USA sollten für Verhandlungen mit Iran «guten Willen» zeigen

Foto: epa/Alexey Nikolsky
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TEHERAN (dpa) - Die USA sollten nach Worten des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani für eventuelle Verhandlungen mit Teheran «guten Willen» zeigen. In dem Fall wäre der Iran auch zu Gesprächen bereit, sagte Ruhani nach einer Kabinettssitzung am Mittwoch. Verhandlungen unter maximalem Druck seien unmöglich - kein Land der Welt würde darauf eingehen. «Aber wenn Ihr (USA) wirklich Gespräche wollt, dann solltet Ihr den Druck beenden und guten Willen zeigen», sagte der iranische Präsident nach Angaben seines Webportals.

Ruhani wird nächste Woche an der UN-Vollversammlung in New York teilnehmen. Seit Wochen wird spekuliert, dass es am Rande der Generaldebatte auch zu Gesprächen Ruhanis mit US-Präsident Donald Trump kommen könnte. Ruhani hat zwar ein bilaterales Treffen mit Trump abgelehnt, nicht aber eine Unterredung mit ihm in Anwesenheit der anderen fünf Vertragspartner des Atomabkommens - das sind China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Bedingung sei jedoch eine Aufhebung der US-Sanktionen, die den Iran in den vergangenen Monaten in eine akute Wirtschaftskrise gestürzt haben.

Hintergrund ist der Konflikt um das internationale Abkommen zur Verhinderung einer iranischen Atombombe. Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem Abkommen ausgestiegen, um den Iran mit maximalem Druck zu einem Kurswechsel in der als aggressiv erachteten Nahostpolitik zu zwingen. Der Iran reagierte darauf zuletzt mit einem Wiederhochfahren der im Vertrag begrenzten Urananreicherung. Zudem droht Teheran mit einer Behinderung des wichtigen Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus im Persischen Golf.

Ruhani wies jegliche Beteiligung des Irans an den Angriffen auf eine saudische Ölanlagen am vergangenen Samstag zurück. «Neben den politischen und wirtschaftlichen Sanktionen kommen die USA nun auch mit Unterstellungen gegen den Iran», sagte Ruhani. Die USA wüssten selbst, dass die absurd und grundlos seien und auch international nicht ernstgenommen würden. Zu den Angriffen hatten sich die Huthi-Rebellen im Jemen bekannt. Die USA machen jedoch Teheran dafür verantwortlich.

Die Amerikaner schicken nach den Worten von Ruhani «Schießpulver» in die Region und machten dann andere Länder dafür verantwortlich, wenn es dann knallt. Die Jemeniten hätten das legitime Recht, sich gegen die Vernichtung ihres Landes zu wehren - und als Warnung auch industrielle Ziele anzugreifen. «Diese Warnungen sollten ernstgenommen und das Kriegsfeuer in Jemen sollte ein für allemal gelöscht werden», sagte Ruhani weiter.

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