Russische Urlauber knacken die Eine-Million-Marke

Touristenboom aus Indien ungebrochen / Rückkehr der chinesischen Urlauber

Eine russische Familie vergnügt sich bei einem Ausflug in ein thailändisches Elefantencamp. Foto: epa/Barbara Walton
Eine russische Familie vergnügt sich bei einem Ausflug in ein thailändisches Elefantencamp. Foto: epa/Barbara Walton

PHUKET: Erneut ist Russland die erste nichtasiatische Urlaubernation in Thailand, die bei der Besucherzahl die ominöse Million-Marke geknackt hat. Ein Rekord, den Australien, die USA und auch die europäischen Länder bisher noch nicht aufgestellt haben.

Gemäß den neuesten Statistiken des Ministeriums für Tourismus und Sport (MoTS) besuchten im Oktober rund 106.693 russische Staatsangehörige Thailand, im Gegensatz zum Vorjahr ein Anstieg von 5,41 Prozent, wobei sich die Zahl der Besucher aus dem Reich Putins in den Monaten Mai bis September sogar verdoppelt hat. Der Anstieg der Besucherzahlen entspricht dem üblichen Schema, nach dem Russland Thailand normalerweise im April und Oktober mit 100.000 Touristen pro Monat versorgt, zwischen Dezember bis März verdoppeln sich die Zahlen.

Russland der wichtigste nichtasiatische Markt

Insgesamt besuchten in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 1,08 Millionen Russen das Königreich, was einem Rückgang von 2,19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Dennoch bleibt Russland weiterhin für Thailand der wichtigste nichtasiatische Tourismusmarkt.

Rückkehr der Urlauber aus der Volksrepublik

Im selben MoTS-Bericht wird auch die Rückkehr der chinesischen Besucher dokumentiert. Allein im Oktober reisten 826.392 Touristen aus China nach Thailand, eine Steigerung von 27,81 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt besuchten in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 9,34 Millionen Chinesen das Königreich, im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 3,58 Prozent.

Indien-Boom auch dieses Jahr ungebrochen

Die Urlauberzahlen aus Indien boomen nach wie vor und legten im Oktober mit 161.961 Besuchern sogar um 37,9 Prozent zu. Seit Jahresbeginn wurden in Thailand insgesamt mehr als 1,63 Millionen indische Touristen verzeichnet, im Vergleich zum Vorjahr ein sattes Plus von 26,72 Prozent, weshalb Indien für Phuket sowie auch für Thailand im Allgemeinen derzeit der wichtigste Tourismusmarkt ist. So erwartet die thailändische Tourismusbehörde (TAT) im Zeitraum zwischen August 2019 und 30. April 2020 etwa 2 Millionen Besucher aus Indien, begünstigt durch ein massiv aufgestocktes Direktflugangebot der Fluggesellschaften in der Hochsaison und der Streichung der Gebühren für das Visa on Arrival.  

Japanischer und koreanischer Markt weiter stabil

Im japanischen und koreanischen Tourismussegment wurden ebenfalls bereits mehr als 1 Million Besucher verzeichnet: Von Januar bis Oktober besuchten 1,49 Millionen Japaner (+9,94 Prozent) und 1,55 Millionen Koreaner Thailand (+5,73 Prozent). Die Ankünfte aus Taiwan und Hongkong stiegen in den ersten 10 Monaten dieses Jahres um 14,67 Prozent sowie 2,79 Prozent an und beliefen sich auf insgesamt 660.923 und 874.214.

Australische Urlauberzahlen weiter im Abwärtstrend

Labil präsentierte sich auch dieses Jahr wieder der australische Tourismusmarkt, der im Vergleich zum Vorjahr weiter einbrach. Die australischen Ankünfte sanken im Oktober um 5,23 Prozent auf 67.857 Besucher und insgesamt seit Januar um 3,35 Prozent auf 642.619 Besucher.

Ankünfte aus den USA haben sich erholt

Erholt haben sich hingegen die Ankünfte aus den USA mit 86.527 Besucherzahlen, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 4,24 Prozent. Insgesamt legten die Ankünfte aus den USA in den ersten 10 Monaten dieses Jahres mit 915.391 Besuchern um 4,68 Prozent zu.

Keine deutliche Zunahme europäischer Urlauber

Lässt man Russland außen vor, so konnte keiner der wichtigsten europäischen Märkte – weder im Oktober noch seit Jahresbeginn – ein deutliches Wachstum verzeichnen. Die Ankünfte aus Großbritannien beliefen sich von Januar bis Oktober auf 795.327 Besucher (+ 0,97 Prozent), die Ankünfte aus Frankreich und Deutschland auf 612.009 und 666.626 (-0,05 Prozent und -3,64 Prozent). Eine positive Dynamik wurde nur bei spanischen (156.027 Besucher, + 3,11 Prozent) und osteuropäischen Ankünften (407.340 Besucher, + 4,98 Prozent) verzeichnet. Insgesamt gingen die Ankünfte aus Europa – einschließlich Russland – in den ersten 10 Monaten dieses Jahres von 5,24 Millionen auf 5,16 Millionen Besucher zurück, was einem Rückgang von 1,58 Prozent entspricht.

Deutlicher Zuwachs bei Ankünften aus dem Nahen Osten

Währenddessen blüht das Tourismussegment aus dem Nahen Osten weiter mit 598.885 Ankünften, ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr von 45,05 Prozent. Dabei sind die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel die zahlenmäßig größten Urlaubernationen aus der Region, die Hälfte aller Touristen aus dem Nahen Osten in Thailand kommt aus einem dieser beiden Länder.

Die Gesamtzahl der ausländischen Ankünfte aus allen Märkten erreichte im Oktober 3,04 Millionen gegenüber 2,7 Millionen im Vorjahr, was einem Anstieg von 12,51 Prozent entspricht. Insgesamt beliefen sich die Ankünfte in den ersten 10 Monaten dieses Jahres auf 32,51 Millionen, ein Plus von 4,29 Prozent. Parallel dazu stiegen auch die touristischen Einnahmen: im Oktober um 9,27 Prozent auf 147,8 Milliarden Baht insgesamt in den ersten 10 Monaten um 3,97 Prozent auf 1,58 Billionen Baht.

Tourism Council revidiert seine ursprüngliche Prognose

Der Tourism Council of Thailand erwartet im Hinblick auf das ganze Jahr 2019, dass 39,7 Millionen ausländische Urlauber Thailand besuchen und dem Land Einnahmen in Höhe von 1,95 Billionen Baht bescheren werden. Aufgrund des weiterhin ungebremsten Steilfluges des Thai-Baht hat der Tourism Council of Thailand inzwischen Abstand von seiner ursprünglichen Jahresprognose von 40,1 Millionen ausländischen Besuchern und touristischen Einnahmen in Höhe von 2,13 Billionen Baht genommen.

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Josef Herrmann 12.12.19 15:47
wo anders hin
Danke für die Warnung.Da werden wir dieses Jahr woanders urlauben!
Ingo Kerp 12.12.19 13:14
Woher wissen die thail. Behoerden, das die Russen aus dem nicht asiatischen Teil des Landes kommen? Bekanntlich der europ. Teil Russlands um ein vielfaches kleiner als der asiatische Teil, in dem immerhin noch über 30% der russischen Bevoelkerung leben.