Russland unterstützt Lukaschenko

​USA verhängen Sanktionen

Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt an einem informellen Treffen mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko in Sotschi teil. Foto: epa/Sergei Ilyin/sputnik/kremlin Pool
Der russische Präsident Wladimir Putin nimmt an einem informellen Treffen mit dem weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko in Sotschi teil. Foto: epa/Sergei Ilyin/sputnik/kremlin Pool

MOSKAU: Russland will das autoritär geführte Belarus in den kommenden Wochen mit einem Kredit unterstützen. Bei einem Treffen des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sei gemäss Kremlsprecher Dmitri Peskow vereinbart worden, dass bis Ende Juni 500 Millionen US-Dollar ausgezahlt werde. Es handele sich um die zweite Tranche eines Kredits, der noch vor der international heftig kritisierten Zwangslandung eines Passagierflugzeugs am vergangenen Sonntag in Minsk beschlossen worden sei.

Putin und Lukaschenko hätten bei ihrem Treffen in Sotschi am Schwarzen Meer vor allem Fragen des Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder besprochen, sagte Peskow. Belarus ist wirtschaftlich stark angeschlagen und steht bereits mit Milliardenbeträgen bei Moskau in der Kreide. Zum Auftakt seines Besuchs hatte der belarussische Langzeitmachthaber sich am Freitag über den Druck des Westens auf sein Land beklagt.

Die EU und die USA haben nach dem Vorfall mit der Ryanair-Maschine neue Sanktionen gegen Belarus verhängt. Der Kreml warf Brüssel nun vor, emotional reagiert zu haben.

Lukaschenko hatte das Flugzeug am vergangenen Sonntag in Minsk auf den Boden bringen lassen, um einen seiner Gegner festzunehmen. Der regierungskritische Blogger Roman Protassewitsch sitzt seither in Haft, ebenso wie seine Freundin Sofia Sapega, eine Russin.

Das Schicksal Sapegas sei Russland «nicht egal», sagte Kremlsprecher Peskow. Gleichzeitig betonte er, dass die 23-Jährige zwar russische Staatsbürgerin sei, aber eine Aufenthaltsgenehmigung in Belarus habe.

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Ingo Kerp 30.05.21 12:30
Nachdem das bei RUS hochverschuldete Belarus weitere Millionen als Hilfe erhalten hat, wird man sich die Frage stellen müssen, was erhält man für diese Hilfe. Belarus muß sich fragen, was gebe ich für diese Hilfe. Jetzt koennte man spekulieren, da Lukaschenko und Belarus ohne RUS Hilfe nicht überleben koennen, warum sollte Putin sich Belarus nicht gleich einverleiben? Wär einfacher und Kredit nicht mehr notwendig.