»

John Travolta wird 70

Foto: Pixabay
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LOS ANGELES: «Saturday Night Fever», «Grease» und «Pulp Fiction» - mit Hüftschwung und als Killer hat sich John Travolta in Hollywood nach oben gespielt. Nach Schicksalsschlägen trat er kürzer, aber mit 70 hat er weiter Filmpläne.

John Travolta, der Star aus Tanzfilmen wie «Saturday Night Fever» oder «Grease», sorgte kurz vor seinem 70. Geburtstag mit einer ungewöhnlichen Tanzeinlage für Wirbel und Spott. Beim Sanremo-Musikfestival in der gleichnamigen norditalienischen Küstenstadt gab der Hollywood-Star kürzlich den Ententanz zum Besten. Die Showmaster des Sanremo-Song-Wettbewerbs hatten Travolta für den Partytanz eingespannt, sichtlich irritiert ahmte der Stargast aus Hollywood ihre Bewegungen nach. Viele User machten sich über die Szene, die im Netz viral ging, lustig.

Travolta, der an diesem Sonntag (18. Februar) sein rundes Jubiläum feiert, kann natürlich ganz anders. Als Tony Manero war er 1977 in «Saturday Night Fever» der König der Disco-Tanzfläche. In der Rolle des tanzbegeisterten New Yorker Underdogs, zu den groovigen Songs der Bee Gees, holte Travolta seine erste Oscar-Nominierung. Das jüngste von sechs Kindern einer Familie mit italo-irischen Wurzeln wurde über Nacht zum Superstar.

Ein Jahr später hatte er mit Schmalzlocke, Koteletten und Hüftschwung Erfolg. In dem Hit-Musical «Grease» verführte er als rebellischer Danny die blond gelockte Sandy, gespielt von Filmpartnerin Olivia Newton-John. Travolta glänzte im Halbstarken-Look als begnadeter Tänzer in der Tradition von Gene Kelly oder Fred Astaire.

Im vorigen November machte der Schauspieler für einen Bank-Werbespot noch einmal locker auf Tony Manero. Mit weißem Rauschebart im roten Nikolaus-Kostüm legte er flotte Disco-Schritte hin. Sieben Monate habe er damals für «Saturday Night Fever» geprobt, dies sei fest in seiner DNA verankert, witzelte Travolta auf Instagram.

Auf der Leinwand war Travolta in den letzten Jahren nach einem schweren Schicksalsschlag weniger zu sehen. Seine Ehefrau, Schauspielerin Kelly Preston («Jerry Maguire - Spiel des Lebens»), war im Juli 2020 mit 57 Jahren an Krebs gestorben. Fast 30 Jahre waren sie miteinander verheiratet. Zusammen standen sie auch mehrfach vor der Kamera - das letzte Mal in dem Gangsterdrama «Gotti» (2018). Ein trauriger Anlass brachte die Travolta-Familie schon 2009 in die Schlagzeilen. Jett, der 16-jährige Sohn des Schauspieler-Paares, starb während eines gemeinsamen Urlaubs auf den Bahamas. Der Junge litt seit Jahren an Krampfanfällen. 2010 brachte Preston mit 48 Jahren Sohn Benjamin, jetzt 13, zur Welt. Tochter Ella Bleu ist heute 23 Jahre alt. Preston und Travolta waren als treue Anhänger der umstrittenen Scientology-Organisation bekannt.

Travolta trauerte in den letzten Jahren auch um frühere Filmpartnerinnen. «Meine liebste Olivia, du hast all unsere Leben so viel besser gemacht», schrieb der Schauspieler im August 2022 auf Instagram, nach dem Krebstod von seiner «Grease»-Kollegin Olivia Newton-John mit 73 Jahren.

Vier Monate später nahm er von «Cheers»-Star Kirstie Alley Abschied. «Kirstie war eine der außergewöhnlichsten Beziehungen, die ich je hatte. Ich liebe dich, Kirstie. Ich weiß, dass wir uns wiedersehen werden», schrieb Travolta auf Instagram nach ihrem Krebstod mit 71 Jahren. In der Liebeskomödie «Kuck mal, wer da spricht!» (1989) spielte Alley die schwangere Mollie, die während einer Taxifahrt ihre Wehen bekommt. Der Fahrer James (Travolta) hilft ihr nicht nur bei der Geburt, sondern wird auch zum Babysitter. Am Ende sind sie ein Paar. Der Film war ein Hit, es folgten noch zwei Fortsetzungen.

Es war eine Nebenrolle als Bandenführer in Brian De Palmas Gruselschocker «Carrie - Des Satans jüngste Tochter», die 1976 auf den Hollywood-Neuling aufmerksam machte. Damals fiel Travolta noch mit seinen Markenzeichen - schwarze Haartolle, strahlend blaue Augen und ein markantes Kinngrübchen - auf. Heute trägt er Glatze und meist einen Bart.

Travolta, ein begeisterter Hobbyflieger mit kommerziellem Pilotenschein, erlebte in seiner Filmkarriere auch Bruchlandungen, etwa mit dem Science-Fiction-Film «Battlefield Earth» nach einer Romanvorlage von Scientology-Begründer Ron Hubbard. Der von Kritikern zerrissene Film floppte im Jahr 2000 an den Kinokassen.

Doch da konnte der Schauspieler schon eine Kultrolle in Quentin Tarantinos Gangsterfilm «Pulp Fiction» (1994) vorweisen. An der Seite von Bruce Willis, Samuel L. Jackson und Uma Thurman schlug er als Profikiller Vincent Vega zu. Zur Belohnung gab es die zweite Oscar-Nominierung. Ein Jahr später glänzte er in der Hollywood-Satire «Schnappt Shorty» als der schmierige Gangster Chili, der vom Filmgeschäft träumt. Damit gewann er den Golden Globe als bester Komödien-Darsteller.

Travolta hat sich in den unterschiedlichsten Rollen bewiesen: In der Politsatire «Mit aller Macht» (1998) umwirbt er als sexbesessener US-Präsidentschaftskandidat die Wähler. In dem Actionthriller «Passwort: Swordfish» (2001) agiert er an der Seite von Halle Berry als psychopathischer Terrorist. In dem Slapstick-Musical «Hairspray» (2007) schwingt er als die gluckenhafte Edna Turnblad das Tanzbein in Frauenkleidern. Oliver Stone holte ihn für den düsteren Drogenkrimi «Savages» (2012) als korrupten Drogenfahnder vor die Kamera. In «Criminal Activities» (2016) spielt er als cooler Gangster seine Macht aus. Mit Tochter Ella Bleu, Morgan Freeman und Brendan Fraser stand er 2019 für den Thriller «The Poison Rose» vor der Kamera.

Im letzten Jahr sagte Travolta eine Rolle in dem geplanten Thriller «Assassination» mit einer Star-Besetzung um Al Pacino und Viggo Mortensen zu. Der Film will auf mögliche Verwicklungen der Mafia bei der Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy im Jahr 1963 schauen. Er freue sich sehr, daran mitzuwirken, schrieb Travolta im vorigen Mai auf Instagram. Über den Drehstart ist derzeit nichts bekannt, seine Fans müssen sich also noch eine Weile gedulden.

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