Samsung-Erbe Lee droht wegen die Verhaftung

Samsung-Erbe Lee droht wegen die Verhaftung

SEOUL: Dem Erben des südkoreanischen Samsung-Imperiums, Lee Jae Yong, sowie zwei früheren Topmanagern droht im Zusammenhang mit der umstrittenen Fusion zweier Konzerntöchter vor fünf Jahren die Verhaftung. Die Staatsanwaltschaft in Seoul beantragt Haftbefehle für die drei, berichteten südkoreanische Sender am Donnerstag. Ihnen werden unter anderem Aktienkursmanipulation und Verstöße gegen die Rechnungsprüfungsvorschriften vorgeworfen. Sie sollen am nächsten Montag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Ermittler verdächtigen das Management von Samsung, illegale Mittel angewandt zu haben, um 2015 die Fusion des Bauunternehmens Samsung C&T mit der Konzerntochter Cheil Industries zu ermöglichen. Kritiker sahen in der Fusion eine Stärkung der Samsung-Gründerfamilie. Der 51-jährige Lee ist der Sohn des erkrankten und seit Jahren bettlägerigen Ex-Konzernvorsitzenden Lee Kun Hee. Samsung soll den Wert von Cheil Industries vor der Fusion systematisch aufgebläht haben. Davon soll wiederum Lee Jae Yong als größter Anteilseigner an Cheil profitiert haben.

Die früheren Manager Choi Gee Sung und Kim Jong Joong, gegen die ebenfalls ermittelt wird, waren Mitglied des einstigen Strategiebüros des größten südkoreanischen Mischkonzerns. Das Büro, das als eine Art Kontrollzentrum fungiert hatte, wurde 2017 aufgelöst, als die Gruppe immer tiefer in einen Korruptionsskandal um die ehemalige Staatspräsidentin Park Geun Hye geriet. So muss sich Lee Jae Yong, der heute Vizevorsitzende des Smartphone- und Speicherchip-Marktführers Samsung Electronics ist, bereits in einem neu aufgelegten Prozess wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten.

Zudem wird wegen Bilanzfälschung durch das Biotechnik-Unternehmen Samsung Biologics ermittelt. Nach einer Untersuchung der Finanzdienstekommission hatte Biologics 2015 den Wert seiner Anteile an der Biopharma-Tochter Samsung Bioepis geschönt. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die Verstöße ebenfalls im Zusammenhang mit der Nachfolgeregelung beim Konzern stehen.

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