Russland sieht US-Idee für neuen Abrüstungsvertrag skeptisch

Foto: epa/Sergei Chirikov
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MOSKAU (dpa) - Russland hat zurückhaltend auf die Idee von US-Präsident Donald Trump reagiert, eine Alternative zum wichtigen INF-Abrüstungsvertrag für atomar bestückbare Mittelstreckenwaffen auszuhandeln. «Wir wissen nicht, wie realistisch das ist», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau der Agentur Interfax zufolge. «Wir haben noch keine konkreten Initiativen von unseren amerikanischen Partnern erhalten.»

Trump hatte am Dienstagabend (Ortszeit) in seiner Ansprache zur Lage der Nation vor dem US-Kongress in Washington gesagt: «Vielleicht können wir einen anderen Vertrag aushandeln, China und andere hinzufügen, oder vielleicht können wir das nicht.» Er verteidigte abermals, dass die Amerikaner den INF-Vertrag ausgesetzt haben: Die USA hätten sich an das Abkommen gehalten, das Russland wiederholt verletzt habe.

Die USA und Russland hatten das mehr als 30 Jahre alte Abkommen über das Verbot landgestützter, atomar bewaffneter Mittelstreckenraketen am Wochenende nacheinander ausgesetzt, weil sie sich gegenseitig Verstöße dagegen vorwerfen. Es bleibt aber noch eine halbjährige Kündigungsfrist, um den Vertrag zu retten. Peskow wiederholte noch einmal: Russland werde keine Initiativen für neue Verhandlungen ergreifen, «weil wir dies bereits mehrfach getan haben». Ähnlich hatte sich Präsident Wladimir Putin bereits am Samstag geäußert.

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